Der Winterling - Ein gelber Blütenzwerg leutet den Frühling ein
 

(TN) Kaum ist der Schnee geschmolzen, verwandelt der Winterling sonnenexponierte Gehölzränder in einen gelben Blütenteppich. Mit seiner leuchtend gelben Blüte zählt er zu den allerersten Frühlingsgeophyten, liefert sehr zeitig im Jahr für die Bienen mit den ersten Pollen und Nektar und weckt bei den Gartenfreunden die Hoffnung auf einen baldigen Frühling.

Die ursprüngliche Heimat des Winterlings (Eranthis hyemalis) liegt in den feuchten Laubwäldern Südeuropas. Von Südfrankreich über Italien und Bulgarien kommt er bis in die Türkei wild vor. Die ersten Berichte über den Winterling in deutschen Gärten datieren auf das Jahr 1588 zurück. Richtig populär wurde er allerdings erst Ende des 18. Jahrhunderts, als er großflächig in Landschaftsparks gepflanzt wurde. Dort ist er vielerorts verwildert und leutet das Gartenjahr mit einem wahren Farbspektakel ein.
So schnell wie er auftaucht, verschwindet er auch wieder. Schließt sich das Kronendach der Bäume und Sträucher, ist der Winterling schon wieder auf dem Rückzug und überdauert mittels einer dicht unter der Erdoberfläche versteckten Knolle bis zum nächsten Frühjahr. Für seine rasche Verbreitung sorgen auch die Ameisen, die am süßen Samenanhängsel gerne naschen und es verschleppen.

 
 
Kaum ist der Schnee geschmolzen, verwandelt der Winterling sonnenexponierte Gehölzränder in einen gelben Blütenteppich.
Fotos: Thomas Neder