Die Bayernkiwi – Ein schmackhafter Fruchtzwerg, der es „in sich hat“
 

(TN) Wenn die Gartensaison so langsam zu Ende geht, steht die Ernte der schmackhaften Bayernkiwi an. Sie zählt neben den Preiselbeeren und den Cranberries, die jetzt noch ausreifen, zu den letzten Früchten im Obstgarten.

Die kleinfruchtige Kiwi (Actinidia arguta und Actinidia kolomikta) wurde schon vor etwa 70 Jahren durch I.W. Mitschurin (ehem. UdSSR) züchte¬risch bearbeitet. Von Natur aus kommt sie in China, Korea und Japan vor und ist durch ihre extreme Frosthärte für unser Klima gut angepasst.

Die Frucht ist glattschalig und kann ohne Schälen direkt vom Strauch geerntet werden. Der Geschmack erinnert etwas an eine Mischung aus Bananen, Melonen und schwarzen Johannisbeeren. Die Frucht ist sehr Vitamin C reich und enthält viel Kalzium, Magnesium und Mangan. Es wird ihr außerdem eine verdauungsfördernde Wirkung zugeschrieben.

Interessant ist vor allem ihr hoher Gehalt an ß-Karotin und Lutein. Beide Stoffe sind hochwirksame Antioxidantien. Keine Obstart enthält mehr Lutein als die Minikiwi.

Hartreif geerntet halten die Früchte bis zu 3 Wochen im Kühlschrank. Bei 00 C können sie bis zu zwei Monate gelagert werden. Die Früchte sind meist erst dann richtig reif, wenn sich die Blätter der Kiwis gelb färben!

Die kleinfruchtige Kiwi – auch Bayernkiwi genannt – liebt es vollsonnig und schätzt wie die Clematis einen bedeckten Fuß.

Schwere kalkhaltige Böden sollten vermieden werden. Optimal ist ein pH-Wert von 5-6. Sie wächst bedeutend schwächer als die gro߬fruchtige Kiwi und kann auch zur Eingrünung von Lauben, Per¬golen oder am Zaun verwendet werden.

Die Pflanze ist von Natur aus zweihäusig. Es gibt männliche und weib¬liche Exemplare. Man braucht also mindestens ein Pärchen um Früchte zu ernten. Einige neuere Sorten sollen auch einhäusig sein. Kiwis entstehen wie beim Wein nur an Trieben, die aus dem letztjährigen Holz wachsen.

Schnittmaßnahmen beschränken sich auf ein Auslichten. Überzählige Langtriebe können komplett entfernt werden. Zur Verjüngung nimmt man alle paar Jahre einige alte Triebe heraus und ersetzt sie durch jüngere. Mit Vollertrag ist ab dem fünften bis sechsten Jahr zu rechnen.

Neben viel Vitamin C enthalten die Früchte eine große Menge an Beta-Carotin und vor allem Lutein - keine Frucht hat mehr Lutein als die Mini-Kiwi.

 
 
Fotos: Thomas Neder