75 alte und neue Obstsorten im Obstmuttergarten in Einberg
 

(TN) Seit vielen Jahren unterhält der Kreisverband Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. einen sortenreichen Obstmuttergarten am Ortsrand von Einberg.

1999 wurde der alte Teil des Obstmuttergartens um 55 Sorten erweitert, so dass mittlerweile 75 Obstsorten eine großflächige Streuobstwiese bilden und zusammen mit bestehenden alten Obstwiesen und Hecken eine grüne Kulisse am Ortsrand von Einberg schaffen und für eine ökologische Bereicherung sorgen. Gerade der Aspekt „Dorf in der Landschaft“ ist eine der Hauptbewertungskriterien sowohl im Bundeswettbewerb, als auch im Kreiswettbewerb „Das schönere Dorf – die schönere Stadt“. Dieser lag der Kreiskommission in den letzten Jahren schon immer sehr am Herzen.

Neben seiner funktionalen Eigenschaft als grüner Mantel am Ortsrand, wird der Obstmuttergarten alljährlich als Reiserschnittgarten verwendet. Rechtzeitig zur Obstbaumblüte werden am Reiserkeller in Ebersdorf Reiser Hunderte von Sorten an Gartenliebhaber ausgegeben, die keinem Sortenschutz mehr unterliegen. Ziel dieser Aktion des Kreisverbandes ist es, die Sortenvielfalt im Coburger Land zu erhalten und alte Kultursorten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Ergänzt wird das Spektrum an heimischen Sorten durch Reiser aus den Reiserschnittgärten in Forchheim und Triesdorf. Auch in diesem Jahr werden zum Jahresende wieder Reiserlisten an die Obst- und Gartenbauvereine ausgegeben,

Ein wichtiger Aspekt der Streuobstwiese des Kreisverbandes ist auch die Sammlung langjähriger Erfahrungen mit den aufgepflanzten Sorten von Äpfeln, Birnen, Zwetschgen und Kirschen. Diese fließen kontinuierlich in die fachliche Beratung mit ein und ergänzen die Beobachtungen im Obstlehrgarten am Landratsamt.

Bei den alten Apfelsorten stellten über die letzten Jahre hinweg z. B. die alten Sorten `Gravensteiner`, `Jakob Fischer`, `Dülmener Herbstrosenapfel` und `Berner Rosenapfel` die zuverlässigsten Träger dar. Ihre Robustheit hat aber in diesem Jahr bei so gut wie allen alten Apfelsorten wegen des monsunartigen Wetters immens gelitten. War in den letzten Vegetationsperioden nur ein mäßiger Befall mit Schorf zu verzeichnen, sieht dies im Sommer 2009 wesentlich schlechter aus. Deutlich besser verkraftet haben dies die sog. Re – Sorten (Sorten aus Dresden Pillnitz mit einer oder mehreren Resistenzen gegen Pilzkrankheiten) im neueren Teil der Anlage. Ganz besonders `Florina`, `Topaz`, `Rewena`, `Remo` und `Reanda` heben sich mit vitaler Gesundheit deutlich von den anderen Sorten ab. Zwar sind die Früchte nicht so groß wie auf den schwach wachsenden Unterlagen M9 oder M27, doch funktioniert auch dessen Kultur auf dem stark wachsenden Hochstamm sehr gut.

Erfreulich gut haben sich die Zwetschgen und Pflaumen entwickelt. Ihnen macht der schwere Boden, wie er am Standort in Einberg vorherrscht, nicht sonderlich viel aus. Zahlreiche Apfelsorten hingegen reagieren mit Krebs oder Stammrissen auf den schweren Untergrund. Die großfruchtige rotbackige `Königin Victoria` ist nicht nur ein interessanter Farbtupfer, sondern auch ein schmackhafter regelmäßiger Träger, der das Sortiment der Pflaumen auf kulinarische Art erweitert. Geschmacklich ansprechende Sorten der Anlage sind die Frühzwetschgen `Wangenheimer` und `Bühler`, sowie die bei Vollreife schmelzend süße, neuere Sorte `Hanita`.

Gerade im Segment der Birnen wünscht man sich neue Sorten, die gegen Birnengitterrost und Schorf – am besten in Kombination – resistent sind. Hier ist momentan leider kaum eine Sorte in Aussicht, so dass bei extensiver Pflege, weniger optimalen Standorten und feuchten Jahren wie diesem, die Gesundheit stark leidet.

Bei den Sauerkirschen fällt in der Anlage vor allem die alte Sorte `Ludwigs Frühe`, eine mittelgroße Amarelle, wegen ihrer Robustheit gegen die Sprühfleckenkrankheit und gegen Monilia auf.

Die Bäume in den zwei getrennten Anlagen sind nicht beschriftet. Pläne sind zusammen mit Reiserlisten bei Kreisfachberater Thomas Neder erhältlich.

Die Anlage kann dank der Unterstützung der Stadt Rödental unterhalten werden, die den Grasschnitt übernimmt. Um Baumschnitt, Reiserschnitt und andere anfallenden Arbeiten kümmert sich der Kreisverband Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V.

 


Seit vielen Jahren unterhält der Kreisverband Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. einen sortenreichen Obstmuttergarten am Ortsrand von Einberg. 1999 wurde der alte Teil des Obstmuttergartens um 55 Sorten erweitert, so dass mittlerweile 75 Obstsorten eine großflächige Streuobstwiese bilden.


Ganz besonders `Florina`, `Topaz`, `Rewena`, `Remo` und `Reanda` heben sich mit vitaler Gesundheit deutlich von den alten Apfelsorten ab.


Geschmacklich ansprechende Zwetschgen- bzw. Pflaumensorten der Anlage sind die Frühzwetschgen `Wangenheimer` und `Bühler`, sowie die bei Vollreife schmelzend süße, neuere Sorte `Hanita`.


Ein Klassiker unter den alten Apfelsorten ist `Schöner aus Herrnhut`.
 
Fotos: Thomas Neder