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(TN) Wer an Kartoffel denkt, verbindet mit dem Begriff der nahrhaften
Knolle nicht unbedingt ein leuchtendes Farbspektrum, das von vom
hellen Gelb über rosa bis zum dunklen Violett oder sogar bis
zum tiefen Blau reicht. Die Sortenvielfalt ist alles andere als
langweilig und weit attraktiver, als man zunächst vielleicht
meint.
Die Kartoffel zählt wie Tomate, Aubergine und Paprika zur
Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Der Botaniker
bezeichnet sie daher als Solanum tuberosum. Kartoffeln sind Sprossknollen,
die sich an unterirdischen Ausläufern, Stolonen genannt, bilden.
Bei Wildformen waren diese unterirdischen Ausläufer oft meterlang.
Bei den Kultursorten sind sie wesentlich kürzer.
Ihrem hohen Nährwert, ihrer vielseitigen Verwertbarkeit und
ihrer Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Standortbedingungen
hat sie es zu verdanken, dass sie weltweit zur wichtigsten Nahrungspflanze
geworden ist. Auch wenn sie 1570 aus Südamerika nach Europa
importiert wurde, ist sie längst eingebürgert und schon
lange kein Neubürger mehr. Obwohl schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts
die ersten Züchtungsversuche stattfanden, hat es bis zum Ende
des Jahrhunderts gedauert, bis sie sich als landwirtschaftliche
Kultur durchgesetzt hat. Hungersnöte, Kriege und der „Kartoffelbefehl“
Friedrichs des Großen haben letztendlich zur Akzeptanz der
Kartoffel als Feldfrucht beigetragen.
Die Kartoffel zählt zu den Starkzehrern und ist für eine
Gabe an reifem Kompost oder Mist dankbar, der am besten schon im
Herbst eingebracht wird. Je nach Sorte beginnt die Reife von Juli
und reicht bis in den Herbst hinein. Frühkartoffeln können
schon geerntet werden, sobald sie eine akzeptable Größe
erreicht haben. Lagerkartoffeln müssen voll ausgereift sein.
Die Schale darf sich nicht mehr mit den Fingern abreiben lassen.
Während sich mehlige Sorten für Purees und Klöße
eignen, sind festkochende Sorten eher für Salat oder Salzkartoffel
geeignet. Da es im Liebhaberanbau nicht auf Höchsterträge
ankommt, hat das Experimentieren mit farbenfrohen, selten gewordenen
Auslesen durchaus seine Berechtigung. Tief violettblau leuchtet
das Fleisch der Sorte `Salad Blue`. Ein echter Blickfang ist auch
die rote und großfruchtige Sorte `Highland Burgundy Red`.
Auch die alte Sorte `Reichskanzler` und `Charlotte` überraschen
mit ihrem Aussehen.
Der Fachhandel bietet mittlerweile große und kleine Sortimente
quer durch alle Sorten an – eine gute Möglichkeit um
auch mal wieder das eigene Kartoffelbeet etwas „aufzupeppen“
und für frischen Wind und für ungewöhnliche Farben
in den Kartoffelreihen des Haugartens zu sorgen.
Bezugsquelle z.B.:
Swen Gündel
Schwarze Tafel 15
08468 Reichenbach i.V. OT Rotschau
Tel.: 03765-16288
www.guendels-kulturstall.de
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