Ungleiche Partnerschaft
 

(TN) Was wächst denn hier aus der Spitze der Zuckerhutfichte? Das mag sich mancher Passant der Hauptstraße in Weidhausen denken? Ist es eine Laune der Natur, eine Mutation oder einfach nur ein Gärtnerscherz?

Die Zuckerhutfichte (Picea glauca var. albertiana `Conica`) ist eine sehr langsam wachsende Zuchtform. Sie wächst nur wenige cm pro Jahr und erreicht nach 15 Jahren je nach Standort gerade mal 1,5 bis 2m. Gerade wegen diesen schwachen Wuchses wurde sie früher oft in der Gartengestaltung verwendet.

Die Vermehrung dieser zwergenhaft wachsenden Fichte geschieht über Veredlung auf einer normalen Fichtenart. Diese treibt manchmal aus sog. schlafenden Augen wieder aus und macht sich gewissermaßen selbstständig. Der andersartige Kopf, der sich wie ein aufgesetzter kleiner Christbaum durch die Spitze der Zuckerhutfichte schiebt, ist also nichts weiter als die vagabundierende Unterlage. Will man ein Überwuchern der veredelten Sorte durch die Unterlage vermeiden, müsste man den Wildling opfern. Manchmal hat aber auch eine ungleiche Partnerschaft, wie in diesem Fall, ihre optischen Reize.

 
 
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Fotos: Neder