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(TN) Sie ist nicht groß, aber sie hat es in sich. Die leuchtend
rote Japanische Weinbeere, die zur Zeit reift, wird von Beerenobst
Liebhabern als eine geschmackliche Bereicherung des Sortiments für
Hausgärten geschätzt. Sie ist nicht nur wegen der orangen
Früchte, sondern auch wegen der aparten Triebe ein echter „Hingucker“
und etwas Neues im Obstgarten.
Die Japanische Weinbeere oder Rotborstige Himbeere (Rubus phoenicolasius)
ist im westlichen China, Korea und Japan be¬heimatet. Sie wurde
1876 nach Europa eingeführt. Seit 1890 wird sie in Nordamerika
im Obstbau kultiviert und hat in den letzten Jahren auch den Einzug
in die europäischen Hausgärten gehalten. Sie wird mittlerweile
in gut sortierten Obstbaumschulen angeboten.
Die Weinbeere besitzt einen brombeerähnlichen Wuchs mit Trieben
von 2 bis 4 m Länge. Die Triebe sind mit kleinen Stacheln besetzt.
Sie wirken sehr reizvoll, wenn die schräg stehende Sonne durch
das dichte Stachelband leuchtet oder im Winter Schnee seine Konturen
auf den Ruten zeichnet. Die weißen dolden¬förmigen
Blütenstände sind ansprechend. Als Kultur empfiehlt sich
die Erziehung am Spalier, am Zaun oder an einer Pergola.
Aus den hellrosa, in dichten filzigen Trauben sitzenden Blüten,
entwickeln sich im Herbst die orange-roten, säu¬erlich-süßen
Früchte. Sie kleben etwas. Dies erleichtert aber die Ernte.
Die Reifezeit liegt je nach Witterung zwischen Juli und Mitte August.
Die Kelchblätter umschließen die Frucht bis zur Reife.
Sie ist daher von Schädlingen weitge¬hend geschützt.
Anbau und Verwendung sind ähnlich wie bei der Brombeere und
der Tayberry. Die letzten harten Winter hat sie im Obstlehrgarten
des Kreisverbandes gut überstanden, obwohl bei Brombeeren und
Weinstöcken gelegentlich Frostschäden zu verzeichnen waren.
Die Japanische Weinbeere ist selbstfruchtend. Eine In¬sekten¬bestäubung
fördert aber den Fruchtansatz. Sie schätzt sonnige und
warme Standorte auf kalkreichen hu¬mosen Böden, kommt aber
scheinbar auch mit weniger günstigen Bodenverhältnissen
zurecht.
Die Tragruten werden nach der Ernte wie bei Brombeeren bis auf
den Boden zurück geschnitten und die neuen Triebe danach am
Spalier fixiert.
Die nächste Fachführung durch den Obstlehrgarten findet
am 15. September um 14 Uhr statt. Interessenten können sich
ohne Anmeldung anschließen.
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