Alleen – Grüne Visitenkarten und einzigartige Landmarken
 

(TN) Alleen von Ort zu Ort verbinden Siedlungen, begrüßen als grüne Visitenkarten deren Besucher, und prägen als lebendige Landmarken die Strukturen unserer Landschaft. Baumbestandene Straßenränder bieten Schutz vor Wind und Sonne, schützen vor Erosion, schaffen zusätzliche Biotope und sind nicht zuletzt Balsam für das Auge.

Auch im Kreiswettbewerb „Das schönere Dorf - die schönere Stadt“ hat der Aspekt „Dorf in der Landschaft“ nach wie vor einen hohen Stellenwert.

Der Ausdruck Allee stammt aus dem Französischen und hat sich während des Dreißigjährigen Krieges bei uns als gängige Vokabel etabliert. Achsiale, von Bäumen eingesäumte Wege, in Landschaftsgärten oder architektonischen Schlossgärten, gaben dem Wort seine heutige Bedeutung. Während nach der Renaissance vor allem der Aspekt der grünen Architektur im Vordergrund stand, dominierte in der Zeit vorher die profane Nutzung der Bäume. Entweder die Bäume lieferten essbare Früchte für die Mosterzeugung (Äpfel und Birnen) oder wurden als Tierfutter (Eicheln), bzw. als Heilmittel (Linden) genutzt. Kopfweiden, die noch immer typisch für die fränkische Flusslandschaft sind, lieferten Zweige zum Binden und zum Flechten.

Während noch vor einigen Jahrzehnten dieses grüne Inventar viele Ortschaften als grüne „Zubringer“ mit der umgebenden Landschaft verband, sind diese historischen Zeitzeugen durch zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen mittlerweile richtig rar geworden. Relikte dieser früher weit verbreiteten grünen Bänder sind teilweise wieder in Baumtoren wiederzufinden, die im Zuge von Eingrünungsmaßnahmen wieder links und rechts der Ortseingänge gepflanzt wurden und zumindest ansatzweise auf die lange Tradition der Alleen hinweisen.

Im Coburger Land gibt es noch einige dieser sanften Übergänge vom Dorf in die freie Feldflur. Hierzu gehört z. B. die eindrucksvolle Säulenpappelallee als Eingangspforte nach Lahm. Sie sucht auch im weiteren oberfränkischen Raum ihres gleichen. Pappeln zählen zwar nicht gerade zu den stabilsten Baumarten für Straßenbepflanzungen, dennoch sorgt ihr gertenschlanker säulenartiger für fast schon toskanisches Flair.

Oberfränkische Bedeutung hat wegen ihrer Länge die zumindest in Teilen noch erhaltene Bergahornallee, die sich nach Meeder Richtung Ottowind und Ahlstadt die langen Berge emporschlängelt und eine einzigartige Landmarke darstellt.

 
Die eindrucksvolle Säulenpappelallee in Lahm sucht auch im weiteren oberfränkischen Raum ihres gleichen.
Oberfränkische Bedeutung hat wegen ihrer Länge die zumindest in Teilen noch erhaltene Bergahornallee, die sich nach Meeder Richtung Ottowind und Ahlstadt die langen Berge emporschlängelt.
Fotos: Thomas Neder