Die Apfelbeere – Leicht zu kultivierende Volksmedizin aus dem Osten
 

(TN) Beerenobst aus dem eigenen Garten ist für jeden gesundheitsbewussten Gartenfreund eine dankbare Vitaminquelle, die bei geeigneter Sortenwahl vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst kostenlos sprudeln kann.

Neue Studien belegen eindrucksvoll den gesundheitlichen Wert frischen Beerenobstes. Ein hoher Vitamingehalt und ein unvergleichlicher Cocktail an sekundären Inhaltsstoffen rücken Beerenobst wieder verstärkt in den Fokus von Nahrungsmitteln, die für eine gesunde, Krebs vorbeugende Ernährung empfohlen werden. Hier sei z. B. der hohe gesundheitliche Wert von Ellagsäure, Anthocyanidinen und Proanthocyanidinen erwähnt – gesunden Inhaltsstoffen, die viele Beerenobstarten enthalten. Die Inhaltsstoffe mögen vielleicht etwas kompliziert klingen, lassen aber das Herz jedes Ernährungswissenschaftlers höher schlagen.

Auch wenn der Start in die neue Gartensaison noch etwas auf sich warten lässt, bleibt gerade jetzt zum Ausklang des Winters noch etwas Zeit, sich schon jetzt Gedanken für mögliche „Neubürger“ im Garten zu machen. Ein neuer Star im Sortiment der Wildobstarten ist z. B. die Apfelbeere (Aronia melanocarpa).

Ursprünglich stammt die Apfelbeere aus Nordamerika, wo sie schon von den Indianern geschätzt wurde. In Russland ist der Anbau der sehr frostharten Apfelbeere weit verbreitet. Die Züchtungsarbeit geht auf J. W. Mitschurin zurück, aus der die heute weit verbreitete Sorte `Nero` entstanden sein soll. Die Fruchtreife beginnt ab ca. Mitte August bis Mitte September.

Anspruchslos in der Kultur
Der Strauch ist völlig anspruchslos und kann auch in Höhenlagen und weniger optimalen Standorten angebaut werden. Ein vollschattiger Standort sollte allerdings vermieden werden. Die cremeweißen Doldenblüten erscheinen Ende Mai. Die Pflanze ist selbstfruchtbar. Zur besseren Befruchtung sind aber mehrere Sorten empfehlenswert.

Der Strauch wächst vor allem in die Breite. Liegen die Triebe auf dem Boden auf, bilden sich schnell Wurzeln. Diese bewurzelten Triebe können abgetrennt, etwas zurückgeschnitten und als Jungpflanze aufgeschult werden. Als Pflege genügen ein gelegentliches bodennahes Herausschneiden alter Triebe und ein Entfernen bewurzelter Bodentriebe, wenn diese zu stark in die Breite wachsen. Wer des Veredelns mächtig ist, kann die Apfelbeere auch als Stämmchen erziehen und z. B. auf eine Eberesche veredeln. In den Baumschulen sind diese Formen leider noch schwer erhältlich.

Von den Indianern zu „Energieriegeln“ verarbeitet
Die Früchte sind etwa erbsengroß, in der Reife schwarzblau und leicht wachsartig bereift. Der Saft färbt stark dunkelrot und wird vor allem im Osten in der Lebensmittelindustrie und für Obstkonserven verwertet. Im Hausgarten können die Früchte z. B. zur Gelee-, Marmeladenherstellung (auch in Mischung mit anderen Früchten - wie z. B. Holunder) oder zur Saftherstellung verwendet werden. Auch kandierte oder in Alkohol, bzw. Weinessig eingelegte Früchte schmecken gut. Eine Verwendung als Dörrobst ist ebenfalls möglich. Die Indianer Nordamerikas verkneteten die getrockneten Früchte mit Dörrfleisch und Fett zu Pemmikan, einer haltbaren Kraftnahrung für den Winter. Auch zum Tiefgefrieren sind die Früchte geeignet. Sie verändern nach dem Auftauen Gestalt und Verfärbung kaum. Leider sind auch die Vögel mittlerweile auf den Geschmack gekommen und nehmen die Früchte besonders nach den ersten Frösten gerne an, wenn die Bitterstoffe etwas abgebaut wurden.

Im Handel sind eine Reihe großfruchtiger Sorten wie `Nero`, `Viking` oder `Rubina` erhältlich.

Klein in der Frucht – Groß in der Wirkung
Im Osten Europas wird die Aronia schon lange als Volksmedizin geschätzt. Neue Untersuchungen ergaben, dass die Beeren einen extrem hohen Gehalt an Anthocyanen und Flavonoiden besitzen. Diese sog. Antioxidantien gelten als effektive Radikalfänger und eliminieren aggressive gesundheitsschädliche Stoffen, mit denen sich der menschliche Körper täglich auseinander setzen muss. Die Frucht hat zudem einen hohen Gehalt an Mineralstoffen wie Kalium, Kalzium, Eisen und Jod. Auch Vitamine wie z. B. Vitamin C, B1, B2 und Provitamin A sind reichlich in der Frucht vorhanden.

Positiv soll sich die Aronia z. B. gegen Arterienverkalkung, Bluthochdruck und bei Störungen des Nervensystems auswirken. Den Inhaltsstoffen der Aronia wird nachgesagt, die Abwehrkräfte des Körpers gegen Bakterien und Viren zu stärken und sich insgesamt positiv auf den Stoffwechsel auszuwirken. Auch in der Krebsvorsorge wird die Frucht intensiv diskutiert. Frischer Aroniasaft wird auch seit einiger Zeit in Reformhäusern angeboten.

Die Apfelbeere steht auch im Obstlehrgarten des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. Der Garten ist ab 1. April wieder geöffnet. Gruppenführungen sind ab 10 Personen möglich. Anmeldungen sind schon jetzt bei Kreisfachberater Thomas Neder am LRA Coburg möglich (Tel.: 09561 514341)

 
 

Ein neuer Star im Sortiment der Wildobstarten ist die Apfelbeere (Aronia melanocarpa).

Fotos: Thomas Neder