Rosenschönheiten, knackiges Gemüse und zauberhafte Gärten im Winter

Kreisverband Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. informiert seine Mitglieder über aktuelle Gartentrends
 

(TN) „Die Rose ist eine Pflanze um die man sich kümmern muss. Nur so einfach pflanzen, das geht nicht“, mit diesem Credo begann Klaus Körber aus Veitshöchheim seinen Vortrag zum Thema „Die Top Ten der Rosen“. „Pflege fängt bei der Düngung an“, so Körber. Aus seiner Erfahrung empfehle sich zum Zeitpunkt der Forsythienblüte die Gabe eines langsam fließenden organischen Düngers. Mitte Juni sei es dann Zeit für einen schnell verfügbaren mineralischen Dünger um die 2. Blüte zu stärken. Bei anhaltender Trockenheit sei der Einsatz eines Rosenflüssigdüngers sinnvoll. Damit die Rosentriebe gut ausreifen können, sollte ab August kein Stickstoff mehr gegeben werden. Eine leichte Gabe Patentkali im Herbst mache die Rosen widerstandsfähiger.

Robuste Rosensorten minimieren Pflanzenschutz
Die Auswahl der Rosen im Hausgarten sollte sich vor allem an robusten Sorten orientieren um den Pflanzenschutz zu minimieren. Bei der Vorstellung des aktuellen Kletterrosensortiments geriet Körber bei der weißen Ramblerrose `Girlande d´Amour`, oder der gelben `Teasing Georgia`, einer englischen Rose ins Schwärmen. Strauchrosen sollten laut Körber nur um etwa 1/3 zurückgeschnitten werden. Zur Steigerung der optischen Wirkung käme auch, wie in England üblich, eine Pflanzung im Dreierverband in Frage. Ganz oben auf seiner persönlichen Hitliste standen bei den Strauchrosen die Sorte `Angela` mit rosafarbenen schalenförmigen Blüten, die bekannte `Eden Rose` oder `Tornelle`, die Körber für die gesündeste rote Strauchrose hält. Bei den Beetrosen landeten die altrosa farbene `Leonardo da Vinci` und die rosa farbene `Pomponella` ganz weit oben.

Auffallende Rinden- und Aststrukturen als „Hingucker“
Zum Thema „Gartenzauber auch im Winter“ referierte Kreisfachberater Thomas Neder. „Das Auge ist in keiner Zeit so empfänglich für kleine Details wie in der kalten Jahreszeit“, so Neder. Leuchtende Jungtriebe verschiedener Hartriegelarten, auffallende Rindenstrukturen, wie bei Zimtahorn oder Goldbirke, brächten auch trübe Wintertage zum Leuchten. Gerade der diesjährige strenge Winter habe gezeigt, wie wichtig Früchte tragende Sträucher für die Vogelwelt sind. Sie dienten jedoch nicht nur als wertvolle Winternahrung, sondern erfreuten auch das Auge. Angefangen von den großfruchtigen Wildrosen, den aparten Zieräpfeln oder Wildobstarten wie Sanddorn, stünde hier eine große Palette an Arten zur Verfügung. Damit Stauden auch in der Winterszeit wirken können, müssten bei der Auswahl neben der Blütenfarbe auch Aspekte wie stabile, lang haltende Samenständen, leuchtende Triebe oder immergrüne Blätter beachtet werden. Mit Brandkraut, Kugeldistel, Bergenien, Reitgras, Elfenblume und Co stünden hier eine ganze Palette probater Arten zur Verfügung.

Professionelle Jungpflanzenanzucht auch im Hobbyanbau
„Eine gute Sorte ist schon der halbe Weg zu einer erfolgreichen Ernte im Gemüsegarten. Klasse statt Masse sei hier das Gebot der Stunde“, so Wolfgang Nixdorf. Appetit auf den Sommer machte das erlesene Spektrum empfehlenswerter Sorten, das der Gemüsespezialist den Gartenfreunden mit großer Fachkenntnis vorstellte. Die besonders zarten Blätter der Sorte `Jiska` kämen beim Kopfsalat der idealen Sorte schon sehr nahe. Viel zu selten werde seiner Meinung nach der öfter beerntbare und einfach zu kultivierende Schnittsalat angebaut. Hier stehe mit `Redlo` auch eine farblich attraktive Sorte zur Verfügung. Bei Blumenkohl komme es vor allem auf eine gute Selbstdeckung und Hitzetoleranz der Sorten an. Hier empfahl Nixdorf z. B. die Blumenkohlsorte `Chambord` und die Brokkolisorte `Agassi`. Bei Radies sei das große und würzige Radies `Rondeel` seit Jahren der Renner im Freiland. `Krakow F1` habe bei den Möhren die besten Lagereigenschaften, auch wenn die Kulturdauer mit 130-140 Tagen recht lang sei. Werde Paprika im Freien angebaut, seien längliche Typen dem sog. Blockpaprika vorzuziehen. Hier liege die grün-rote Sorte `Atris` auf den vorderen Plätzen. Bei Tomaten zählte Nixdorf die reich tragende Longlife Sorte `Vanessa` und die goldgelbe Cocktailtomate `Golden Pearl` zu seinen persönlichen Favoriten.

Für eine professionelle Pflanzenanzucht empfahl Nixdorf eine handliche Erdtopfpresse, mit der sich im Nu aus handelsüblichen Anzuchterden stabile Erdwürfel pressen lassen. Hierdurch falle das arbeitsintensive Pikieren weg und die Bewurzelung verlaufe optimal.

(Die aufgelisteten Gemüsesorten können z. B. unter www.garten-wn.de bestellt werden)

 
 

Für eine professionelle Pflanzenanzucht empfahl Nixdorf eine handliche Erdtopfpresse, mit der sich im Nu aus handelsüblichen Anzuchterden stabile Erdwürfel pressen lassen.

Fotos: Thomas Neder