Gartentipps für den Monat Januar
 

Verjüngungsschnitt von Ziersträuchern
(TN) Bei trockenem Wetter und Temperaturen über 5 Grad können Ziersträucher wie Weigelien, Kolkwitzien, Bauernjasmin oder Deutzien verjüngt werden. Hierzu nimmt man einen Teil der überalteten Triebe dicht über der Basis heraus und schafft jungen Trieben Platz zur Entwicklung. Das leider oft praktizierte Durchschneiden der Ziersträucher in halber Höhe, liefert hexenbesenartige Neuaustriebe, die sich nur noch schwer und mit viel Arbeitsaufwand kontrollieren lassen und zudem einen untypischen Pflanzenhabitus hinterlassen. Wird bei starkem Frost geschnitten, hinterlässt der Schnitt oft tiefe Risse, in die leicht Schadpilzen eindringen können. Winterliche Nässe sorgt speziell beim Obstbaumschnitt zudem häufig für eine Besiedlung mit Sporen des Obstbaumkrebses, einem gefürchteten Schadpilz.

Im zeitigen Frühjahr blühende Gehölze, wie Forsythien oder Zierjohannisbeeren, schneidet man am besten erst nach der Blüte. Sinnvoller Weise werden auch hier nur einzelne alte Triebe herausgenommen. Die langsam wachsenden Zaubernüsse und Magnolien verschont man am besten von Schnittmaßnahmen.

Schnitt bei Clematis
Frühjahrsblühende Clematis wie Clematis alpina oder Clematis montana schneidet man, wenn sie zu groß geworden sind oder verjüngt werden sollen, am besten erst nach der Blüte. Sommerblühende Clematis aus der Gruppe der robusten Clematis viticella können allerdings im zeitigen Frühjahr bis auf 30-50 cm zurückgeschnitten werden. Sie treiben in der Regel wieder willig aus und blühen erst ab Ende Juni bis September an den sich neu gebildeten Trieben. Acht geben sollte man bei starkem Schneckenbefall im zeitigen Frühjahr, da Schnecken sehr gerne die zarten jungen Triebe der Clematis anfressen.

Edelreiser schneiden
Edelreiser von Obstgehölzen können jetzt geschnitten und im kalt-feuchten Felsenkeller eingelagert werden. Die Reiser sollten jedoch nicht in feuchten Sand gesteckt werden, da sie sonst schnell antreiben und dann unbrauchbar werden.

Mit dem Schnitt von Kern- und Steinobst noch warten
Für den Erziehungs-, Erhaltungs- oder Verjüngungsschnitt von Kern- oder Steinobst ist es noch zu früh. Hier kann man sich bis zur Blüte Zeit lassen. Die Wunden verheilen dann besser und die Triebkraft als Reaktion auf den Schnitt wird gebremst. Dies ist besonders bei stark wachsenden Sorten wichtig.

Pflegemaßnahmen beim Beerenobst
Beerenobst, das nur flach wurzelt, ist für regelmäßige flächige Kompostgaben (ca. 3-5 l pro m2 ) dankbar. Passt die Witterung, können Johannisbeeren und Stachelbeeren schon jetzt ausgelichtet werden. Bei Johannisbeeren sollten die Triebe nicht älter als 4 Jahre werden, bei Stachelbeeren ist der Zenit bereit nach 3 Jahren überschritten.

Top Gemüsesorten schon jetzt aussuchen
Der ruhige Januar kann dazu genutzt werden um sich bei Gemüsesamen über aktuelle Trends zu informieren und gute Sorten mit Bedacht auszuwählen oder mit Muse zu bestellen. Interessante kleine Salatgurken für das Gewächshaus liefert z. B. die Mini Armomagurke `Printo` oder die Mini Schlangengurke `Lothar`. Eine hohe Toleranz gegen die gefürchtete Braunfäule sichert die Sorte `Phantasia`. Riesige, aber sehr schmackhafte Früchte mit festem Fruchtfleisch kann man von der Fleischtomate `Country Taste` ernten. Sehr schnittfeste Früchte produziert z. B. die Sorte `Agro`. Hochtolerant gegen die gefürchtete Rettichschwärze ist die Sorte `Neptun`. Ein Profi Radies der Extraklasse ist `Rondeel`. Es ist groß, knackig und wird kaum pelzig.

 
Die Früchte des Apfel- und Hahnendorn leuchten bis weit in den Winter. Sie sind eine beliebte Winternahrung für Drosseln oder Amseln. Ein Reihe von Kakteen sind auch bei uns winterhart. Hierzu gehört auch Opuntia macrocentra, die mit Schutz vor Winternässe auch den kalten Monaten trotzt.

Die Winter- oder Schneeheide ist mittlerweile in einer breiten Palette von Sorten und Formen im Handel erhältlich. Ihr leuchtendes Rot wirkt besonders mit einer Schneehaube sehr ansprechend.


Eine Reihe von Christrosen schiebt schon im Winter zur Freude der Gartenbesitzer ihre Blüten durch die Laubdecke.

 
 
Auch wenn Birken im Garten wegen ihres dichten Wurzelfilzes oft nicht beliebt sind, sorgen viele Arten, wie z.B. Betula ermanii, durch Struktur und Farbe ihrer Rinde für highlights.
Fotos: Thomas Neder