„Grüne Giganten“ der Dörfer
Heute bewundern – für das Morgen jetzt pflanzen
 

(TN) Großgrün in den Dörfern ist ein unverwechselbarer Bestandteil der Dorfkultur. Große Bäume prägen wohltuend den Charakter eines Dorfes. Sie fügen Gebäude gut in die Dorflandschaft ein, sorgen für grüne Säume an den Ortsrändern, sind Treffpunkt für alt und jung, spenden im Sommer kühlenden Schatten und bieten zahlreichen Vögeln und Insekten Lebensraum.

Bäume stellen ein Verbindungsglied zwischen Heute, Gestern und Morgen dar. Bei den Germanen galten Bäume als Sitz der Seelen und als Wohnsitz guter Geister. Nicht umsonst wurden Hausbäume ganz besonders verehrt und gepflegt.

Auch im Coburger Land gibt es sie noch, die grünen Giganten der Dörfer, auch wenn ihnen durch Infrastrukturmaßnahmen an manchen Standorten das Leben oft nicht gerade leicht gemacht wird.

Auch wenn sich der Erhalt der betagten Veteranen manchmal nicht einfach gestaltet, sollte aus Sicht der Ortsbildpflege alles versucht werden, die grünen Zeitzeugen so lange wie möglich und vertretbar zu erhalten. Wie bei älteren Geschöpfen üblich, sind auch bei Bäumen Pflegemaßnahmen notwendig. Diese Aufgaben gehören ausschließlich in die Hände fachkundiger Spezialisten mit Einfühlungsvermögen und Erfahrung.

Beispiele mächtiger Bäume in den Ortskernen oder an den Ortsrändern gibt es zum Glück noch eine ganze Reihe. Auch jetzt im Winter ohne Laubkleid sind die Giganten der Dörfer schon aus der Ferne imposante Erscheinungen. Nachfolgend einige Beispiele:

Die wohl mächtigste Platane im südlichen Landkreis steht am Ortsrand von Lahm im sog. Schlossplatz. Mit einem Stammumfang von mehreren Metern macht sie bereits aus der Ferne einen wuchtigen Eindruck. Die meisten Platanenarten stammen aus Nordamerika und wirken auch im Winter durch ihre sich in Platten ablösenden Rindenteile mit unterschiedlicher braunroter Färbung. Markant sind auch die kugeligen Fruchtstände, die bis zum Frühjahr in der Krone hängen.

Die Gerichtslinde im Ortszentrum von Unterlauter gehört zu den betagten grünen Zeitzeugen des Lautertals. Mächtig türmt sie sich hinter dem Kreuzstein auf und bildet einen grünen markanten Schirm in der Mitte der Ortschaft.

Die wohl älteste und mächtigste Kastanienallee im nördlichen Franken steht in der Umgebung des Wasserschlosses im Golddorf Moggenbrunn. Spektakulär wirken die weißen kerzenförmigen Blüten im Mai. Für einen eindrucksvollen goldenen Schleier sorgt das mächtige Laub im Herbst.

Zwei mächtige Wildbirnen markieren am Ortsausgang von Rossach Richtung Püchitz den Übergang vom Ortsrand zur offenen Feldflur und beeindrucken im Frühjahr durch ihr weißes Blütenkleid.

Obwohl die Linde vor der Kirche in Weißenbrunn v. Wald durch notwendige Baumpflegemaßnahmen etwas an Höhe verloren hat, ist sie auch im hohen Alter noch eine prägende grüne Erscheinung im Zentrum des Dorfes. Die sich im rückwärtigen Teil anschließenden alten Obstwiesen bilden einen weiteren Bestandteil des grünen Schirms in der Ortschaft

Um auch zukünftigen Generationen diese grünen Glanzpunkte in den Ortskernen oder an den Ortsrändern zu erhalten, muss natürlich auch heute an geeigneten Standorten gepflanzt werden. Zusammen mit seinen Gartenbauvereinen hat auch der Kreisverband Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. mit der Pflanzung einer Lindenzeile am Ortseingang von Seßlach im Jahre 2000 hierzu einen Beitrag geleistet. Eine weitere Baumreihe am Ortsrand von Fürth am Berg, dem diesjährigen Sieger im Kreiswettbewerb „ Das schönere Dorf – die schönere Stadt“, soll im Frühjahr als Teamwork von Kreisverband und Gartenbauvereinen gepflanzt werden. Als Baumlehrpfad soll sie der jungen Generation einen Überblick über die bei uns heimischen Baumarten vermitteln.

 
Die wohl älteste und mächtigste Kastanienallee im nördlichen Franken steht in der Umgebung des Wasserschlosses im Golddorf Moggenbrunn. Zwei mächtige Wildbirnen markieren am Ortsausgang von Rossach Richtung Püchitz den Übergang vom Ortsrand zur offenen Feldflur.
Die wohl mächtigste Platane im südlichen Landkreis steht
am Ortsrand von Lahm im sog. Schlossplatz.

Die Gerichtslinde im Ortszentrum von Unterlauter gehört zu den betagten grünen Zeitzeugen des Lautertals.

Fotos: Thomas Neder