Der Wurm im Apfel
Die Biologische Apfelwicklerbekämpfung im Hausgarten
 

(TN) Der Apfelwickler, auch Obstmade genannt, ist ein gefürchteter Apfelschädling. Besonders im Hausgarten gestaltet sich die Bekämpfung sehr schwierig. Befallen werden nicht nur Äpfel, sondern auch Birnen und Quitten.

Der Falter tritt in zwei Generationen auf. Nach einer Puppenruhe schlüpfen je nach Witterung Mitte bis Ende Mai die ersten Falter. Die Eiablage beginnt Anfang bis Mitte Juni. Die schlüpfenden Larven bohren sich in die Früchte und fressen sich bis zum Kerngehäuse durch. Die erwachsenen Larven wandern aus den Früchten, verpuppen sich und der Zyklus beginnt mit der 2. Generation ca. Ende August/ September erneut.
Der Flugbeginn der Falter kann mit handelsüblichen Pheromonfallen bestimmt werden. Für eine realistische Bekämpfung per se sind diese aber weniger geeignet.

Momentan stehen zwei biologische Varianten der Apfelwicklerbekämpfung zur Verfügung:

Trichogramma Schlupfwespen
Trichogramma Schlupfwespen sind winzige Nützlinge. Trichogramma cacoeciae, wie sie fachmännisch genannt wird, wird in Form kleiner Kärtchen ausgebracht. Hierauf befinden sich bis zu 2000 Schlupfwespen in verschiedenen Altersstufen. Diese suchen gezielt die Gelege der Apfelwickler parasitieren sie und verhindern somit ein Ausschlüpfen der Schädlinge. Je nach Sorte werden 4 (Frühsorte) bis 6 (Spätsorte) Freilassungen im Abstand von 2 bis 3 Wochen nötig. In einer Spindelanlage wird ca. an jedem 2. Baum eine Karte angebracht. Bei Halb- und Hochstämmen rechnet man mit zwei bis drei dieser Karten.
Die kleine Schlupfwespe wird auch gegen den Apfelschalenwickler, und den Pflaumenwickler eingesetzt.
Zur Verbesserung des Erfolges wird eine Behandlung mit Nematoden (Steinernema feltiae) im Herbst nach der Ernte oder im zeitigen Frühjahr empfohlen, wenn die Larven des Schädlings noch im Boden überwintern.

Granuloseviren
Granuloseviren gegen den Apfelwickler sind im Handel unter Madex3, Granupom oder Granupom 3 erhältlich. Es handelt sich hierbei um ein selektives Pflanzenschutzmittel auf Basis eines natürlich vorkommenden Krankheitserregers
Der erste Einsatz erfolgt am besten schon zum Zeitpunkt der Eiablage. Das Präparat wird mit der Rückspritze in der angegebenen Konzentration ausgebracht. Der Einsatz sollte nach ca. 6-8 sonnigen Tagen wiederholt werden. Pro Generation rechnet man ca. 3 Behandlungen.
Beide Varianten werden zur Zeit im Obstlehrgarten des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege am LRA getestet.

Bezugsadresse Granuloseviren:

Biofa AG
www.bio-farming.com
Tel.:07381/93540

Bezugsadresse Schlupfwespe:
Sautter&Stepper
Rosenstraße 19
72119 Ammerbuch-Altingen
www.nuetzlinge.de
Tel.:07032957830

 
 
Trichogramma Schlupfwespen sind winzige Nützlinge. Sie parasitieren die Eier des Apfelwicklers und werden in Form kleiner Kärtchen ausgebracht.
Fotos: Thomas Neder