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Die Allackerbeere (Rubus arcticus var. stellarcticus) ist ein mehrjähriger
krautiger Bodendecker. Sie wird auch schwedische Ackerbeere, Arktische
Brombeere oder Arktische Himbeere genannt. Das urgesunde Wildobst
fruchtet momentan im Obstlehrgarten des Kreisverbandes Coburg für
Gartenbau und Landespflege e. V. am Landratsamt in Coburg.
Die Heimat der Allackerbeere liegt im hohen Norden. Sie kommt in
Finnland und dem Norden Schwedens, in Nordrussland China und in
Korea vor. Durch die Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft
gehen die Bestände an den Naturstandorten merklich zurück.
Ihre rosa farbenen Blüten erinnern etwas an den Farbton von
Geranium endressii und leuchten im Juni aus dem dichten Pflanzenteppich,
der sich im Laufe der Jahre bildet. Wegen der interessanten Blüte
kann man sie auch gestalterisch gut verwenden.
Die Pflanze breitet sich vegetativ über Wurzelsprosse aus,
weshalb man sie leicht teilen kann. Die Blätter sind wechselständig
und bei spärlicher Behaarung dreiteilig gefiedert.
Die dornenlose kriechende Wildbeere wird ca. 10 bis 30 cm hoch
und eignet sich sehr gut als Bodendecker. Sonnige bis halbschattige
Standorte bieten sich als Standort am besten an. Da die Allackerbeere
im Winter oberirdisch zurückfriert, entfallen Schnittmaßnahmen.
Für die Pflanzung reichen 4 bis 6 Exemplare pro m2 aus. Die
Bestände werden im Laufe der Zeit von selbst immer dichter
und schließen nach 2-3 Jahren die Lücken. Obwohl die
Allackerbeere in ihrer Heimat saure, feuchte Standorte, wie feuchte
Heiden, Sumpfwiesen oder zeitweilig überschwemmte Fichtenmoorwälder
bevorzugt, wächst sie nach mehrjährigen Erfahrungen am
Obstlehrgarten in Coburg auch auf kompostreichen Substraten, die
mit einer leichten Rindenmulchschicht abgedeckt sind und in den
trockenen Sommermonaten bewässert werden. Die Pflanze ist absolut
frosthart. Winterschutz ist daher nicht notwendig. Stehen Ahornarten
in der Nähe, fallen die geteilten Blätter der aufgehenden
Ahornsämlinge im dichten Pflanzenteppich der Allackerbeere
kaum auf. Um die Gehölzsämlinge nicht allzu fest einwurzeln
zu lassen, sollte der Bestand gelegentlich kontrolliert werden.
Pflanzenschutzprobleme sind bis dato nicht weiter bekannt.
Die Früchte, bräunlich purpurrote Sammelsteinfrüchte,
reifen im Juni und Juli. Sie erinnern etwas an kleine Brombeeren
und verstecken sich teilweise unter dem Laub. Anfangs recht sauer,
entwickeln sie bei Vollreife ein wunderbares Aroma, so dass sich
die etwas mühsame Ernte der kleinen Früchte doch lohnt.
In Skandinavien gelten sie als Delikatesse. Sie werden auch zu Marmelade
verarbeitet, oder zur Likör- und Saftbereitung verwen¬det.
Die getrockneten Blätter können auch für Tee verwendet
werden.
Die Früchte der Allackerbeere enthalten viel Ellagitannine,
eine Gruppe von Gerbstoffen, die in saurer Umgebung in Ellagsäure
übergehen. Unter allen pytochemischen Bestandteilen, die zahlreich
im Beerenobst enthalten sind, gilt Ellagsäure als Bestandteil
mit der größten krebshemmenden Wirkung.
Die Blüten werden von Insekten bestäubt oder sind auch
selbstbestäubend. Zur besseren Befruch¬tung empfiehlt sich
die Pflanzung verschiedener Sorten. Momentan sind z. B. die Sorten
`Linda`, `Beata` und `Sofia` im Handel. Die Sorten unterscheiden
sich nur unwesentlich. Zur besseren Fruchtbildung sollten zumindest
zwei unterschiedliche Sorten zusammen gepflanzt werden.
Gelegentlich wird die Allackerbeere mit der Moltebeere (Rubus chamaemorus)
verwechselt. Diese blüht aber weiß und trägt gelborange
Beeren.
Am 30. Juni findet um 15 Uhr eine angemeldete Fachführung
durch den Kreislehrgarten statt. Interessierte Gartenfreunde können
spontan vorbeischauen und sich der Führung anschließen.
Bezugsquellen Allackerbeere:
Kayser & Seibert
Odenwälder Pflanzenkulturen
Wilhelm-Leuschner-Strasse 85
64380 Rossdorf
Telefon: 06154 - 90 68
Telefax: 06154 - 82 06 9
E-mail: info@kayserundseibert.de
WundersGartenwelt.de
Stephan Wunder
W.-Külz-Str. 18
D-99084 Erfurt
Tel.: 0163 8 72 72 53
Fax: 0355 28925 89 2090
E-Mail: info@wundersgartenwelt.de
Shop: www.wundersgartenwelt.de
Gärtnerei NATURWUCHS
Inh.: Thomas Reichelt
Bardenhorst 15
D-33739 Bielefeld
Tel 0521/988 1778
Fax 0521/988 1779
Baumschule Brenninger
Hofstarring 2
84439 Steinkirchen
Telefon 08084 - 259901
Telefax 08084 - 259909
E-Mail: baumschule@brenninger.de
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