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(TN) Wegen des kalten Frühjahrs hat sich die Vermehrung der
Blattläuse lange in Grenzen gehalten. Jetzt mit Beginn des
Sommers bauen sich die Blattlausbestände schnell wieder auf.
Aber auch ihre natürlichen Gegenspieler wie Marienkäfer,
Florfliegen und Blumenwanzen vermehren sich jetzt sehr schnell,
da der Tisch nun reichlich für sie gedeckt ist.
Oft bleibt dem Gartenfreund ihr geheimes Wirken verborgen. Schaut
man sich jetzt aber gezielt die Unterseite von Blattläusen
befallener Blätter an, erkennt man vielfach die gelben in kleineren
Gruppen abgesetzten Eier der Marienkäfer. Ein Marienkäferweibchen
legt davon bis zu 400 in Gruppen von 10 bis 60 Stück ab. Das
Ei des Marienkäfers sitzt im Gegensatz zum abgeplatteten Ei
des Kohlweißlings auf der Spitze und ist nicht gerippt. Unmittelbar
nach dem Schlüpfen machen sich die jungen gefräßigen
Larven des Marienkäfers auf Blattlausjagd. Alleine in ihrer
30 bis 60 tägigen Larvenzeit kann einer der jungen Jäger
bis zu 3000 Blattläuse vertilgen. Auch ein erwachsener Käfer
bringt es immerhin auf bis zu 50 Blattläuse pro Tag.
Ihre Arbeit ist so effektiv, dass der Gartenfreund in den allermeisten
Fällen, so er einige deformierte Triebspitzen oder Blätter
in Kauf nimmt, auf Insektizide im Hausgarten verzichten kann. Diese
schädigen oft auch die Nützlinge und bringen damit den
ganzen in Fluss kommenden natürlichen Regelmechanismus wieder
durcheinander. Beim Apfelbuschobst kann zudem durch mehrmaliges
Pinzieren befallener Triebspitzen mechanisch der Befall reduziert
werden, was vor allem bei der mehligen Apfellaus sinnvoll ist.
Etwas unscheinbarer ist die Larve der Schwebfliege, die jetzt auch
vermehrt in Blattlausbeständen auftaucht. Die schlüpfenden
Larven sind kopf- und beinlos und bewegen sich spannerartig. Um
ihre galertartige Außenhülle vor Austrocknung zu schützen,
gehen sie erst in der Dämmerung auf Blattlausjagd. Mit Hilfe
eines Mundstachels werden die Beutetiere sicher gepackt, und ausgesaugt.
Je nach Nahrungsangebot sind im Laufe eines Jahres mehrere Generationen
möglich. Bei einigen Arten überwintern die Larven, bei
anderen wiederum die befruchteten Weibchen. Die erwachsenen Schwebfliegen
sind als Könige der Lüfte zu akrobatischen Flugmanövern
fähig. Unverkennbar ist ihr schneller schwirrender Flügelschlag.
Ihr wendiger Flug ist sehr kraftraubend. Sie müssen deshalb
ihre Energiereserven mit Hilfe von Nektar und Pollen ständig
auftanken. Pflanzen mit leicht zugänglichen Nektarien werden
hierzu besonders gerne angeflogen. Im Garten saugen Schwebfliegen
mit Vorliebe an Doldenblütlern wie Fenchel, Dill und Petersilie.
Aber auch Goldruten, Margeriten, Strohblumen oder Veronicaarten
werden gerne besucht. Mohn und nicht gefüllte Rosenarten dienen
z. B. als Pollenlieferanten.
Ein Garten nach dem typischen Muster eines klassischen Bauerngartens
mit einem bunten Miteinander von Nutz- und Zierpflanzen bietet die
besten Voraussetzungen für ein reiches Vorkommen von Nützlingen
und schafft die Basis für funktionierende natürliche Regelmechanismen.
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