„Rasen-Bokashi“ –Vollwertkost für den Boden
 

(TN) Die reichlichen Niederschläge der letzten Zeit lassen den Rasen in diesem Jahr ungewöhnlich stark und schnell wachsen. Bald stellt sich nach der Mahd des Rasens die Frage: Wohin mit dem Mähgut? Betrachtet man die Nährstoffgehalte des Rasen, so sind diese als sehr ausgewogen einzustufen. Auch das Verhältnis zwischen Kohlenstoff und Stickstoff, das sog. C:N Verhältnis, steht in guter Relation. Rasenschnitt ist somit wertvolles organisches Material, das sich auch im Garten wieder einsetzen lässt, sei es als konventionelle dünne Mulchschicht unter Gehölzstreifen, dünn mit Holzhäcksel dem Kompost beigemischt oder auf dem Gemüsebeet. Leider fault Gras, wenn es zu dick aufgetragen wird schnell, und wirkt anziehend auf Schnecken.

Eine interessante Alternative ist die Herstellung von Rasen-Bokashi. Bokashi ist ein japanischer Ausdruck und bedeutet fermentiertes organisches Material. Das süß-sauer riechende Endprodukt lässt sich ideal als Mulchmaterial einsetzen und wird von Schnecken gemieden. Als dickere Schicht aufgetragen, wirkt es auch unkrauthemmend, indem es keimende und noch feine Unkräuter verätzt. Von zarten und empfindlichen Pflanzen sollte daher etwas Abstand gehalten werden. Bei robusten Rosenstöcke etc. kann man ruhig bis an den Wurzelhals heran mulchen.

Zur Herstellung von Rasen-Bokashi wird der Rasen vor oder auch nach dem Schnitt gleichmäßig mit einer verdünnten Lösung aus effektiven Mikroorganismen (EMa genannt) befeuchtet, bevor er anschließend luftdicht in einem festen Plastiksack verpackt, für ca. 4-6 Wochen an schattiger Stelle reifen darf. Zum Besprühen des Rasens reichen für 100 m2 etwa 3-4 Verschlusskappen der handelsüblichen Flaschen aus. Der nach dem Einpacken in einem Plastiksack stattfindende Säuerungsprozess ist vergleichbar mit der Herstellung von milchsauer eingelegtem Gemüse, wie es schon seit alters her bekannt ist. Unter Luftabschluss entsteht durch die Arbeit der effektiven Mikroorganismen vitaminreiches, antioxidatives hochwertiges Material, das als „Vollwertkost“ für den Boden sehr belebend ist. Luftdicht verschlossen, ist die Mischung für einige Monate haltbar. Wenn man den Sack nach der Reifephase öffnet, riecht der Rasenschnitt ähnlich wie Sauerkraut süß-sauer, aber noch etwas würziger. Ist der Sack, in dem die Gras-Silage reift, ganz luftdicht, kann das wertvolle Mulchmaterial bis zu einem Jahr aufbewahrt werden.

Der Begriff effektive Mikroorganismen stammt aus Japan und geht auf Gartenbauprofessor Prof. Teruo Higa zurück. Auf der Suche nach Möglichkeiten zur Verbesserung des Pflanzenwachstums, der Pflanzengesundheit und dem Verzicht auf Agrochemie entwickelte er eine wirkungsvolle gesundheitsfördernde Mischung aus Pilzen, Bakterien und Hefen. Diese ausgetüftelte Urlösung, EM1 genannt, lässt sich über den Handel beziehen und mit Zuckermelasse und Wasser bei Temperaturen von etwa 30 in einem einfachen Gärgefäß zu sogenanntem EMa vermehren und dann im Garten einsetzen. Verwendet kann nat. auch die Urlösung.

Prinzipiell kann man den Rasenschnitt zum Mulchen auch direkt auf die Beete bringen und dann mit EM Verdünnung abgießen. Gibt man genügend EMa, funktioniert auch diese Vorgehensweise ohne dass Fäulnis eintritt. Sicherer und besser ist aber die anfangs beschriebene Variante des Reifens im luftdichten Sack.

Die Herstellung von Rasen Bokashi ist nur eine der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten effektiver Mikroorganismen. Ideal ist auch das Ausbringen einer verdünnten Lösung vor oder bei Regen auf Gemüsebeete, oder unter Obstgehölzen etc. Der mehrmalige Einsatz führt zu einer spürbaren Aktivierung und Vermehrung regenerativer Mikroorganismen und wirkt sich positiv auf das Pflanzenwachstum und die Pflanzengesundheit aus.

Bezugsquelle:
EM - Technologiezentrum Süd GmbH
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Unbehandelter Rasenschnitt sollte zum Abmulchen nur dünn aufgetragen werden. Liegt er zu dicht, fängt er an zu faulen.

Fertiges Rasenbokashi (links) riecht süß-säuerlich und wird von Schnecken gemieden. Rechts: Normaler unbehandelter Grasmulch.


Nachdem der Rasenschnitt mit einer verdünnten Lösung effektiver Mikroorganismen besprüht wurde, kommt er zum Reifen in einen festen Plastiksack.
Fotos: Thomas Neder