|
(TN) Pünktlich zum Auftakt der Rosenblüte machte sich
der Kreisverband Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V.
mit einer Reisegruppe begeisterter Rosenfreunde auf in die Berg-
und Rosenstadt Sangerhausen. 2. Vorsitzender Siegfried Wittmann,
3. Vorsitzende Annette Eppler und Kreisfachberater Thomas Neder
konnten zur Tagesfahrt des Kreisverbandes 48 begeisterte Rosenfreunde
begrüßen.
Trotz des plötzlichen Temperaturstures und des bisweilen einsetzenden
Regens zeigten sich die Freunde „der Königin der Blumen“
beeindruckt von der riesigen Sortenpalette im Rosarium, das nach
Angaben des Betreibers die größte Rosensammlung der Welt
beherbergt. Auch in Sangerhausen machte sich das kühle Frühjahr
bemerkbar. Drei Wochen später als sonst sei die Rosenblüten
in diesem Jahr nach Angaben der Gartenleitung. Auf 13 ha findet
der Besucher die unglaubliche Zahl von 8300 Sorten. Die Sammlung
beherbergt nicht nur neue aktuelle Rosensorten, sondern geht bis
weit ins Altertum zurück. Mit viel Systematik und Hintergrundwissen
ist die riesige Formenvielfalt nach Abstammung und geschichtlicher
Entwicklung zusammengefasst. Albarosen, Bourbonrosen, Floribundarosen
oder Remontantrosen - für jeden Geschmack hatte Europas größtes
Rosarium etwas zu bieten.
Viele neue Ideen für zu Hause lieferte die fachmännische
Führung durch die Anlage.
Schnell fiel den Coburger Gartenfreunden auf, dass im Sangerhausener
Europa Rosarium extrem stark und konsequent zurück geschnitten
wird, was von den Fachleuten mit der Förderung der Pflanzengesundheit
begründet wird. Langstielige Teehybriden werden sogar auf nur
5 mm über dem Astring zurück geschnitten. Auch bei Kletterrosen
setzt man mutig auf den Einsatz der Gartenschere. Konsequent werden
hier die verblühten Triebe des letzten Jahres entfernt und
das Jungholz herangezogen. Dreiteilige Holzpyramiden, die als Kletterhilfe
dienen, bilden an vielen Stellen der Anlage ein wirkungsvolles vertikales
blühendes Ausrufezeichen. Ist die erste Blüte abgeblüht,
wird mit viel Sorgfalt auf das erste. nach außen weißende
voll entwickelte Blatt, zurückgeschnitten. Nach dem Schnitt
des Triebes wird auch dies entfernt. Da eine Mulchauflage viel Stickstoff
fixiert, und das Lockern des Bodens erschwert wird, hält man
nach historischem Vorbild der Boden offen und verzichtet auf Rindenmulch.
Auch von der normalerweise nach der ersten Blüte verabreichten
Düngung zur Ausbildung des zweiten Flors hält man in Sangerhausen
nicht viel. Dies wird im Kontext des dort herrschenden Lokalklimas
mit einer mangelnden Ausreife der neuen Triebe begründet. Als
biologisches Hausmittel zur Vorbeugung von Pilzkrankheiten empfahl
man versuchsweise folgende Rezeptur: Ein Stück Backhefe in
einem Liter Wasser auflösen, einen Tag stehen lassen und dann
mit weiteren vier Liter Wasser verdünnen. Die Suspension dann
alle zwei Wochen auf die Rosen sprühen.
Ein Besuch der Altstadt mit Besuch markanter historischer Plätze
und der Ulrich Kirche, einer ludowigischen Gedächtniskirche,
deren architektonisches Vorbild die Klosterkirche Marciguy-sur-Loire
in Burgund war, rundete die erlebnisreiche Tagesfahrt ab.
|