Stadt- Dorfbaum – quo vadis?
 

(TN) Bäume in der Stadt und in stark versiegelten Bereichen der Dörfer haben es infolge des Klimawandels immer schwerer. Stress, bedingt durch Trockenheit, bringt die Bäume in eine Art Teufelskreis. Durch den gestörten Wasserhaushalt können notwendige Stoffwechselvorgänge nur mit Mühe aufrecht erhalten werden, sind aber notwendig um vital zu und gesund zu bleiben. Schädlinge und Schaderreger haben bei derart geschwächten Pflanzen ein leichtes Spiel und verdrängen langsam aber sicher immer mehr heimische Arten aus dem gewohnten Dorfbild. Verticillium, Phytophtora, Pseudomonas, Feuerbrand, Citrusbockkäfer … groß ist die Schar der momentan gefürchteten Krankheiten und Schaderreger, die unser heimischen Dorfbäume plagen.

Auf der Suche nach robusten Arten, forschen Fachleute im südosteuropäischen Raum bis in den hinteren Kaukasus nach Baumarten, die auch in Zukunft in unseren Städten und Dörfern gut wachsen sollen. Ein Reihe vielversprechender Baumarten kommt aus Klimaregionen mit heißen, trockenen Sommern und kalten Wintern. Auf der Suche nach dem Grün der Zukunft ist man auch im nordamerikanischen und asiatischem Raum unterwegs. Ein Projekt unter dem Titel „Stadtgrün 2021“, dem sich die LWG Veitshöchheim verschrieben hat, soll eine Antwort auf die Frage: „… und würde heute die Welt untergehen, so würde ich trotzdem noch heute einen Baum pflanzen – aber welchen? liefern.

Baumfachmann Klaus Körber, der auch den Coburger Gartenfreunde durch seine Vorträge beim Kreisverband bekannt ist, stellte Fachleuten aus ganz Bayern eine Liste möglicher Zukunftsbäume in Veitshöchheim vor.

Zu den Top Ten möglicher neuer Bäume zählen momentan Arten wie Acer buergerianum (Dreispitzahorn), Acer monspessulanum (französicher Ahorn) oder die Purpurerle (Alnus spaethii). Unter den heimischen Baumarten setzt man vor allem auf Acer campestre `Elsrijk` einer mehltautoleranten Auslese des Feldahorns. Bei den Linden gilt Tilia tomentosa die Silberlinde als am robustesten. Ansonsten wird man sich möglicherweise an neue Namen wie Ostyra carpinifolia (Hopfenbuche), Parrotia persica (Eisenholzbaum), Sophora japonica (Perlschnur- oder Honigbaum), oder Celtis australis (Zürgelbaum) gewöhnen müssen.

Ein Versuch, der parallel in drei verschiedenen bayerischen Städten mit ausgeprägtem Klima durchgeführt wird, soll zeigen inwieweit sich die bisherigen Kandidaten bewähren und Rekordsommer wie 2003 unbeschadet überleben können.
Zu den Versuchsstandorten gehören Würzburg mit überdurchschnittlichen langen Trockenperioden, Hof, das als „bayerisch Sibirien bekannt ist, und Kempten, das sich durch ein gemäßigtes Voralpenklima mit ausreichend Niederschlägen auszeichnet.

 


Die Baummagnolie blüht nicht nur fantastisch, sondern gilt als robust und gesund. Wichtig ist ein Stammschutz in den ersten Jahren.


Der Perschnur- oder Honigbaum zählt zu den Top Ten Gehölzen für Hitze und Trockenheit.
 

 

Fotos: Thomas Neder