Korbiniansapfel soll an Korbian Aigner erinnern
 

(TN) Pfarrer Korbinian Aigner war der erste Präsident des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege e. V. Als engagierter Vorsitzender ermöglichte er die Wiedergründung des Dachverbandes der Obst- und Gartenbauvereine in Bayern. In Erinnerung an seinen 125 jährigen Geburtstag und sein segensreiches Wirken pflanzte Landrat Michael Busch, 1. Vorsitzender des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e. V. zusammen mit Kreisfachberater Thomas Neder einen Korbiniansapfel am Landratsamt.
Pfarrer Korbinian Aigner widmete sich neben seinem Beruf als Geistlicher mit Leidenschaft der Kultur und der Züchtung von Obstbäumen. Nachdem er 1939 wegen kritischer Bemerkungen über das Nazi-Regime verhaftet wurde und im KZ Dachau interniert war, legte er 1944 zwischen den Wohnstätten des Lagers eine winzige Baumschule an. Kurz vor Kriegsende gelang es ihm, einige Apfelsämlinge aus dem Lager zu schmuggeln. Mit seinen Leidensgefährten verließ er 1945 das Lager, setzte sich unterwegs ab und ging heim nach Hohenbercha, wo er seine Tätigkeit wieder aufnahm. Vier der geretteten Sämlinge entwickelten sich gut. Besonders Nummer 3 seiner `KZ-Äpfel`, wie Aigner sie nannte, kam seinen Vorstellungen sehr nahe und wurde weiterkultiviert.
Bereits seit vielen Jahren steht und gedeiht der Korbiniansapfel im Obstmuttergarten des Kreisverbandes am Ortsrand von Einberg.
Veredlungsreiser des Korbiniansapfels können im Rahmen der Reiseraktion des Kreisverbandes bestellt werden. Ansprechpartner sind die Vorsitzenden der Obst- und Gartenbauvereine, die gegen Jahresende von der Geschäftsstelle des Kreisverbandes die Edelreiserliste erhalten.