Die Mispel - ein uraltes gesundes Wildobstgehölz
 

(TN) Wenn die letzten Äpfel und Quitten vom Baum gefallen sind, gibt es eine Wildobstart, die ähnlich wie die herbe Schlehe, ihre Früchte noch weit bis in die Advents- und Weihnachtszeit hinein am Baum bzw. am Strauch behält – es ist die fast vergessene Mispel.

Mispeln kamen vor etwa 2000 Jahren über die Alpen zu uns und wurden schon lange in der Volksheilkunde verwendet. Der Strauch ist selbstfruchtbar und gilt als gute Bienenweide. Durch die schalenförmigen weißen Blüten wirkt er sehr apart und kann auch als Zier- oder Solitärstrauch gepflanzt werden. Die auffallenden Früchte, die bis lange in den Winter am Strauch hängen bleiben, verleihen ihm ein interessantes Erscheinungsbild.

Mispeln bevorzugen einen eher trockenen und kalkhaltigen Standort. Mispeln sind als Jungpflanzen etwas frostgefährdet, im Alter sind sie völlig frosthart.

Ungeschnitten entwickelt sich ein baumartiger Strauch mit sparrigem Wuchs. Mispeln wachsen relativ langsam. Da die Triebe leicht verkahlen, können dezente Korrekturschnitte sinnvoll sein.

Ähnlich wie der Speierling, werden sie als Zusatz zum Apfelwein verwendet. Durch ihren hohen Pektingehalt verleihen sie Marmeladen eine ausgeprägtere Gelierkraft. Die Früchte können auch in eine Zucker-Essiglösung eingelegt werden. Wer sich von bitteren Gerbstoffen nicht abschrecken lässt, kann nach den ersten Frösten die Früchte auch frisch vom Baum naschen. Hier ist aber etwas Vorsicht geboten, da sich im Innern eine Reihe großer harter Kerne befinden.

 

 
Foto: Neder