Kulinarisches und Informatives rund um die Quitte
 

(TN) Im Vorfeld des geplanten Quittenlehrpfades rund um den Gleußener Ortsrand, mit dem im Frühjahr begonnen werden soll, gab es zum Ausklang des Gartenjahres Kulinarisches und Informatives rund um die Quitte.

Kreisfachberater Thomas Neder unterstrich in seinem Fachvortrag die Bedeutung, welche die Quitte schon im Altertum hatte. Die Quitte sei schon seit über 4000 Jahren bekannt. Nach Olivier de Serres, der als Vater der Landwirtschaft in Frankreich (1539- 1619) gilt, zählt die Quitte zu den besten und am vielseitigsten verwertbaren Früchten. Auch wenn sie im heutigen Erwerbsobstbau nur eine kleine Nische besetze, sei sie für den experimentierfreudigen Gartenfreund eine wahre Fundgrube köstlicher Verwertungsmöglichkeiten. „Die Quitte zählt zu den Rosengewächsen und ist botanisch und vom Nutzwert her sehr ähnlich zur Gattung Chaenomeles (Zierquitte)“, so Neder. Mit bis zu 100 Jahre könne sie sehr alt werden und ein Bindeglied zwischen gestern, heute und morgen darstellen. Mit der späten Blüte im Mai oder Juni sei sie kaum frostgefährdet und stelle nach der Hauptblüte der Obstgehölze eine interessante Blütenweide dar. Die meisten Sorten seien selbstfruchtbar. Die Unterteilung erfolge nach Apfel- und Birnenquitten. „Birnenquitten gelten als saftiger, weicher und ärmer an Steinzellen. Apfelquitten sind härter, trockener aber aromatischer. Der Flaum soll vor jeder Verwertung entfernt werden. Die Quitte ist reich an Vitamin C und enthält viele Pektine und Phenole, die entzündungshemmend wirken. Früher wurde die Quitte von den Ärzten als Gegenmittel bei Vergiftungen verabreicht. Wo Birnen wachsen können, gedeihen auch Quitten. Im Idealfall ist der Boden mittelschwer, humus- und nährstoffreich. Junge Quitten sind frostempfindlich, daher soll die Pflanzung besser im Frühjahr stattfinden. Ohne Schnitt stellt sich ein strauchartiger Wuchs ein. Mit Schnitt wächst die Quitte baumartig, ähnlich wie die Birne. Außerhalb von Warmlagen gedeiht sie auch als Wandspalier. Der Nährstoffbedarf ist sehr gering. Wegen der sehr flach streichenden Wurzeln, soll man daher auf tiefe Hackarbeiten etc. verzichten, so der Kreisfachberater.

Im Anschluss an den fachlichen Teil servierten die Gleußener Landfrauen ihren Besuchern ein mehrgängiges Menü aus leckeren Quittenköstlichkeiten. Quittensuppe, Quittenauflauf, Quittenquiche, Quittenkuchen, Quittenpralinen und Quittenlikör vermittelten einen kleinen aber nachhaltigen Eindruck von dem, was sich aus dem Wollapfel oder der Schmeckbirne, wie die Quitte früher auch genannt wurde, alles zaubern lässt.

Im Anschluss an den fachlichen Teil servierten die Gleußener Landfrauen ihren Besuchern ein mehrgängiges Menü aus leckeren Quittenköstlichkeiten.
Foto: Thomas Neder