Gartentipps für den Monat September
 

Sommerveredlung und Sommerschnitt bringen Vorteile
(TN) Wer keine Möglichkeit hat, Edelreiser einzulagern und dennoch gerne veredelt, kann es jetzt im September mit der Sommerveredlung versuchen. Hierzu können die einjährigen gesunden Veredlungstriebe aus der gut belichteten Kronenpartie direkt vom „Mutterbaum“ geschnitten und nach dem Entblättern unmittelbar auf die Unterlage veredelt werden. Um ein Austrocknen des Edelreises zu vermeiden, kann das veredelte Reis auf ganzer Länge dünn mit Veredlungswachs eingestrichen werden. Eine andere Alternative ist das Umwickeln des ganzen Veredlungskopfes mit einer leicht perforierten Plastiktüte. Die Sommerveredlung ist besonders auch bei Kirschen interessant, da eine gute Lagerung der sensiblen Kirschreiser ohne die technischen Hilfsmittel eines Kühllagers nur schwer zu bewerkstelligen ist.

Johannisbeeren durch Steckhölzer vermehren
Gut vermehren lassen sich jetzt im September auch Johannisbeeren mittels Steckhölzer. Hierzu verwendet man einjährige ausgereifte Triebe. Diese werden entblättert, anschließend auf 25 cm lange Stücke geschnitten und bis zum obersten Auge in die Erde gesteckt.

Sommerschnitt von Beerenobst
Stachelbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren können jetzt nach der Ernte ausgelichtet werden. Bei Brombeeren sollten jetzt zur Reifezeit die Seitentriebe der jungen Triebe auf 2-3 Augen eingekürzt werden. Aus den Blattachseln entstehen im nächsten Jahr die Blütentriebe. Als besonders reich tragend hat sich im Obstlehrgarten die Sorte `Chester Thornless` erwiesen. Die schottische Züchtung reift relativ spät und verlängert das Erntefenster Richtung Herbst.

Spalierobst wird jetzt zum letzten mal pinziert. Apfelfrühsorten und Steinobst eignen sich ebenfalls gut für einen Sommerschnitt. Ein Schnitt in der Vegetationsphase bremst, auch wenn er vielleicht etwas Überwindung kostet, im Gegensatz zu einem frühen Winterschnitt das Wachstum und gibt dem Baum die Möglichkeit, entstandene Wunden besser zu verheilen. Zudem lässt es sich im belaubten Zustand recht gut beurteilen, wie dicht die Krone des Baumes nach dem Schnitt wirklich ist. Die alte Gärtnerweisheit, dass man nach dem Schnitt in der Lage sein sollte, durch die Krone einen Hut zu werfen, stimmt auch heute noch. Je besser Blätter in der Krone abtrocknen, desto erfolgsversprechender sind die Vorraussetzungen für einen gesunden Wuchs.

Fallobst beseitigen
Wurmstichiges und mit Fruchtfäule befallenes Fallobst sollte regelmäßig aufgesammelt und entsorgt werden um das Potential pilzlicher und tierischer Schaderreger in der Anlage zu reduzieren. Eine gute und effektive Methode zur wirkungsvollen Beseitigung von Fallobst ist das Vergraben.

Vogelschutznetze einsetzen
Pünktlich zur Erntezeit stellen sich in der letzten Zeit auch verstärkt Vögel in den Gartenkulturen ein. Wer seine Ernte für sich behalten möchte, kann auf den Einsatz von Vogelschutznetzen zurückgreifen. Hier sollte auf die Maschenweite geachtet werden, vor allem wenn man kleine Vogelarten, wie Meisen etc. abhalten möchte. Blaue Netze bieten zwar auch keine Garantie, dass sich Vögel darin verfangen können, scheinen aber besser geeignet zu sein, als grüne Varianten. Werden Weinreben eingenetzt, sollte man in der Traubenzone am besten gleich ein Wespenschutznetz verwenden. Dies wird vor allem in der Traubenzone eingesetzt und sollte dicht angebracht werden, da sich „Hintereingänge“ schnell unter den ungebetenen Naschern herumsprechen.

Geranien selbst vermehren
Wer sich die Mühe machen und Geranien vermehren will, kann es jetzt noch mit Geranienstecklingen versuchen. Multipaletten oder kleine Plastiktöpfen, gefüllt mit lockerer Erde und unter gespannter Luft gestellt, eignen sich für diesen Zweck besonders gut. Von hängenden Geranien können auch mehrere Stecklinge in einen Topf kommen. Dies ergibt dann eine besonders kompakte und buschige Jungpflanze.

Rosenkohl entspitzen
Rosenkohl sollte jetzt entspitzt werden, damit der Kopf der Pflanze nicht mehr weiterwächst und die Kraft zur Weiterentwicklung der Seitenknospen genutzt wird.

Letzte Aussaaten im Gemüsegarten
Im Gemüsegarten können noch Schnitt- und Pflücksalat ausgesät werden. Auch schnell wachsende Radiessorten sorgen, rechtzeitig in die Erde gebracht, noch für eine knackige Herbsternte. Eine interessante Alternative zu Feldsalat ist die Kultur des früher als Skorbutkraut bekannten Löffelkrautes. Die Pflanze ist sehr Vitamin-C haltig und hatte früher, als es im Winter noch keine Südfrüchte gab, als Wintergemüse einen hohen Stellenwert und eine besondere Wertschätzung.

 

Die Blüte der Herbstanemone ist eine Augenweide. Sie leuten mit ihrem strahlenden Rosa oder Weiß den Spätsommer ein.

Die ersten Frühkartoffeln, die jetzt bereits geerntet werden können, schmecken besonders lecker.

Libellen am spätsommerlichen Gartenteich sorgen mit ihren erstaunlichen Flugkünsten immer wieder für Entzücken.

Apfelrosen sind aufgrund ihrer leuchtend roten Früchte nicht nur als Ziergehölz, sondern auch als Wildobst interessant.
 
Phlox ist ein Klassiker auf der Staudenrabatte, besonders in den Früh- und Abendstunden leuchten die blau-violetten Farbtöne besonders intensiv.
   
Fotos: Thomas Neder