Die Elsbeere - Baum des Jahres 2011
Eine exotische Unbekannte
 

(TN) Laut Meinungsumfragen ist der Baum des Jahres 2011 - die Elsbeere (Sorbus torminalis) - den meisten Menschen gar nicht bekannt. Auch wenn sie an zahlreichen Standorten wachsen könnte - sie liebt vor allem Laubwäldern auf Lehm- und Tonböden sommertrockener Gebiete – ist sie in unseren Wäldern selten zu finden. Im fränkischen Raum gibt es z. B. in den Hassbergen und im Steigerwald größere Vorkommen. Ein weiterer Grund der ihre Wahl als Baum des Jahres 2011 plausibel macht, ist ihr edles Holz und ihre interessanten Früchte, aus denen sich schmackhafte Delikatessen, wie Kompott oder Marmelade herstellen kann. Auch der Elsbeerenbrand mit einer charakteristischen Mandelnote ist heiß begehrt

Die Elsbeere zählt zu den Rosengewächsen und ist mit der heimischen Vogelbeere und der Mehlbeere verwandt. Die Blätter werden oft mit denen des Ahorns verwechselt. Sie stehen sich aber nicht zu zweit gegenüber, sondern sind spiralig am Spross verteilt und in ihrer Form sehr variabel. Die Herbstfärbung ist sehr ansprechend. Je nach Standort, wechselt die Farbe von rot über orange in gelb. Fühlt sie sich wohl, kann die Elsbeere bei einer Endhöhe von 20 bis 25 m über 200 Jahre alt werden. Mit der Blüte und dem Fruchten lässt sie sich öfter Zeit. Manchmal dauert es weit über 10 Jahre, ehe man mit Früchten rechnen kann. Die Blüten müssen von anderen Bäumen bestäubt werden.

Die länglich, rundlichen Früchte sind etwa 2 cm groß und färben sich bräunlich. Vollreif, nach den ersten Frösten schmecken sie etwas süßsauer. Ähnlich wie die die Schlehe haben die Früchte einen etwas astringierenden Geschmack, der sich auf die zahlreichen Gerbstoffen im Fruchtfleisch zurückführen lässt. In früheren Zeiten wurde sie daher gegen Durchfallerkrankungen eingesetzt Der alte Name „Ruhrbirne“ weist darauf hin. Die Samen werden von Drosseln, Fuchs und Marder gerne gefressen und dadurch verbreitet.

Junge Pflanzen bilden schnell eine tiefe Pfahlwurzel aus, die sie auch sommertrockene Gebiete gut besiedeln lassen. Auf staunassen Standorten versagt sie oft. Insgesamt wächst die Elsbeere eher langsam und ist nur mäßig schattentolerant und empfindlich gegen Lichtkonkurrenz nahe stehender Bäume. Am liebsten ist es ihr, wenn sich die Krone im freien Licht ungestört und unbedrängt entfalten kann. Dann fruchtet sie auch gut und regelmäßig.

Das edle Holz ähnelt dem einer Birne, was zum Handelsnamen „Schweizer Birnbaum“ beigetragen hat. Bereits im Jahr 1579 fand man in Forstordnungen den Hinweis, dass die Els- beere im Mittelwald vom Hieb ausgenommen wird, um ihr Holz für Tischler und Schreiner nutzbar zu machen.

Ein Jungbaum der Elsbeere wächst zusammen mit einigen Auslesen der Eberesche auch am Obstlehrgarten des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege. Zahlreiche Gartenbauvereine haben durch Pflanzaktionen zur Verbreitung des Baumes des Jahres 2011 im Coburger Land einen kleinen Beitrag geleistet.

Foto: Thomas Neder

 
       
Die länglich, rundlichen Früchte der Elsbeere sind etwa 2 cm groß und färben sich bräunlich. Vollreif, nach den ersten Frösten, schmecken sie etwas süßsauer