Praxistipps für den Obstgarten – Empfehlungen für Beet- und Balkonpflanzen
 

(TN) Auf starke Resonanz stieß der Auftakt der Gartenpflegerkurse, die der Kreisverband Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. auch in diesem Jahr wieder den Mitgliedern der Obst- und Gartenbauvereine, den Mitarbeitern der Städte und Gemeinden und interessierten Gartenfreunden anbot. Das „Apfelsortiment am Obstlehrgarten“ und „Aktuelle Trends bei Beet- und Balkonpflanzen“, so lauteten die Themen des ersten Teils der vierteiligen Seminarreihe.

Schorfresistente und schwach wachsende Apfelsorten
Schorfresistente Apfelsorten auf schwach wachsenden Unterlagen, die schnell in Ertrag kommen und bei wenig Pflege viel Freude bereiten, war das zentrale Anliegen, das Kreisfachberater Thomas Neder den Gartenfreunden näher bringen wollte. Die geschmacklichen Eigenschaften von Winteräpfeln lassen sich bei Führungen durch den Obstlehrgarten wegen der noch ausstehenden Reife nicht vermitteln. Der Kreisverband hat deshalb keine Mühen gescheut und am Ende der Öffnungszeiten des Lehrgartens die noch verbliebenen Winteräpfel im Kühllager eines Obstbauern eingelagert. 15 Sorten gab es zu verkosten und zu beurteilen. Als klaren Favouriten ermittelten die Besucher die extrem lange lagerbare Sorte `Pilot`, gefolgt vom leuchtend roten `Ariwa`, der alten Lokalsorte `Winterrambur` und der Spätherbstsorte `Rebella`.

„Da der Apfel eine lange Standzeit besitzt, soll man sich beim Kauf im Klaren sein, dass sowohl Unterlagentyp, als auch die Sorte sehr wichtig sind, so Neder. Bei den schwach wachsenden Unterlagen sei der Typ M9 für den Hausgarten eine gute Wahl. Als gute und empfehlenswerte Sorten, die bisher im Lehrgarten überzeugten, empfahl der Kreisfachberater z. B. `Piros` und `Reglindis` bei den Sommeräpfeln und `Rebella, `Rubinola` und `Resi` bei den Herbstäpfeln. Bei den Lagersorten erhielten `Ariwa`, `Rewena`, `Florina` und `Topaz` eine Empfehlung.

Wüstenrose lässt Gräber aufleuchten
Eine ganze Palette praxiserprobter Tipps hatte Gärtnermeister Georg Hertel aus Zapfendorf den Gartenfreunden zum Thema „Beet und Balkon“ mitgebracht. Als relativ unbekannte, aber pflegeleichte Bepflanzung für Gräber empfahl Hertel z. B. die Wüstenrose (Diplandenia sp.). Auch das gelbe leuchtende Aztekengold eigne sich gut als schnell schließender Bodendecker für die Grabbepflanzung. Die Surfinia Hängepetunie sei eine Augenweide, wenn sie sich wohlfühlt. „Allerdings bevorzugt sie ein etwas saures Milieu und verträgt kein kalkhaltiges Gießwasser“, so Hertel. Letzteres sei oft für Misserfolge verantwortlich.

Nicht sparen solle man bei einer guten Blumenerde. Zugemischter Langzeitdünger sei kein Luxus. Je nach Nährstoffanspruch der Pflanzen sei eine 1- 2malige Flüssigdüngung pro Woche angesagt. Dies solle bis zum Schluss der Kultur durchgeführt werden. Viel Freude habe man mit Wasserstandskästen, die den Gießaufwand merklich senken würden. „Ampeln solle man nicht zu klein wählen, da sie schnell austrocknen und sie zwei bis drei Pflanzen Platz bieten sollten.

Margeriten, die man als Stämmchen kauft, sind für ein sofortiges Umtopfen dankbar, damit sie gut weiterwachsen“, so der Referent. Ein leichter Rückschnitt im Juli fördere die Blühfreudigkeit. Überwinterte Geranien sollte man am besten Ende Februar nochmals entspitzen um gut verzweigte Pflanzen zu erzielen. „Buchs im Container bereitet bei der Überwinterung häufig Probleme“, so Hertel. Aus seiner Sicht sei es ein probates Mittel, die Pflanzen zu Winterbeginn in die Erde auszupflanzen und zu Frühlingsbeginn wieder in ihren Topf zu setzen. Gemüsepflanzen wie Tomaten, Auberginen oder Paprika sollten möglichst bald pikiert werden um die Basis für eine gute Weiterentwicklung zu legen.

Foto: Thomas Neder
 
 
15 Apfelsorten gab es beim Gartenpflegerkurs des Kreisverbandes zu verkosten und zu beurteilen. Als klaren Favouriten ermittelten die Besucher die extrem lange lagerbare Sorte `Pilot`.