Sträucher und Bäume im Zeichen des Klimawandels
 

(TN) Um das brandaktuelle Thema „Sträucher und Bäume im Zeichen des Klimawandels“ ging es beim 2. Teil des Gartenpflegerkurses des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e:V. Klaus Körber aus Veitshöchheim öffnete hierzu den Fundus seiner reichhaltigen fachlichen Erfahrungen.

Auch wenn er nicht er in Lage sei das zukünftige Klima vorherzusagen, müsse man sich wohl doch auf Jahre mit großen Wetterextremen einstellen. Heiße Sommer verbunden mit längeren Trockenperioden aber immer noch kalte Winter machten nicht nur den Menschen, sondern auch den Bäumen und Sträuchern schwer zu schaffen. „Wir brauchen Bäume wie die Italiener, die nicht aufbrennen“ so Körber.

Bäume in stark versiegelten Bereichen der Dörfer hätten es infolge des Klimawandels immer schwerer. Stress, bedingt durch Trockenheit, bringe die Bäume in eine Art Teufelskreis. Durch den gestörten Wasserhaushalt könnten notwendige Stoffwechselvorgänge nur mit Mühe aufrecht erhalten werden, seien aber notwendig, um vital zu und gesund zu bleiben. Schädlinge und Schaderreger hätten bei derart geschwächten Pflanzen ein leichtes Spiel und würden langsam aber sicher immer mehr heimische Arten aus dem gewohnten Dorfbild verdrängen. Krankheiten wie Verticillium, Phytophtora, Pseudomonas, Feuerbrand oder Schädlinge wie der gefürchtete Citrusbockkäfer aus Südostasien - groß sei die Schar der momentan gefürchteten Krankheiten und Schaderreger, die unsere heimischen Dorfbäume plagen und zunehmend auch in den Hausgärten für Ärger sorgen würden.


Sonnenbrandnekrosen und Frostrisse
Thermische Schäden durch extreme Sonneneinstrahlung im Sommer, aber auch Frostrisse während der kalten Jahreszeit seien zunehmend ein ernst zu nehmendes Problem.
Im Falle von thermischen Schadursachen würden sich die seit längerem bekannten Schilfrohrmatten oder neuerdings auch Weißanstriche als Schutz anbieten. In Anlehnung an positive Erfahrungen aus dem Obstbau zur Vermeidung von Frostrissen, werde seit kurzem auch im Bereich des Großgrüns auf Weißanstriche zurückgegriffen. Die weiße Farbe reflektiere die Sonnenstrahlen und reduziere die Stammtemperatur vor allem auf der Süd- und Südwestseite. Entscheidend sei, dass die Farbe möglichst lange an der Rinde haften bleibe.
Besonders wichtig seien die vorgenannten Maßnahmen an dünnrindigen und für Sonnennekrosen anfälligen Baumarten, wie z.B. Ahorn.
„Auf der Suche nach robusten Arten, forschen Fachleute im südosteuropäischen Raum bis in den hinteren Kaukasus nach Baumarten, die auch in Zukunft in unseren Dörfern und Gärten gut wachsen sollen. Eine Reihe vielversprechender Baumarten kommt aus Klimaregionen mit heißen, trockenen Sommern und kalten Wintern. Auf der Suche nach dem Grün der Zukunft ist man auch im nordamerikanischen und asiatischen Raum unterwegs“, so Klaus Körber.


Empfehlenswerte Baumarten

Zu robusten Baum- bzw. Straucharten, die im Zeichen des Klimawandels in den Hausgärten gute Chancen hätten, zählte Körber Baumarten wie Acer campestre `Nana`, einer kugeligen Zwergform des Feldahorns oder Acer griseum, einer auch im Winter schönen Ahornart. Weiterhin standen z.B. Amelanchier lamarkii (Felsenbirne), Cercis siliquastrum (Judasbaum), Cornus mas (Kornellkirsche), Crataegus lavallei `Carrierei` (Apfeldorn), Fraxinus ornus (Mannaesche), Koelreuteria paniculata (Blasenbaum) oder Parrotia persica (Eisenholzbaum) auf der Empfehlungsliste von Klaus Körber.

Fotos: Thomas Neder

 

Der im zeitigen Frühjahr leuchtend rot-violett blühende Judasbaum könnte ein Gewinner des Klimawandels in unserer Gegend sein.

Die Felsenbirne besticht durch ihre wunderschöne Blüte, ihre essbaren Früchte und ihre beeindruckende Herbstfärbung.