Ein fruchtig aromatischer „Gesundbrunnen“ – Der Granatapfel
 

(TN) „Außen eins innen 1001 – was ist das?“, so lautet ein altes türkisches Rätsel. Gemeint ist der Granatapfel mit seinen Hunderten von maiskorngroßen Früchten, die fruchtig tiefrot leuchtend, im Innern der Frucht verborgen sind. Besonders jetzt in den Wintermonaten wird er häufig als exotisches Obst angeboten wird. Während manche Exoten geschmacklich nicht das halten, was sie versprechen, lohnt es sich, den Granatapfel für sich zu entdecken und zu nutzen.

Hervorragende Zellschutzwirkung
In Südosteuropa und Vorderasien wurde der Granatapfel schon vor vielen tausend Jahren angebaut. Heute gilt er als „Gesundbrunnen“ par excellence. Zahlreiche Studien belegen seine positive Wirkung zur Vorbeugung von Prostata-, Demenz- und Herz/Kreislauferkrankungen, sowie chronischen Entzündungen. Zusammen mit grünem Tee, Cranberries und Rotwein spielt er sozusagen in der „Champions League“, was seine Zellschutzwirkung angeht.

Multitalent in der Küche
Etwas gewöhnungsbedürftig ist sicherlich der Verzehr der knusprigen Samenkerne. Aber meist ist dies nur eine Sache der Gewohnheit. Die saftigen Samen können mit samt den kleinen Kernen entweder frisch verzehrt oder als Ergänzung zu Müslis, Salaten oder Fruchtspeisenverwendet werden. Um die Fruchtkerne möglichst schnell und effektiv aus der ledrigen Schale und den weißen Trennheuten zu lösen, teilt man die Frucht zunächst in zwei Hälften und zerbricht sie dann in mehrere kleine Einzelstücke. Diese gibt man dann am besten in eine Schale mit kaltem Wasser, wo sich die fruchtigen Samen leicht lösen lassen. Die schweren Samen setzen sich am Gefäßboden ab. Die weißen Trennheute können, auf der Oberfläche schwimmend, leicht entfernt werden. Man kann die Samen nat. auch einfach auslöffeln, oder die halbierte Frucht auspressen und den frischen Saften genießen.

Beliebte Kübelpflanze
Granatäpfel sind laubabwerfende, oft dornige Großsträucher, vertragen ausgepflanzt Fröste bis ca. -10 C und gedeihen aber wie Feigen und Kaki bei uns nur in sehr wintermilden Weinbaugebieten. Generell unterscheidet man sie in Nutz- und Zierformen. Als handliche Kübelpflanzen sind vor allem Zwergsorten, wie die hell-mittelrot blühende Zuchtform `Nana` geeignet. Auffälliger, aber auch wesentlich stärker wachsend, ist die gefüllt blühende Sorte `Flore Pleno`. Ziersorten blühen zwischen dem späten Frühjahr und dem Laubfall mehr oder weniger durch. Fruchtsorten hingegen haben einen deutlichen Blütenhöhepunkt. Sie haben übrigens keine oder kaum Dornen. Sie bringen aber im Topf kaum Früchte, es geht hier also primär um die Blütenpracht. Granatäpfel in Töpfen oder Kübeln können bei 0 bis 5 O C kalt überwintert werden. Da sie nach der dekorativen Laubfärbung im Herbst ihre Blätter verlieren, tut es auch ein dunkler kalter Überwinterungsraum, wo sie im laublosen Zustand nur sehr wenig Wasser brauchen. In den Herrenhäuser Gärten bei Hannover kann übrigens ein mächtiger Granatapfelbaum als Kübelpflanze bewundert werden. Er gilt als die älteste bekannte Kübelpflanze der Welt.

Granatäpfel selbst vermehren
Wer selbst gerne vermehrt, kann Granatäpfel durch Grünstecklinge, Steckhölzer oder Absenker selbst leicht vermehren. Auch eine Vermehrung durch Aussaat ist möglich. Hierzu wird am besten im Frühjahr das Fruchtfleisch von den Kernen entfernt und die Samen sofort ausgesät. Bei Temperaturen über 20 O C braucht man allerdings etwas Geduld. Bis zur Keimung können stolze 3 Monate vergehen. Auch besitzen die jungen Pflanzen oft andere Eigenschaften als die Mutterpflanze, da sich die Gene aufspalten.

Fotos: Thomas Neder