An der Waterkant Schleswig-Holsteins
Kulturgenuss - Strandvergnügen – Gartenerlebnis

(TN) Viele Tausend Kilometer quer durch Europa hat der traditionelle Sonderzug des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. in den letzten Jahren und Jahrzehnten schon hinter sich gelassen. Vom reizvollen Slowenien, über die wild-romantische Slowakei, zum malerischen Kroatien, bis hin zur sonnenverwöhnten südlichen Toskana – sehr vielfältig und facettenreich waren die ausgewählten Ziele der Garten- und Naturfreunde aus dem Coburger Land. Nach zwei Jahren Pause war es endlich wieder soweit. 1. Vorsitzender, Landrat Michael Busch hatte im Namen des Kreisverbandes zur Sonderzugfahrt an die Waterkant eingeladen und vier Waggons, besetzt mit 250 Liebhabern Norddeutscher Natur und Kultur, machten sich auf den Weg an die Ostsee. Nach kurzweiligen 11 Stunden erreichte die muntere Reisegesellschaft das Ostseebad Damp. Empfangen vom frischen Wind des Meeres und dem lang ersehnten Regen, der eine acht Wochen dauernde Trockenphase auch im Norden linderte, quartierte man sich im geräumigen Ostseehotel Damp ein. Ein wunderbarer Panoramablick auf den angrenzenden Jachthafen und den langen einladenden Strand, eine erfrischende Meeresbrise vom Balkon und das schrille durchdringende Rufen der Silbermöven signalisierten unverkennbar - man war endlich angekommen.

Geschichtsträchtige Hanse
Azurblauer Himmel bot am zweiten Reisetag ideale Ausflugsbedingungen. Vorbei an historischen Landgütern, geprägt von der typischen Knicklandschaft Schleswig-Holsteins und durch wogende Getreidefelder reisend, ging es über Eckernvörde und den Nordostseekanal nach Börnhöved. Dort erwartete in der Staudengärtnerei von Svenja Schwedtke und Rainer Kumetat ein mit Spannung erwarteter Rundgang zum Thema „Gärtnern und genießen“. Verschiedene Themengärten, wie z. B. der „heiße Garten“ oder der „geheimnisvolle Garten“ boten exzellente Beispiele praxisnaher Staudenverwendung und lieferten viele Anregungen für den eigenen Garten. Angetan war man von der Architektur Lübecks, der Perle der Hanse, die im Anschluss an den gartenbaulichen Beitrag besucht wurde. Durch das mächtige, aus unzähligen roten Backsteinen errichtete Holsten-Tor, ging es zur 1250 -1350 erbauten Marienkirche, die als Kirche mit dem größten Backsteingewölbe der Welt noch heute große Bewunderung findet. Ein landestypisches Mittagessen im geschichtsträchtigen Haus der Schiffergesellschaft erinnerte an die Zeit der Hanse, deren Räte in lang vergangener Zeit in der mächtigen holzgetäfelten Halle tagten. Frische Nordluft konnte man vor dem alten Lübecker Rathaus bei einer heißen Tasse Cafe schnuppern und das Flair der Altstadt in Ruhe genießen. Mächtige Kreuzfahrtfähren der neuesten Generation, die den Passagier und Pkw-Verkehr nach Skandinavien aufrechterhalten, konnte man am Norwegenkai in Kiel bestaunen.

Die Zeit steht still in Sieseby
Eine stürmische Seebrise mit frisch- feuchtem Seewetter begrüßte die Reisegruppe am dritten Tag der Reise, die zunächst nach Sieseby führte. Idyllisch an den Ufern der Schlei gelegen, wirkte das kleine Dorf nicht nur durch seine natürliche Lage am weit ins Land reichenden Meeresarm, sondern vor allem wegen seiner historischen Bauweise mit weißen Mauern und reedgedeckten Dächern einladend und stimmungsvoll. Dies ist auch den Produzenten der TV-Serie „Der Landarzt“ nicht entgangen, die eine ganze Reihe von Filmsequenzen im kleinen Sieseby drehen ließen. Über Flensburg, wo man einen Abstecher in den Hafen und in die Altstadt machte, ging es für einen kurzen Abstecher ins benachbarte Dänemark. An der Flensburger Förde entlang führte die Reise zum Wasserschloss Glücksburg, das 1583-1587 erbaut wurde.

Die Kunst der Rosenzüchtung
Für Rosenfreunde war der Besuch des erlesen bestückten Rosariums in unmittelbarer Nähe des Schlosses ein besonderes Erlebnis. Auch wenn erst wenige Wildrosen, wie z.B. Rosa moyesii Geranium ihren Blütenduft offenbarten und mit ihrem Farbenspiel lockten, lohnte sich ein Rundgang unter fachkundiger Führung durch die Anlage. Er sorgte für Vorfreude auf das bevorstehende Blütenspektakel. Besondere Aufmerksamkeit erhielten die fachlichen Ausführungen des international renommierten Rosenzüchters Ingwer J. Jensen, der die Besucher mit seinen Mitarbeitern persönlich durch das Rosarium führte und aus dem „Nähkästchen“ seiner aufwendigen Rosenzüchtung sprach. Hierzu hatte er eine Reihe seiner in voller Blüte stehenden Rosenzüchtungen mitgebracht und ließ die Rosenfreunde an ihrem umwerfenden Duft und ihrem betörenden Farbenspiel teilhaben. Duft und dezente Farben spielen bei Jensen überhaupt eine wichtige Rolle. Schrille Farben mag der erfahrene Züchter überhaupt nicht, diese fehlen deshalb auch im Rosarium. „Weit über 10 Jahre kann es dauern, bis eine Neuzüchtung endlich auf den Markt kommt“, so Jensen. 90% der Sämlinge würden schon als kleine Pflanzen ausselektiert, wenn sie sich als zu krankheitsempfindlich erweisen. Der Rest sei ein Fingerspitzen- und Geduldsspiel, aber letztlich auch unheimlich spannend. Letztes Jahr sei er besonders fleißig gewesen. Stolze 4200 Kreuzungen habe er eigenhändig durchgeführt und müsse sich nun den vielen Tausenden von Sämlingen mit dem Blick des Kenners annehmen um neue robuste verborgene Rosenschönheiten zu entdecken und diese bis zur Marktreife führen zu können.

Holsteiner Spezialitäten
Nach Kappeln, einen staatlich anerkannten Luftkurort, direkt an den sanft ansteigenden Ufern der Schlei gelegen, führte der vierte Tag der Reise. Mitten im breiten Meeresarm errichtet, konnte man dort einen der noch ganz wenigen intakten mächtigen Heringszäune bewundern. Diese historische Fangmethode war in früheren Zeiten eine praktische und relativ einfache Methode um die im Meeresarm laichenden Heringe mit geringem Aufwand in großen Mengen zu fangen. An Bord eines Raddampfers führte der Reise entlang der verschlungenen Schlei mit mächtigen Landgütern zur Linken und Rechten bis Sieseby. Ein Rundgang durch die Altstadt von Kappeln, in der sich auch die durch das TV bekannte „Landarztkneipe“ befindet und eine Kostprobe der dort legendären Matjesbrötchen rundeten den Ausflug ab. Ein maritimer Abend mit einem Buffet holsteinischer Spezialitäten und dem Buddelschippel-Chor mit anschließender Tanzmusik sorgten für den gesellschaftlichen Höhepunkt der Reise.

Die Insel der Schönen und Reichen
Nicht fehlen durfte natürlich ein Besuch von Sylt, die noch immer als Insel der „Schönen und Reichen“ gilt. Huckepack auf dem Autozug über den Hindenburgdamm fahrend, konnte man links und rechts des Bahndammes detailliert das Prinzip der mühsamen Landgewinnung mittels sog. Lahnungen, Faschingen und Grüppen erkennen. Bei einem gemütlichen Spaziergang durch Westerland durfte sich die Coburger Reisegruppe anschließend einen persönlichen Eindruck vom illustren Treiben auf der Promiinsel verschaffen. Großen Eindruck hinterließen vor allem die mit mächtigen Heideteppichen bewachsenen Wanderdünen. Mit der Fähre ging es zum Abschluss der Reise über die Insel Romo zunächst nach Dänemark und schließlich dann wieder zurück nach Damp. Da Land und Leute, sowie die engagierten Reiseführer einen sehr sympathischen Eindruck hinterließen, wird es beim einen oder anderen Reiseteilnehmer sicher bald mal wieder heißen „moin moin“ im schönen Schleswig-Holstein.

Die Reise wurde organisiert von Karlheinz-Friedrich, unterstützt von Kassiererin Ulrike Kolb der Geschäftsstelle des Kreisverbandes, und dem Reisebüro Garda. Die Busbetreuung lag in den Händen von Ehrenvorsitzenden Karl Zeitler, Adalbert Unbehaun, Helga Langbein, Marianne Vetter und Karlheinz Friedrich. Die medizinische Betreuung übernahm Dr. Gudrun Löffler.

Ein bebilderter Rückblick zur Sonderzugfahrt findet am 4. November um 19:30 Uhr im Freizeitzentrum in Witzmannsberg statt. Hierzu sind alle Teilnehmer der Sonderzugfahrt und Interessenten herzlich eingeladen.

Text und Fotos: Thomas Neder



Nach zwei Jahren Pause war es endlich wieder soweit. 1. Vorsitzender, Landrat Michael Busch hatte im Namen des Kreisverbandes zur Sonderzugfahrt an die Waterkant eingeladen und 250 Liebhaber Norddeutscher Natur und Kultur, machten sich auf den Weg an die Ostsee.


Einen wunderbaren Panoramablick auf den angrenzenden Jachthafen und den langen einladenden feinsandigen Strand hatte man vom Ostseehotel in Damp.


Angetan war man von der Architektur Lübecks, der Perle der Hanse, die im Anschluss an den gartenbaulichen Beitrag besucht wurde. Durch das mächtige, aus unzähligen roten Backsteinen errichtete Holsten-Tor, ging es in die Altstadt.


Idyllisch an den Ufern der Schlei gelegen, wirkte das kleine Dorf Sieseby in seiner historischen Bauweise mit weißen Mauern und reedgedeckten Dächern äußerst einladend und stimmungsvoll.


Über Flensburg, wo man einen Abstecher in den Hafen und in die Altstadt machte, ging es für einen kurzen Abstecher ins benachbarte Dänemark.


Besondere Aufmerksamkeit erhielten die fachlichen Ausführungen des international renommierten Rosenzüchters Ingwer J. Jensen, der die Besucher mit seinen Mitarbeitern persönlich durch das Rosarium führte.
TN_SchleiRundfahrt:
An Bord eines Raddampfers führte der Reise entlang der verschlungenen Schlei mit mächtigen Landgütern und historischen Gebäuden zur Linken und Rechten bis Sieseby.
TN_Heringszaun:
Mitten im breiten Meeresarm bei Kappeln errichtet, konnte man dort einen der noch ganz wenigen intakten mächtigen Heringszäune bewundern.



Ein Rundgang durch die Altstadt von Kappeln, in der sich auch die durch das TV bekannte „Landarztkneipe“ und die berühmte Aal-Räucherei befinden, rundete den Ausflug ab.


1. Vorsitzender, Landrat Michael Busch hatte im Namen des Kreisverbandes zur Sonderzugfahrt an die Waterkant eingeladen. 250 Liebhabern Norddeutscher Natur und Kultur, machten sich auf den Weg an zur Ostsee und residierten im Ostseehotel Damp. (Auf dem Foto, ein Teil der Reisegruppe)