Die Mistel auf dem Vormarsch
 

(TN) Fand man sie früher nur sporadisch, so ist die Mistel seit einigen Jahren auch im Coburger Land auf dem Vormarsch. Mittlerweile kann es sein, dass bei befallenen Bäumen weniger die Baumsilhouette an sich, als vielmehr die ausgedehnten Mistelkolonien auffallen.
Fachleute rätseln noch über die exakten Gründe der starken Zunahme. Eine Abnahme der Vitalität oder Stress mag bei manchen Baumarten, wie betagten Pappeln einer der Gründe sein. Neuerdings wurde in Gebieten mit starken Waldschäden eine deutliche Zunahme des Befalles mit Misteln festgestellt.

Die Mistel (Viscum album), ein Sandelholzgehölz, zählt zu den parasitischen Blütenpflanzen. Da sie in der Lage ist, durch Photosynthese organische Substanz selbst herzustellen, aber von Ihrem Wirt das Wasser und die Nährstoffe benötigt, zählt sie zu den Halbparasiten.

Ihre Verbreitung wird zum einen von der Winterkälte begrenzt, zum anderen richtet sich Ihre Verbreitungsintensität nach dem Vorkommen der Wirtsbäume. Häufig findet man sie auf Pappel, Weide, Linde, Vogelbeere und Birke. Selten kommt sie auf Eiche, Esche, Hainbuche, Birne und Kirsche vor. Kaum befallen werden zum Beispiel Rotbuche, Faulbaum, Traubenkirsche, Walnuss, Ulme oder Holunder.

Als aufsitzender Sprossparasit vermindert die Mistel die Vitalität des Wirtes und kann sogar zum vorzeitigen Absterben führen.
Verbreitet werden die Samen der Misteln durch Vogel. Gefressene Samen werden andernorts wieder ausgeschieden oder werden am Schnabel, bzw. am Gefieder haftend an Ästen abgestreift.

Foto: Thomas Neder
 
    
Fand man sie früher nur sporadisch, so ist die Mistel seit einigen Jahren auch im Coburger Land auf dem Vormarsch.