Oberfränkische Abschlussfeier zum Bezirksentscheid 2011
„Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ Großgarnstadt mit der Silbermedaille ausgezeichnet.
 

(TN) Insgesamt 145 oberfränkische Dörfer haben beim 24. Bundeswettbewerb am Kreisentscheid teilgenommen. 19 Sieger - Dörfer des Kreisentscheids konkurrierten beim Bezirksentscheid um eine Auszeichnung.

Anlässlich der Abschlussfeier in der Kulmbacher Stadthalle wurden die Bezirkssieger von Regierungspräsident Wilhelm Wenning ausgezeichnet.

„Gemeinsinn ist die Kraft, die in den Städten schon verloren gegangen ist“ unter diesem lobenden Leitmotiv stellte der Regierungspräsident die Arbeit der Teilnehmer am vergangenen Wettbewerb.

Mit der Goldmedaille prämiert wurden:
Benk, Gemeinde Bindlach, Landkreis Bayreuth
Gemeinde Kemmern, Landkreis Bamberg
Mürsbach, Markt Rattelsdorf, Landkreis Bamberg
Neufang, Markt Steinwiesen, Landkreis Kronach
Unterneuses, Markt Ebensfeld, Landkreis Lichtenfels

Eine Silbermedaille erhielt:
Birkach, Markt Ebensfeld, Landkreis Lichtenfels
Großgarnstadt, Gemeinde Ebersdorf, Landkreis Lichtenfels
Harsdorf, Gemeinde Harsdorf, Landkreis Kulmbach
Gemeinde Höchstädt, Landkreis Wunsiedel
Klosterlangheim, Stadt Lichtenfels
Stadt Lichtenberg, Landkreis Hof
Sassendorf, Markt Zapfendorf, Landkreis Bamberg
Tiefengrün, Gemeinde Berg, Landkreis Hof
Zapfendorf, Markt Zapfendorf, Landkreis Bamberg


Großgarnstadt errang in einem dicht gestaffelten Mitbewerberfeld eine anerkennenswerte Silbermedaille. Die Bezirkskommission würdige in Großgarnstadt eine außergewöhnlich gute Grundversorgung mit Läden und Dienstleistungen für die verschiedenen Bereiche des täglichen Bedarfs, sowie eine gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Anerkennung erntete Großgarnstadt auch für den sensiblen Umgang mit leerfallender Bausubstanz und damit einer positiven Innenentwicklung im Ort. Gelobt wurde ein breites Angebot generationenspezifischer Einrichtungen und Treffpunkte, die Jung und Alt zusammenführen. Gewürdigt wurde das Großgrün im Ortskern mit der mächtigen Linde hinter dem Wankhaus als „grünes Zentrum“. Positiven Zuspruch fand auch die Pflanzung von Kopfweiden entlang des Schneybachs. Natürlich gab es auch einige Anregungen zur Weiterentwicklung. Diese wurden in einem ausführlichen Bericht dargelegt.


Interview mit der 1. Vorsitzenden des OGV Großgarnstadt, Christine Pötsch-Lauer

Wie haben die Großgarnstadter die Auszeichnung aufgenommen?

Natürlich hat insgeheim der eine oder andere Aktive auf Gold gehofft. Die Silbermedaille ist dennoch keine Enttäuschung, schließlich ist auf Bezirksebene auch die Konkurrenz nicht zu verachten. Mit Stolz nehmen wir diese Auszeichnung entgegen. Ohne den Druck einer solchen Institution wäre eine Realisierung von Maßnahmen gar nicht oder nur in einem sehr viel weiteren Zeitfenster möglich gewesen.

Wenn Sie zurückblicken - was haben all die vielfältigen Aktivitäten des Vereines in Sachen Dorfverschönerung/Dorfentwicklung dem Ort gebracht?
In den vergangen sechs Jahren wurde einiges geschafft. Von Anfang an legten wir den Schwerpunkt auf die Grüngestaltung im Ort und führten umfangreiche Neupflanzungen durch, die nach und nach Wirkung zeigen.Aber auch die Sanierung einiger alter Häuser im Ortskern führte zu einer optischen Aufwertung des Ortes. Wir erstellten eine sehr detaillierte Ist-Analyse unseres Dorfes in den für den Wettbewerb relevanten Bereichen. Im Rahmen des Wettbewerbs wurden Bürgerinnen und Bürger angesprochen und die eine oder andere Veränderung auf den Grundstücken wurde durchgeführt. Zäune und Nadelbäume verschwanden, heimische Bäume wurden gepflanzt und alte Kulturen wieder angesiedelt. Das betrifft vor allem die neue Kopfweidenzeile entlang des Schneybachs. Mit finanzieller Hilfe der Gemeinde Ebersdorf, die auch durch den Wettbewerb motiviert war, erstellten wir an der Grundschule Großgarnstadt eine begrünte Pergola. Hier werden die Ökooase und die "Ökokids" vom Gartenbauverein betreut und hier ist auch ein Lehmbackofen beheimatet, der in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband errichtet wurde. Wir haben erkannt, dass unsere Stärken vor allem im dörflichen Miteinander liegen, im Umgang der Vereine und der Menschen miteinander, ein starkes Wir-Gefühl gilt es weiterhin zu pflegen.

Worauf sind Sie besonders stolz?
Jede noch so kleine Verbesserung, die durch die Aktivitäten erreicht wurde, macht uns stolz. Besonders hervorheben können wir drei Broschüren, die jeweils zu den Wettbewerben erstellt wurden und echte Zeitdokumente sind. Nachfolgende Generationen können so die relevanten Daten jederzeit nachlesen. Stolz sind wir darauf, sechs Jahre die uns gesteckten Ziele nicht aus den Augen verloren und viele davon auch erreicht zu haben. Das war nur möglich, weil immer Großgarnstadter bereit waren, mitzuhelfen und ihren Beitrag zu leisten. Das gesteigerte Interesse der Bürger für die Arbeit rund um den Wettbewerb macht Hoffnung, auch in der Zukunft viel zu erreichen.

Was möchte man zukünftig noch in Angriff nehmen?
Der demographische Wandel macht auch vor Großgarnstadt nicht halt. Ziel muss es sein, unser Dorf für alle Menschen, besonders aber für die jungen, attraktiv zu halten. Um in alle Richtungen besser planen zu können, werden wir in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule eine Studie "Großgarnstadt im Jahr 2020" erstellen lassen. Neben vielen kleineren Verbesserungsvorschlägen, die noch umgesetzt werden können, steht ein Strauchlehrpfad auf der Wunschliste. Ein höher gestecktes Ziel ist ein Rundweg um Großgarnstadt, möglicherweise mit einem Trimm-Dich-Pfad. Abschließend kann man sagen, dass Großgarnstadt dann eine Zukunft hat, wenn alle Bürger an dieser Zukunft mitbauen. Dabei dürfen wir auch weiterhin auf die Hilfe der Gemeinde Ebersdorf und des Kreisfachberaters Thomas Neder hoffen, bei denen wir uns besonders herzlich für die bisherige Unterstützung bedanken.

W e i t e r e   St a t e m e n t s:

Herr Brückner, Sie haben als langjährige Vorsitzender des Vereins viele Aktionen im Dorf selbst mit angestoßen und eine ganze Menge Zeit investiert. War es denn der Mühe wert?
Ein klares Ja! Es hat immer Spaß gemacht, Dinge anzustoßen, voranzubringen und Gemeinschaft zu fördern. Auch wenn es manchmal mühsam war, gab es immer Mithelfer/innen, die mitgezogen haben und so konnte fast alles gemeinsam zum Erfolg gebracht werden. Er erzielten Erfolge zeigen, dass der Weg nicht falsch war.

Herr Reisenweber, Großgarnstadt hat eine Silbermedaille errungen. Wie bewerten Sie als 1. Bürgermeister diese Auszeichnung?
Die Silbermedaille ist eine Auszeichnung und Anerkennung des Engagements der Bürger und Bürgerinnen Großgarnstadts, ihre Heimatgemeinde auch für kommende Generationen liebens- und wohnenswert selbst zu gestalten. Ich gratuliere Großgarnstadt zu dieser mehr als verdienten Auszeichnung. Möge dieses vorbildliche Engagement auch weiterhin den Zusammenhalt und die positive Entwicklung des Dorfes stärken.

Welche Bedeutung haben nach Meinung des 1.Vorsitzenden, Landrat Michael Busch die Obst- und Gartenbauvereine des Kreisverbandes in Sachen Dorfbildpflege?
Als 1. Vorsitzender des Kreisverbandes möchte ich den Großgarnstadtern zunächst ganz herzlich zu Ihrer Auszeichnung gratulieren. Die engagierten Mitglieder der Obst- und Gartenbauvereine sind vielerorts unverzichtbare „Motoren“ in Sachen Grüngestaltung, Grünentwicklung und Dorfbildpflege. Sie leisten im Kontext der Pflege und des Unterhaltes von privaten, halböffentlichen und öffentlichen Grünanlagen einen essentiellen Beitrag. Die dem Kreisverband angeschlossenen Obst- und Gartenbauvereine sind, unterstützt von Kreisfachberater Thomas Neder, entscheidende Stützen der Städte und Gemeinden. Unsere Obst- und Gartenbauvereine machen das Coburger Land lebens- und liebenswert. Darauf sind wir ganz besonders stolz.

Fotos: Thomas Neder



Großgarnstadt errang beim 24. Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – unser Dorf soll schöner werden in einem dicht gestaffelten Mitbewerberfeld eine anerkennenswerte Silbermedaille.

Personen auf dem Ehrungsfoto von links nach rechts:
Christine Bender
Reg. Präs. Wilhelm Wenning
Christine Pötsch-Lauer
Bürgermeister Bernd Reisenweber
Inge Förster und Bernd Carl
Ilona Schiwatsch
Rainer Schiwatsch
Rainer Förster
Margit Brückner
Reiner Brückner
Landrat Michael Busch

 
Anerkennung erntete Großgarnstadt unter anderem für den sensiblen Umgang mit leerfallender Bausubstanz und damit einer positiven Innenentwicklung im Ort. Reiner Brückner stellte die Historie und das Gesamtbild der Ortschaft der Bezirkskommission bei der Ortsbegehung im Sommer ausführlich dar.
 
 


Mit Spannung wurde der ausführliche Bericht der Bewertungskommission von der 1. Vorsitzenden der OGV Großgarnstadt, Christine Pötsch-Lauer studiert.