Lauberde selbst herstellen – altes Gärtnerwissen auch heute noch aktuell
 

(TN) Dass Mischlaub im Garten zu schade ist, einfach „entsorgt“ zu werden, ist unter Gartenfreunden seit langem bekannt. Als dünner organischer Auftrag unter Gehölzstreifen, Staudenbeeten oder auch auf dem Gemüsebeet wird es heute von ökologisch denkenden Gartenfreunden gerne angewandt. Derart eingesetzt, wird es innerhalb nur weniger Monate wieder in den Nährstoffkreislauf zurückgeführt, zu Humus umgesetzt und den Pflanzen als Nahrung wieder zur Verfügung gestellt.

Früher ging man in Sachen Laubverwendung viel weiter. Vor einigen Jahrzehnten, als mineralischer Dünger noch wenig verbreitet war, wurde die Herstellung von Lauberde in großem Stil propagiert. Ein umweltschonendes Verfahren, das auch heute, auch wenn es antiquiert erscheint, genauso interessant ist. Aspekte einer Agenda 21 enthält es jedenfalls eine ganze Menge, vom sportlichen Aspekt ganz zu schweigen. Jetzt, wo der Garten eine Winterpause einlegt und noch genügend Laub zur Verfügung steht, eine gute Möglichkeit, ein altes Rezept wieder zum Leben zu erwecken und dem „Novemberblues“ mit Tatkraft vorzubeugen.

Nachfolgend eine schriftliche Anleitung aus dem Jahr 1966 zur Herstellung von Lauberde.

„Laub gibt, kompostiert, ein billiges Bodenverbesserungsmittel, dessen Nährstoffgehalt allerdings nicht an den von Stallmist heranreicht. Wohl aber kann aus reinem Laub die so genannte Lauberde hergestellt werden, die außer für Topfpflanzen auch für verschiedene kalkfeindliche Pflanzen im Garten vorteilhaft verwendbar ist. Jedenfalls sollten sich alle Gartenbesitzer bemühen, soviel Laub wie nur irgend möglich einzusammeln, sowohl im eigenen Garten als auch auf den Straßen, denn bei dem heutigen Mangel an Stallmist wäre es geradezu eine Sünde, das Laub verkommen zu lassen. Für viele Gartenbesitzer mag es die einzige Möglichkeit sein, außer den Gartenabfällen Humus bildendes Material für die Kompostbereitung zu bekommen. Das Laub ist auf einer mehrere Quadratmeter großen freien Fläche in einer Schicht von 50 cm aufzutragen, festzutreten, mit einem im Handel erhältlichen, die Verrottung fördernden Mittel zu bestreuen (das könnte aus heutiger Sicht auch einfach reifer Kompost zum „Animpfen“ sein) und durch Überbrausen mit Wasser anzufeuchten. Dann kann eine zweite Schicht aufgetragen werden, die auf die gleiche Weise zu behandeln ist. Allenfalls wird auch noch eine dritte Schicht aufgelegt. Zum Schluss ist das Ganze handhoch mit Erde zu bedecken. Im Frühjahr und Sommer des nächsten Jahres wird der Haufen immer wieder begossen, denn das Laub muss stets feucht bleiben, damit sich ein reiches Bakterienleben entwickeln kann. Im Herbst kann man die Erde, die im Sommer unkrautfrei zu halten ist, abschaufeln, das verrottete Laub umschichten und danach wieder mit Erde bedecken. Im darauf folgenden Sommer ist der Haufen ebenfalls wieder öfter durchdringend zu befeuchten und im Herbst neuerlich umzusetzen. Im dritten Jahr kann die Erde, die dann bereits aus dem Laub entstanden ist, gesiebt und verwendet werden“.

Im kleinen Stil, bei wenig Platz, gehen natürlich auch abgewandelte Verfahren unter Einsatz unterschiedlicher Kompostervarianten.

Foto: Thomas Neder

 
 

 

Mischlaub aus dem Garten ist zu schade um es einfach zu "entsorgen". Ein altes Rezept ist die Herstellung von Lauberde.