„Hobbywinzer“ küren ihre Lieblingsrebe
3. Coburger Weinlese am Obstlehrgarten
 

(TN) Weinanbau im Coburger Land, außerhalb der klimamilden Regionen klassischer Weinanbaugebiete - geht das überhaupt? Und ob, weiß der Kreisverband Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V., der seit 2006 eine ganze Palette unterschiedlichster Sorten im Lehrgarten erfolgreich kultiviert, zu berichten. 1. Vorsitzender, Landrat Michael Busch konnte zur 3. Coburger Weinlese am Obstlehrgarten eine große Schar interessierter Liebhaber der schmackhaften Früchte begrüßen.

Wie im häuslichen Gemüseanbau, bei dem sich der Slogan „die Sorte ist alles“ etabliert hat, ist auch bei der Kultur von Weinreben am Haus oder im Garten eine gegen Falschen und Echten Mehltau robuste Sorte einer der wichtigsten Faktoren. „Am besten ist zudem eine voll nach Süden exponierte Lage, sowie und eine frühe Sorte, denn sie soll ja auch in unseren Regionen ausreifen“, erklärte anlässlich der 3. Coburger Weinlese Kreisfachberater Thomas Neder den zahlreichen interessierten Fans von Weinreben.

Für die Kultur von Weinreben an der Hauswand, empfahl der Kreisfachberater die klassische Erziehung mit zwei Kordonarmen. Mit etwas Geschick und Fachkenntnis sei auch der optisch ansprechende Anbau über 2 Etagen ohne weiteres möglich. „Ein gut gepflegtes Weinspalier liefert nicht nur gesundes Obst, sondern leistet auch einen wirkungsvollen Beitrag zur Ortsverschönerung“, so Neder. Bedauerlicher Weise seien viele Spaliere an den Häusern verschwunden.

20 verschiedene Sorten konnten die Besucher letztendlich vor Ort im Obstlehrgarten testen und sich ein realistisches Urteil über Größe, Form, Farbe und Geschmack der geernteten Sorten machen. Bei der abschließenden Bewertung wurden die großfruchtige blaue Sorte `Fiorito`, die kernlose `Lakemont` und die blau-violette Sorte `Ontario` von den Besuchern zu den Siegern gekürt.

Helga und Gerhard Griebel aus Gemünda fanden zum ersten mal den Weg in den Obstlehrgarten. Als Liebhaber von Weinreben kultivieren sie schon lange Weintrauben an ihrer Hauswand. Allerdings bereiten Ihnen ihre Sorten, die sie vor vielen Jahren gekauft haben, weil Ihnen der Name erfolgsversprechend schien, zunehmend Probleme. „Wir sind gekommen, weil wir eine Sorte suchen, die auch hier in unserer Gegend gut gedeiht, ohne dass wir Pflanzenschutzmittel einsetzen müssen“, meint Gerhard Griebel. Nach sorgfältiger Begutachtung der 18 Sorten im Lehrgarten und der anschließenden Verkostung möchten Sie sich wohl die Sorte `Fiorito` zulegen. Überhaupt ist Gerhard Griebel ein großer Fan von blauen Rebsorten. „ Im Herbst zur Traubenzeit, wenn ich viel blaue Weintrauben esse, fühle ich mich gesundheitlich am wohlsten, das stelle ich jedes Jahr immer wieder fest“, meint der passionierte Gartenfreund. Nach der Verkostung gab es ausführliche Erleuterungen zu unterschiedlichen Erziehungsvarianten wie Kordon, Flachbogen, Ganzbogen, Trierer Weinrad oder Umkehrerziehung durch den Kreisfachberater.

Für die kulinarische Abrundung der Veranstaltung sorgte in bewährter Weise der GV Gleußen.

Foto: Thomas Neder

Helga und Gerhard Griebel aus Gemünda fanden zum ersten mal den Weg in den Obstlehrgarten. „Wir sind gekommen, weil wir eine Sorte suchen, die auch hier in unserer Gegend gut gedeiht, ohne dass wir Pflanzenschutzmittel einsetzen müssen“.
20 verschiedene Sorten konnten die Besucher letztendlich vor Ort im Obstlehrgarten testen und sich ein realistisches Urteil über Größe, Form, Farbe und Geschmack der geernteten Sorten machen