„Namenstaufe“ im Obstmuttergarten
 
(TN) Der Obstmuttergarten in Einberg dient seit vielen Jahren als Reisergarten für die alljährliche Edelreiseraktion des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege Coburg e.V. Er leistet nicht zuletzt als grüner Gürtel um den Ortsrand von Einberg wertvolle ökologische und ästhetische Dienste.

Beschäftigt sich der Obstlehrgarten thematisch mit dem Thema „Obstanbau für kleine Hausgärten“, widmet sich der Obstmuttergarten der Kultur von Obsthochstämmen und der umfassenden Thematik geeigneter Sorten für die Region des Coburger Landes. Der Obstmuttergarten ist somit eine wichtige Ergänzung zum Obstlehrgarten am Landratsamt in Coburg.

Während der in der Talsenke gelegene Teil schon vor einigen Jahrzehnten angelegt wurde, ist das ein Stück oberhalb gelegene neue Erweiterungsteil jüngeren Datums. Über 80 Kern- und Steinobstsorten gedeihen und fruchten inzwischen auf der Einberger Flur. In diesem Jahr leider recht wenig, denn die die Spätfröste haben auch im Obstmuttergarten ihren Tribut gefordert. Insgesamt ist der Standort, begingt durch den schweren Boden, die Talsenke mit Kaltluftstau und der windexponierten Fläche der Neuanlage ein echter Härtetest.

Auch wenn die aufgepflanzten Apfel-, Birnen-, Zwetschgen-, und Kirschensorten nat. alle akribisch katalogisiert sind, standen sie bis jetzt namenlos in der Anlage. Mit der Etikettierung der Sorten im unteren Teil, die von 1. Vorsitzenden, Landrat Michael Busch, 2. Vorsitzenden Siegfried Wittmann und Kreisfachberater Thomas Neder durchgeführt wurde, erhalten sie ihre offizielle, wenn auch verspätete Namenstaufe. Die Früchte können von Obstinteressierten zukünftig nun besser zugeordnet werden. Ihre „Namenstaufe“ erhielten z. B. Sorten wie der allbekannte `Gravensteiner`, der verheißungsvoll klingende `Purpurrote Cousinot`, der robuste Abkömmling des `Cox Orange` - die Sorte `Cox Pomona` oder z. B. der gerippte und kantige `Herbstkalvill`, ein echter Charakterkopf aus dem riesigen Fundus der Apfelsorten.

1. Vorsitzender Michael Busch zeigte sich über die inhaltliche Aufwertung des Obstmuttergartens sehr erfreut und hob dessen Bedeutung für die Obstkultur im Coburger Land und die Beratung hervor.

Generell ist die Pflanzung von Obstbäumen in den Hausgärten, sowie die Anlage und die Pflege von Streuobstwiesen rund um die Dörfer seit vielen Jahrzehnten eines der ureigensten Anliegen der Obst- und Gartenbauvereine des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege. Die engagierten Mitglieder der Vereine leisten damit nicht nur einen wichtigen Beitrag im Sinne der Dorf- und Ortsbildpflege, sondern auch eine wichtige ökologischen Arbeit im Kontext der Agenda 21. Dieses nachhaltige Engagement würdigen der 1. und der 2. Vorsitzende, sowie Kreisfachberater Thomas Neder ganz besonders.

Die Verwertung von biologisch angebautem Obst in den Keltereien der Vereine sorgt zudem auch für eine regionale Verwertung und Erzeugung hochwertiger Produkte. Leistungsfähige Kelterereien werden z.B. von den Vereinen Untersiemau, Obersiemau-Birkach, Schottenstein, Rossach und Grub am Forst betrieben. Um den Erhalt und Ausbau dieser Anlagen hat sich auch der Kreisverband in den vergangenen Jahren stark eingesetzt.

Rund um das Obst informieren in regelmäßigen Abständen Vorträge und Praxisseminar im Rahmen der Gartenpflegerkurse, die traditionsgemäß im Frühjahr abgehalten werden. Termine und aktuelle Gartentipps können der homepage des Kreisverbandes www.kv-gartenbau-coburg.de entnommen werden.

Edelreiserlisten werden gegen Ende des Jahrs an die Obst- und Gartenbauvereine versandt, bzw. können bei der Geschäftsstelle des Verbandes am LRA Coburg angefordert werden.

Die Aktion wurde gesponsert von der Sparkasse Coburg-Lichtenfels.

Der Kreisverband weist auf den Rückblick zur Sonderzugfahrt an die Waterkant hin. Er findet am Freitag, 4. November um 19:30 Uhr im Freizeitzentrum Witzmannsberg statt. Hierzu sind alle Teilnehmer der Sonderzugfahrt herzlich eingeladen.

Foto: Thomas Neder

 
 
Mit der Etikettierung der Sorten im alten Teil des Obstmuttergartens in Einberg, die von 1. Vorsitzenden, Landrat Michael Busch, 2. Vorsitzenden Siegfried Wittmann und Kreisfachberater Thomas Neder durchgeführt wurde, erhalten sie ihre offizielle, wenn auch verspätete Namenstaufe.