Den Birnenduft versüßen
 


(TN) Die Blüte der Birnen, die etwas vor der Apfelblüte einsetzt, gehört zu den optischen Höhepunkten im Obstgarten. Ganz gleich, ob als Hochstamm auf starkwachsender Unterlage oder am Spalier auf schachwachsender Quitte veredelt, kann es die Blüte der köstlichen Frucht mit fast jedem Ziergehölz aufnehmen.

Nimmt man die Blüte etwas näher unter die Lupe und riecht an den Birnenblüten, stellt man fest, dass der Geruch vieler Sorten nicht gerade eine Offenbarung ist. Blühen zeitlich eine Reihe anderer wohlriechender nektar- und pollenreicher Gehölze, kann die Birne bei der Bestäubung ins Hintertreffen geraten.

Um die Attraktivität für blütenbesuchende Insekten zu steigern, besprühten früher manche Obstbauern die Blüten mit einer leichten Zuckerlösung. Ein kleiner Trick, den man durchaus auch mal zu Hause bei klein gehaltenen Birnbäumen probieren kann. Einen Versuch ist es wert.

Wie bei Kirschen macht es bei isoliert stehenden Birnbäumen durchaus Sinn, eine Reihe blühender Zweige verschiedener Sorten in einen Eimer zu stellen und in die Krone zu binden und den Befruchtungserfolg zu steigern. Die meisten Birnensorten sind nicht selbstfruchtbar und benötigen zur Befruchtung Pollen von anderen Birnbäumen. Aus Versuchen ist z.B. bekannt, dass die auch in Hausgärten weit verbreitete Sorte `Conference` eine bessere Fruchtform erhält, wenn sie mit Pollen der Winterbirne `Gräfin von Paris` bestäubt wurde.

Foto: Thomas Neder



Auch wenn der Duft der Birnenblüte bei den meisten Sorten keine Offenbarung ist, zählt die Blüte der köstliche Frucht zu den Höhepunkten im Obstgarten