`Neptun` trotzt der Rettichschwärze
 

(TN) Rettiche sind im Gegensatz zu Radieschen, was den Boden angeht, anspruchsvoller. Sie bevorzugen einen lockeren, leicht- bis mittelschweren humosen Boden. Er sollte tiefgründig sein. Auf Böden, die zur Verdichtung und Staunässe neigen, tritt oft Rettichschwärze (Aphanomyces raphani), eine bodenbürtige Pilzkrankheit auf. Sie kann auch Radieschen befallen. Hohe pH-Werte und ein wiederholter Anbau auf der gleichen Fläche fördern die Pilzerkrankung.

Die Symptome sind deutlich. Grauschwarze Verfärbungen durchziehen den Fruchtkörper, die Wurzeln sind eingeschnürt und verfärbt, die Frucht wirkt trockenfaul und ist durch den Befall unbrauchbar.

Da es keine direkten Bekämpfungsmöglichkeiten gibt, kommt folgenden kulturtechnischen Maßnahmen eine besondere Bedeutung zu:

• Keine enge Fruchtfolge – d.h. keine Kreuzblütler nach Kreuzblütler anbauen
• Tiefgründige Lockerung des Bodens
• Gleichmäßig, aber nicht übermäßig gießen (Trockenheit verursacht pelzig werden und Schärfe - zu viel Feuchte fördert den Pilzbefall)
• Ausreichender Standraum - Reihenabstand 20 cm/ in der Reihe 15 cm
• Bevorzugter Anbau von Frühjahrsrettichen
• Ist kein Flächenwechsel möglich, sollte man besser 4-5 Jahre auf den Anbau verzichten

Die Verwendung der robusten Sorte `Neptun F1`, einer Kreuzung zwischen deutschen und japanischen Sorten, ist eine Alternative, die sich vor allem auf schweren Böden anbietet. Ergänzend kann man auch auf sog. Pflanzrettiche zurückgreifen. Hier werden die Samen in mit Kultursubstrat gefüllte Presstöpfe ausgesät. Diese werden dann ebenerdig in die Erde gepflanzt und ganz normal weiter kultiviert. So wachsen die Rettiche zumindest ein zeitlang geschützt der Rettichschwärze davon.

Theoretisch kann man etwa 3 Wochen vor Kulturbeginn der Rettiche auch Kalkstickstoff, der eine desinfizierende Wirkung hat, einarbeiten

Will man keine madigen Rettiche oder Radies ernten, ist weiterhin die konsequente Auflage eines dicht schließenden Gemüseschutznetzes unverzichtbar. Auf Mist sollte bei der Kultur von Rettichen und Radies verzichtet werden, da er Gemüsefliegen anlockt.

Fotos: Thomas Neder



Die Symptome der Rettichschwärze sind deutlich. Grauschwarze Verfärbungen durchziehen den Fruchtkörper. Die Wurzeln sind eingeschnürt und verfärbt. Die Frucht selbst wirkt trockenfaul und ist durch den Befall unbrauchbar.



Neben Rettichen werden auch Radieschen von der Rettichschwärze gefallen.


Pflanzrettiche sind eine Möglichkeit, das Befallsrisiko durch die gefürchtete Rettichschwärze zu reduzieren.