Eine gute Apfelernte will geplant sein
 


(TN) Jede gute Ernte beginnt bekanntlich schon bei der Pflanzung. Auch beim Apfelanbau kommt es sowohl auf die richtige Sorte, als auch auf die für den Standort passende Unterlage an. Die Unterlage bestimmt vor allem die Wuchsstärke, den Ertragsbeginn, die Standfestigkeit und die Lebensdauer. Jetzt, wenn ich Kürze die Pflanzzeit beginnt, lohnt es sich, einige Gedanken über die gewünschte Apfelsorte zu machen. Der Kauf eines Apfelbaumes ist Vertrauenssache. Die Pflanzen sollten zumindest mit der korrekten Sorte und der verwendeten Unterlage etikettiert sein.

Entscheidungshilfen kann auch der Obstlehrgarten am Landratsamt in Coburg liefern. Dort werden seit 2006 eine ganze Reihe alter und neuer Sorten in Verbindung mit verschiedenen Unterlagen getestet. Im Rahmen der Veranstaltung „Herbstliche Naschereien“ am 5. Oktober um 14 Uhr am Obstlehrgarten stattfindet, können neben verschiedenen Weintrauben auch Apfelsorten getestet werden. Diese Geschmackstests beziehen sich allerdings explizit nur auf diesen Termin!

Auch auf die Unterlage kommt es an
Für kleine Gärten eignen sich die schwach wachsenden Apfelunterlagentypen M27, M9 und M26. Hiervon wächst M27 am schwächsten und M 26 am stärksten. Sie sind allesamt nicht standfest und benötigen einen Pfahl. Sehr gute Erfahrungen wurden am Lehrgarten mit der Unterlage M27 und M9 gemacht. Auch wenn ihre Lebenserwartung mit ca. 15 Jahren nicht gerade hoch ist, lohnt sich eine Pflanzung dennoch.

Sorten, die wenig anfällig oder resistent gegen Schorf sind, bereiten bei der Ernte natürlich weit mehr Freude, als empfindliche Sorten des Erwerbsobstanbaus. Hochzuchtsorten, wie man sie im Handel leider noch häufiger findet, sind im Hausgarten, der naturnah bewirtschaftet wird, fehl am Platz. Eine Reihe von sog. Re Sorten besitzen zusätzlich auch Resistenzen gegen Mehltau und Feuerbrand. Dies macht sie natürlich besonders interessant.

Interessante neue Herbstäpfel
Bei den Herbstäpfeln rangiert z. B. `Rubinola` bei Geschmackstests immer weit vorne. Gute Erfahrungen wurden am Obstlehrgarten auch mit `Reglindis` gemacht. Sie kann auch in höheren Lagen noch gut angebaut werden. `Rebella` besitzt eine Mehrfachresistenz gegen Schorf, Feuerbrand, Mehltau und Bakterienbrand. Ihr Aroma lässt sich als süß-säuerlich und fruchtig bezeichnen. Die kleinfruchtige Sorte `Resi` wurde eine zeitlang als der neue Pausenapfel bezeichnet. Das Aroma ist fruchtig mit geringer Säure.

Der richtige Erntezeitpunkt von Herbstäpfeln ist nicht immer ganz einfach zu bestimmen. Erntet man zu früh, ist im Fruchtfleisch noch zu viel Stärke eingelagert und der Apfel schmeckt noch nicht. Wartet man zu lange, werden manche Sorten schnell mehlig. Der Apfel ist in der Regel erntereif, wenn sich die Frucht sortentypisch gefärbt hat, sich leicht vom Ast lösen lässt und das Fruchtfleisch keine grünen Partien mehr aufweist. Letztendlich kann man auch einfach in den Apfel beißen und so ganz individuell den Reifezustand ermitteln

Schmackhafte Lageräpfel
Bei den Lageräpfeln stehen die Sorten `Topaz`, `Rewena`, `Ariwa` und die schon ältere Sorte `Florina` weit oben in der Hitliste der neueren Züchtungen. Auch mit der Sorte `Pilot`, die wegen ihrer Härte oft spöttisch als Pillnitzer Stein betitelt wurde, wurden bei Lager- und Geschmackstest gute Erfahrungen gesammelt. Sie lässt sich bei guten Bedingungen oft bis in den Mai hinein lagern.

Winteräpfel erntet man in der Regel erst Anfang bis Ende Oktober.

Foto: Thomas Neder

   


Ein Traum von Apfel, optisch wie geschmacklich, ist die Herbstsorte `Rubinola`.





Sie Sorte `Topaz`, rangiert bei den Lagerpfeln mit auf den ersten Plätzen