Die Lieblingsspeise vieler Schmetterlingsraupen
Erica carnea – Schneeheide
 

(TN) Bei den strauchigen immergrünen Heidekrautgewächsen unterscheidet man im Grunde drei Hauptgattungen:
Die Besenheide (Calluna) blüht von der Mitte des Sommers bis in den Spätherbst. Die Irische Heide (Daboecia) mit der einzigen gartenwürdigen Art Daboecia cantabrica, die ebenfalls im Sommer blüht und Erica. Von der letzten gibt es viele interessante winterblühende, aber auch sommerblühende Arten.
Wegen Ihrer frühen Blüte, die je nach Witterung bereits schon im Dezember einsetzt, zählt die Schneeheide zu den wichtigsten Nahrungsquellen für Insekten, die bereits früh im Jahr unterwegs sind. Die Blätter dienen der Ernährung von Wanzen und fast 30 Schmetterlingsarten. Für die Bestäubung sorgen die Insekten. Die Verbreitung der Samen übernimmt der Wind.

Die meisten Heidepflanzen gedeihen am besten in einem sauren Medium und wachsen am Naturstandort häufig auf tiefgründigen sandigen Böden, die reich mit organischem Material durchsetzt sind. Die Faserwurzeln reichen bis in große Tiefen und leben in einer Gemeinschaft (Symbiose) mit einem Wurzelpilz.
Die Schneeheide gedeiht prächtig in voller Sonne. Sie wächst im Gegensatz zu ihrer im Sommer blühenden Schwester auch auf kalkreichen Kalkböden, wenn diese tiefgründig sind, viel organische Substanz besitzen und im Sommer nicht völlig austrocknen. Die Besenheide hingegen braucht einen sauren Standort.
Um auch im nächsten Jahr einen kompakten gedrungenen Wuchs zu erreichen, sollte die Pflanze nach der Blüte um etwa 1/3 heruntergeschnitten werden. Ein ungebremster Wuchs führt zwangsläufig zum Verkahlen. Eine ansprechende optische Wirkung erzielt man am besten mit einer größeren Gruppenpflanzung.
Den interessanten Winterblüher, der auch in roten und rosa Sorten im Handel erhältlich ist, findet man in vielen Teilen Europas - vor allem in den Alpen, aber auch im Alpenvorland. Eine sehr schöne Kombination ergibt die Nachbarschaft roter Schneeheidesorten mit der Stinkenden Nieswurz (Helleborus foetidus) und der Schopfigen Traubenhyazinthe (Muscari comosum).

Vermehren kann man die Schneeheide leicht durch halbreife Stecklinge. Hierzu wählt man im Spätsommer bis Herbst einen kräftigen Seitentrieb ohne Blütenansatz. Die Stecklinge werden auf ca. 4-5 cm geschnitten und die Blätter im unteren Drittel abgestreift. Beim Stecken in ein lockeres Kokosfaser- oder Torfsubstrat berühren die untersten Blättere gerade die Substratoberfläche. Ideal ist ein beheizter Vermehrungskasten, der auf etwas 15 bis 20 Grad eingestellt wird.

Foto: Thomas Neder

 

Wegen Ihrer frühen Blüte, die je nach Witterung bereits schon im Dezember einsetzt, zählt die Schneeheide zu den wichtigsten Nahrungsquellen für Insekten, die bereits früh im Jahr unterwegs sind.