Es leuchtet der Weihnachtskaktus
 

(TN) Der Weihnachtskaktus zählt zu den sog. Blattgliederkakteen. Früher trug er den botanischen Namen Schlumbergera oder Zygocactus. Mittlerweile wird er als Schlumbergera gelistet. Die „Vorfahren“ der Zuchtformen kommen aus Brasilien, wo sie in Höhenlagen von 900 bis 2800 m vorkommen. Man findet sie dort im Boden oder epiphytisch (als Aufsitzerpflanzen) auf Bäumen wachsend. Im Handel erhält man vorwiegend Auslesen von Schlumbergera truncata. Sie sind an ihren gezähnten Sprossgliedern zu erkennen.

Interessanter als der exakte Name ist für Pflanzenfreunde sicherlich die überwältigende Blütenfülle um die Advents- und Weihnachtszeit. Nicht nur die Menge, sondern auch die filigranen Details der Blüte laden zum Genießen ein.

Die Blüten entstehen nur an ausgereiften Blattgliedern. Je nach Sorte und dem am Standort vorherrschendem Licht und der Temperatur kann der Weihnachtskaktus mehrmals im Jahr blühen.

Den Blütenansatz fördern
Steht der Weihnachtskaktus im Herbst und Winter in nur mäßig warmen Räumen von 10 bis 15 Grad, kommt er zuverlässig zur Blüte. Nach dem Erscheinen des Blütenansatzes kann man ihn bei 18 bis 22 Grad gut weiterkultivieren. Von der Knospenentwicklung bis zur Blüte vergehen in der Regel etwa 2-3 Monate.

Um das Ausreifen der Blattglieder zu fördern und einen guten Knospenansatz zu erzielen, kann man die Pflanzen von Juni bis September auch an einen geschützten und lichtschattigen Standort im Freiland kultivieren. Nach dem Einräumen und dem Zeitpunkt der sich entwickelnden Blütenknospen kann man wieder mehr gießen. Die Pflanze sollte dann auch ihre Richtung beibehalten und nicht ständig gedreht werden, sonst reagiert sie schnell mit dem Abwerfen von Knospen. Nach der Blüte hält man den Weihnachtskaktus trockener. Ideal zum Gießen ist zimmerwarmes und kalkfreies Wasser. Die Palette der Blütenfarben reicht vom klassischen Rot, kräftigen Pink und Weiß bis neuerdings zum dezenten Gelb.

Keine direkte Sonne
In der Wohnung will es der Weihnachtskaktus hell. Direkte Sonneneinstrahlung mag er aber nicht. Färben sich die Blattglieder rot, kann dies ein Zeichen für zu viel Sonne sein.
Das lockere Erdsubstrat, dem man beim Umtopfen (alle 1-2 Jahre) auch etwas Sand oder Seramis beimischen kann, sollte einerseits nicht völlig austrocknen, andererseits aber auch nicht zu nass werden. Stauende Nässe führt schnell zu Wurzelfäule. Pflanzen, die trotz ausreichend Wasser anfangen zu welken, haben in der Regel zu viel Feuchtigkeit abbekommen und sind mit einem Wurzelfäulepilz infiziert. Meist sind sie dann auch nicht mehr zu retten. Gedüngt werden kann alle 2 bis 4 Wochen mit einem üblichen Blumendünger.

Leicht zu vermehren
Die Vermehrung gelingt leicht. Hierzu kann man im Frühjahr oder Sommer mehrere Blattglieder abtrennen und unter gespannter Luft in einem luftigen Substrat abstecken und zur Bewurzelung bringen. Bei Temperaturen von 22 bis 24 Grad setzt die Wurzelbildung schnell ein. Theoretisch kann man auch das ganze Jahr über mittels Stecklingen vermehren. Stark hängende Sorten wurden früher in einer 2 jährigen Kultur veredelt. Hierzu verwendet(e) man als Unterlage z. B. Pereskia oder Eriocereus. Das Edelreis besteht bei der Veredlung aus mehreren Gliedern, wird keilförmig angeschnitten und in einen Spalt der Unterlage gepfropft. 

Foto: Thomas Neder

Überwältigend ist die Blütenfülle des Weihnachtskaktus um die Advents- und Weihnachtszeit. Nicht nur die Menge, sondern auch die filigranen Details der Blüte laden zum Genießen ein