Neue Winteräpfel für den Hausgarten richtig lagern
 

(TN) Während Sommer- und Herbstäpfel entweder direkt vom Baum gesessen werden, oder nur kurz lagerfähig sind, öffnen Winter- bzw. Lageräpfel das Verwertungsfenster, je nach Lagerbedingungen bis in das Frühjahr hinein.

Winteräpfel werden in der Regel von Anfang bis Mitte Oktober knapp reif geerntet, wenn die Grundfarbe umfärbt. Je nach Sorte, sollte man im Idealfall mehrmals durchpflücken. Vor allem süße Sorten sollten nicht zu spät geerntet werden. Die Bedeutung gegen Schorf robuster Sorten, wird vor allem wieder niederschlagsreichen Jahren deutlich. In solchen „Schorfjahren“ sind die allermeisten alten, aber auch nicht resistenten neuen Sorten sehr stark befallen und oft kaum mehr zu verwerten. Für kleine Hausgärten bieten sich auf M27/ M9 oder M26 veredelte Buschbäume an. Sie kommen schnell in Ertrag, sind leicht zu beernten und lassen sich in Sachen Schnitt gut in den Griff bekommen.

Naturlager
In einem guten Naturlager liegt die Temperatur zwischen 2 und 6 Grad, die Luftfeuchte beträgt ca. 80 bis 90% und der Raum lässt sich lüften. Zur Erhöhung der Luftfeuchte können wassergesättigte Ziegelsteine ausgelegt, der Boden befeuchtet oder wassergefüllte Schalen aufgestellt werden. Gemüse und Obst sollten getrennt gelagert werden. Das vom Obst abgesonderte Reifegas Ethylen beschleunigt das vorzeitige Altern bzw. Reifen von Gemüse und Kartoffeln. Damit das eingelagerte Obst auf Faulstellen kontrolliert werden kann, sollte es in höchstens ein bis zwei Lagen ausgelegt werden.

Lagerung in Folienbeuteln
Wenn die Temperatur und die Luftfeuchte nicht ideal sind, kann man auch in Folienbeuteln mit 5 l Packungsgröße nach Sorten getrennt lagern. In Beuteln stellen sich ein höherer Kohlendioxid- und zugleich ein geringerer Sauerstoffgehalt ein. Dies verbessert die Haltbarkeit deutlich. Um Schwitzwasser zu vermeiden, wird der Beutel erst dann verschlossen, wenn sich die Temperatur von Frucht- und Lagerraumtemperatur angepasst hat. Die Temperatur kann bei der Lagerung in Folienbeuteln zwischen 8-10 Grad liegen. Um den Kohlendioxidgehalt im Beutel nicht zu stark ansteigen zu lassen, perforiert man den Beutel nach ca. 2 Wochen Lagerzeit mit 2 Einstichen pro 2-3 kg Erntegut. Mit den Sorten muss man etwas experimentieren. Manche eignen sich gut, manche weniger.

Neuere Lagersorten
Topaz ist ein saftiger Apfel mit gutem Aroma und angenehmer Säure. Er gilt als einer der Spitzensorten des schorfresistenten Sortiments.
Ariwa ist mittelsaftig hat ein süßes Aroma mit ausgewogener Säure. Die Sorte lässt sich lange lagern ohne zu welken.
Florina sollte für ein gutes Aroma knapp reif geerntet werden. Der Apfel ist süß, hat wenig Säure und wird daher wohl auch Liebhabern von Jonagold schmecken.
Resista ist mittelgroß, hat einen sehr guten Geschmack und schmeckt saftig knackig. Mehr in die süß- säuerliche Richtung gehen Renora und die hochgebaute Sorte Rewena.
Bei guten Bedingungen bis Mai lagern lässt sich Regine. Der Apfel ist fest und saftig. Ebenso lange lagern lässt sich Pilot. Er ist rel. robust gegen Schorf, auch wenn er nicht zu den sog. Re-Sorten zählt.

Foto: Thomas Neder

 
 
Pilot, Topaz und Rewena zählen zu den empfehlenswerten Lageräpfeln, die auch im Hausgarten erfolgreich angebaut werden können.