Auch im Winter dekorativ – Der wilde Wein, ein echter Klassiker in der Fassadenbegrünung
 

(TN) Kletterpflanzen haben vielfältige positive Funktionen und Wirkungen bei nur sehr geringen Platzansprüchen. Begrünte Wände machen das Wohnumfeld lebendiger und freundlicher. Im öffentlichen Bereich binden sie Staub und Schadstoffe und können gezielt und mit Sachverstand eingesetzt, Gebäude optisch vorteilhaft aufwerten.

Mit am häufigsten zur Wandbegrünung verwendet wird der Wilde Wein - ein echter Klassiker unter den Kletterpflanzen. Er ist eine Kletterpflanze, die zu allen Jahreszeiten wirkt. Die botanische Bezeichnung Parthenocissus steht für Klimmer und jungfreulich, was wohl mit der Eigenart zu tun hat, dass keine essbaren Früchte gebildet werden. An seinem Naturstandort im östlichen Nordamerika überzieht er dank seiner Klettereigenschaft eindrucksvoll oft ganze Gehölzkulissen.

Im Sommer locken die zahlreichen kleinen Blüten als „Nektartränke“ ganze Heerscharen von Bienen, Wildbienen, Wespen und andere Hautflügler an. In der heißen Jahreszeit wirkt der grüne Pelz zudem kühlend und Temperatur ausgleichend. Im Herbst färbt sich das Laub leuchtend scharlachrot und sorgt auch zu Hause für einen Hauch von Indian Summer. Ein sonniger Standort fördert eine intensive Herbstfärbung. Später im Jahr fallen oft ganze Starenschwärme ein um sich an der Naschtheke reifer Beeren zu bedienen. Auch Amseln, Drosseln und Hausrotschwanz schätzen die Beeren. Besonders die etwas größeren Früchte des 5- lappigen Weines (Parthenocissus quinquefolia) haben es ihnen angetan. Der wilde Wein wirkt auch in der Vegetationsruhe im Winter. Vor allem in Verbindung mit Schnee oder Rauhreif malen die filigranen Triebe lebendige Bilder an Wände und Fassaden.

Je nach Verwendungszweck kann man auf verschiedene Arten und Sorten des Wilden Weins zurückgreifen.

Parthenocissus quinquefolia ist von Natur aus ein Selbstklimmer und bildet Haftscheiben. Dennoch sind häufig Pflanzen im Handel zu finden, die nur wenige Haftscheiben ausbilden. Dies kann darin liegen, dass Kreuzungen mit der Art Parthenocissus inserta vorliegen und sich oft falsch deklariert im Handel befinden. Eine Kletterhilfe ist für diese Pflanzen von Vorteil. Starkwachsend werden Höhen von 10 -15 m erreicht. Die 5-lappige Sorte `Engelmannii` wirkt etwas zierlicher als die Art. Sie haftet hingegen zuverlässig. Auch sie weist ein ausladendes Wuchsverhalten auf. Parthenocissus tricuspidata `Veitchii`, auch Dreispitz Jungfernrebe genannt, ist ein wahrer Kletterkünstler. Von Natur aus kommt er in Japan, China und Korea vor. Spielend leicht werden auch vermeintlich glatte Betonwände eingegrünt. Klinkermauer bis in 20 m Höhe sind sowieso ein „Kinderspiel“. In strengen Wintern kann er manchmal Frostschäden erleiden.

Bei den Haftscheiben handelt es sich um umgewandelte Enden von Ranken. Bei Kontakt mit der Unterlage wird ein klebstoffartiges sich schnell verhärtendes Sekret ausgeschieden. Zusätzlich finden Gewebewucherungen statt, die sich in Bruchteilen von Sekunden in feinste Unebenheiten hinein senken.

Bevorzugt eignen sich die selbstklimmenden Formen natürlich für Wände, die nicht regelmäßig gestrichen werden und wo eine dauerhafte Eingrünung auch toleriert wird. Für „pflegeintensive“ Wände gibt es zahlreiche andere Lösungen mit Kletterpflanzen.

Fotos: Thomas Neder

 
Spielend leicht grünt die Sorte `Veitchii` auch vermeintlich glatte Betonwände ein. Klinkermauer bis in 20 m Höhe sind sowieso ein „Kinderspiel“.

Im Herbst, zur Zeit der Beerenreife, fallen oft ganze Starenschwärme ein, um sich an der Naschtheke reifer Beeren zu bedienen. Auch Amseln, Drosseln und Hausrotschwanz schätzen die Früchte des Wilden Weins.

 

m Herbst färbt sich das Laub leuchtend scharlachrot und sorgt auch zu Hause für einen Hauch von Indian Summer. Ein sonniger Standort fördert eine intensive Herbstfärbung.