Zu Gast bei den „Berliner Laubenpiepern“
 

(TN) Eine langjährige Partnerschaft verbindet den Kreisverband Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. mit dem Bezirksverband in Berlin/ Wilmersdorf. Bereits 1977 begannen die ersten Kontakte mit den Berliner Gartenfreunden. Initiiert wurde das „grüne Band“ der Freundschaft zwischen Berlin und Coburg von Ehrenvorsitzenden Karl Lemser und dem damaligen 1. Vorsitzenden des Berliner Landesverbandes Jürgen Hurth. In der ehemaligen Autobahngaststätte „Dreilinden“ am Stadtrand von Berlin fand das erste Treffen statt. Ein besonderer Verdienst um den Erhalt der Freundschaft gilt vor allem dem verstorbenen Ehrenpräsidenten des BV Wilmersdorf Harry Wuttke, der immer wieder für eine Belebung der Kontakte sorgte.

In den Folgejahren nach 1977 besuchte der Coburger Kreisverband immer wieder mal seinen Partnerverband in Berlin. Zum 100 jährigen Jubiläums und der Einweihung des Obstlehrgartens im Jahre 2006 konnte eine Berliner Delegation in Coburg begrüßt werden. Anlässlich der Grünen Woche war es nun wieder soweit und man traf sich zu einem freundschaftlichen Informationsaustausch im Haus des Landesverbandes und auf dem Ausstellungsstand des Berliner Landesverbandes auf der Grünen Woche. 1. Vorsitzender, Landrat Michael Busch überbrache Inge Titel, der 1. Vorsitzenden des Bezirksverbandes Wilmersdorf und Peter Ehrenberg, dem 1.Vorsitzenden des Berliner Landesverbandes die besten Grüße des Coburger Kreisverbandes und betonte die enge Verbundenheit zu den Berliner Kleingärtnern, die man auch in Zukunft pflegen möchte. Lobende Worte für den Coburger Kreisverband fand Ehrenpräsident Jürgen Hurth. Er habe immer wieder mit Bewunderung festgestellt, was die Coburger alles auf die Beine gestellt hätten. Seien es die zahlreichen Sonderzugfahrten, oder seit 2006 der Obstlehrgarten auf dem Gelände des Landratsamtes, als profunde fachlich betreute Informationsquelle für alle Garteninteressierten. Mit einem sehr privaten Wort richtete er seine Grüße abschließend nochmals Richtung Coburg. „Ich habe in meinem Leben nur wirklich wenige echte Freunde gefunden, einer davon war und ist Karl Lemser“, so Jürgen Hurth.

Das Kleingartenwesen hat in Berlin eine lange Tradition. Die Entwicklung des organisierten Kleingartenwesens begann Mitte des 19. Jahrhunderts. Bis zum 1. Weltkrieg entwickelte es sich zwischen Not.- und Selbsthilfe aus Armengärten, Schrebergärten, Rote Kreuz Gärten und Berliner Laubenkolonien. Von 69245 Parzellen im Berliner Landesverband mit 808 Vereinen sind im Bezirk Wilmerdorf 15 Vereine mit 1672 Parzellen aktiv. Unter dem Motto: „Grün ist unser Leben“ ist es erklärtes Ziel der Wilmersdorfer Gartenfreunde, den Erhalt ihrer Kolonien auch zukünftig zu sichern, denn Straßen- und Wohnungsbau haben sich durch ihren gewaltigen Flächenverbrauch zu mächtigen Konkurrenten entwickelt. „Seit 6-7 Jahren stellen wir deutlich fest, dass sich junge Familien mit kleinen Kindern intensiver als früher wieder um eine eigene grüne Gartenparzelle bemühen, auch wenn die Wartezeit bis zu 5 Jahre beträgt“. Mit dieser Aussage betonte Inge Titel die Bedeutung der vielen Gartenparzellen inmitten der pulsierenden Großstadt.

Auf der Rückreise stand ein Besuch des durch das TV weit bekannten Leipziger Zoos auf dem Programm. Nach einem afrikanischen Lunch im der Kiwana-Lodge ging es unter exzellenter fachlicher Führung durch den Lebensbereich Afrika. Begeistert waren die Coburger Gartenfreunde vom neuen Gondwana Land. Unter einer futuristisch anmutenden riesigen Glaskugel konnte man mitten im Winter bei tropischen Temperaturen den Regenwald Afrikas, Asiens und Südamerikas mit allen Sinnen erleben und genießen. Dort leben auf einer überdachten Fläche, größer als zwei Fußballfelder, 40 exotische Tierarten und rund 500 verschiedene Baum- und Pflanzenarten.

Fotos: Thomas Neder