Farnschönheiten im winterlichen Staudengarten
 


(Tn)„Eigentlich erst durch Farne verschreibt man sich der letzten und vollsten Bejahung des Gartenschatten. So preist Karl Förster, der „Altmeister“ der Staudenzüchtung und Staudenverwendung die große Familie der Gartenfarne.

Farne entstanden vor etwa 400 Millionen Jahren und zählen zu den ältesten Landpflanzen.
Neben zahlreichen sommergrünen Farnarten gibt es auch eine Reihe immer- bzw. wintergrüner Formen, die auch im winterlichen Garten willkommene und lebendige Akzente setzen.

Standortansprüche
Neben der Humusversorgung hat auch eine ausreichende Boden- und Luftfeuchte eine entscheidende Bedeutung für ein gutes Gedeihen. Standorte mit schweren, nasskalten Lehmböden oder stauender Nässe sind denkbar ungeeignet. Schlechte Böden lassen sich mit Rinden- oder Holzkompost und halbverrottetem Laub oder fertiger Lauberde verbessern.

Entscheidend für ein gutes Gedeihen ist auch der Konkurrenzdruck durch umgebende Bäume oder Gehölze. Ein starker, flacher Wurzelfilz kann in trockenen Jahren zum Problem werden. Hier kann neben Wässern auch der Einbau von Wurzelsperren helfen. Wird der Garten neu angelegt, bieten sich tief wurzelnde Bäume mit lichter Krone als Nachbarn von Farnen an. Hierdurch kann die Konkurrenz zwischen Baum- und Krautflora verringert werden. Sträucher mit hängenden Zweigen sind keine guten Partner. Sie würden die Bodenfreiheit des Unterwuchses und damit die notwendige freie Entfaltung der Farne zu stark einschränken.

Kleine Auswahl interessanter Arten
Der Streifenfarn (Asplenium trichomanes) ist in den gemäßigten und kalten Zonen auf der ganzen Welt beheimatet. Dank seiner geringen Größe (5 bis 20 cm) und des rasigen Wuchses, siedelt er gerne in feuchten und schattigen Felsspalten. Die kleinen, rundlich derben Blättchen sitzen an schwarzen Stielen. Sie fallen erst im Spätwinter ab.

Der Rippenfarn (Blechnum spicant) kommt vor allem auf der nördlichen Halbkugel vor. Er wächst an schattig feuchten Plätzen mit viel Rohhumus. Da er ein saures Milieu liebt, kann man den Standort im Garten mit Fichtenstreu oder Rindenkompost anreichern. Der Rippenfarn reagiert empfindlich auf pralle Wintersonne und sollte daher im Gehölzbestand oder im windgeschützten Schatten von Gebäuden verwendet werden.

Der Goldschuppenfarn (Dryopteris affinis) sieht dem Wurmfarn sehr ähnlich. Auffällig ist vor allem auch der goldbraune Austrieb, der ihm den Namen Goldschuppenfarn eingebracht hat.
Eine Variation in der Wedelform weist die Sorte `Crispata Angustata` auf. Sie gefällt durch gekrauste Blätter.

Wer einen wüchsigen Farn für größere Gartenpartien sucht, der weit kriecht und sich schnell verbreitet, kann es mit dem Perlfarn (Onoclea sensibilis) versuchen. Auch an sonnigen, nicht zu feuchten Standorten fühlt er sich wohl.

Die Hirschzunge (Phyllitis scolopendrium) kommt in Europa, Japan, Nordafrika, auf den Atlantischen Inseln und in Nordamerika vor. Bei uns zählt die Hirschzunge zu den geschützten Pflanzen. Die 4 bis 6 cm breiten und 30 bis 60 cm hohen Blätter sind wintergrün und ungeteilt. Viele Zuchtformen wie z. B. die Sorten `Crispa` oder `Furcatum` haben gewellte Ränder. Sie ist kalkverträglich und zählt zu den wichtigsten Freilandfarnen. Zugige Stellen sollten vermieden werden.

Der Tüpfelfarn (Polypodium vulgare) ist eine in Deutschland vorkommende wintergrüne Art. Die 20 bis 30 cm großen Wedel werden in Gewässernähe auch 40 bis 60 cm hoch. Karl Förster bezeichnete ihn als „zähen Weltwanderer“. Auch Konkurrenzdruck von Gehölzen erträgt er recht gut.

Die glänzend grünen Wedel des Glanzschildfarns (Polystichum aculeatum) werden bis zu 80 cm lang und sind zwei- bis dreifach gefiedert. Ausgewachsen können Glanzschildfarne einen Durchmesser von bis zu 120 cm erreichen. Der Glanzschildfarn zählt zu den schönsten immergrünen Farnen.

Fotos: Thomas Neder

 

Derb in der Gestalt, aber wirkungsvoll sind die Wedel des Rippenfarns.

Wintergrüne Farne lassen sich sehr gut auch als Deko verwenden.


Zahlreiche Farnarten wirken auch im Winter. Sie verleihen dem Garten ein besonderes Flair.



Die Auwahl wintergrüner Farne ist größer als man denkt.
Für fast jeden Geschmack ist etwas dabei.

   

Gewellte oder gefranste Auslesen, wie hier Dryopteris affine Crispa, wirken besonders reizvoll