Neue Frühäpfel im Test
 

(TN) Waren es früher z. B. `Roter Astrachan`, `Klarapfel`,` Jakob Fischer` oder `James Griene`, die bei den Sommeräpfeln das Feld anführten, ist inzwischen eine ganze Palette neuer Züchtungen auf dem Markt.

Am Obstlehrgarten des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. am Landratsamt in Coburg werden drei Frühapfelsorten auf ihre Eignung für das Coburger Land getestet.

Rot Geflammter `Piros`
Jetzt schon in Vollreife steht die Sorte `Piros`. Sie kommt, wie eine ganze Palette von sog. „Re Sorten“, aus Dresden Pillnitz. Auf der schwach wachsenden Unterlage M9 fruchtet sie am Lehrgarten seit ihrer Pflanzung 2006 alle Jahre. Hierzu werden allerdings bei zu starkem Behang die Früchte per Hand ausgedünnt, damit sich der Baum nicht erschöpft. Der Schnitt, bzw. die Formierung mittels Astfix -Klammern erfolgt in der Regel bereits im Sommer. `Piros` wächst leider etwas sparrig und erfordert ein gewisses Maß an Einfühlungsvermögen beim Schnitt. Der saftige Sommerapfel gefällt durch seine rot geflammten leuchtenden Backen. Das Aroma ist dezent ohne ausgeprägte Säure oder Süße. In der Kultur ist er nur gering anfällig für Schorf, Mehltau und Rindenbrand. Auch Glasigkeit tritt kaum auf. Er kann, wenn er etwas vor der Reife geerntet wird, kurz gelagert werden. Nach nun sechs Jahren Erfahrung mit der Sorte im Lehrgarten kann man `Piros` als guten Sommerapfel auch für das Coburger Land empfehlen.

Attraktive Julia
Neu im Sortiment ist die Sorte `Julia`, ein knackig saftiger Sommerapfel, der je nach Witterung schon im Mitte Juli reift und als einer der allerersten Äpfel gilt. Das Aroma lässt sich als ausgeglichen süß-sauer beschreiben. Sie Sorte ist resistent gegen den gefürchteten Schorfpilz und nur gering anfällig gegen Mehltau – ein Apfel, den man direkt vom Baum ohne Zwischenlagerung essen sollte.

Discovery –Alte Züchtung neu entdeckt
Durch ihr leuchtendes Rot mit kleinen weißen Schalenpunkten macht auch die schwachwüchsige Sorte `Discovery`auf sich aufmerksam. Ganz taufrisch ist die Sorte allerdings nicht, denn sie entstand schon 1949 durch eine Kreuzung von `Worcester Parmäne` und `Schöner aus Bath` in Essex, England. `Discovery` reift etwas nach `Piros` etwa ab Mitte August und punktet durch sein süßsäuerliches Aroma. Das Fruchtfleisch ist fest und knackig. Es hat einen leicht säuerlichen Geschmack, Für Liebhaber alter Apfelsorten, denen die birnenhafte manchmal parfümierte Süße vieler neuer Sorten nicht zusagt , vielleicht ein Pluspunkt. Durch ihr schwaches Wachstum, die in Kombination mit einer schwachwüchsigen Unterlage noch verstärkt wird, lässt sich `Discovery`, wie im Lehrgarten praktiziert, leicht als senkrechter Kordon ziehen. Die Anfälligkeit gegen Schorf und Mehltau gilt als gering.

Fotos: Thomas Neder


   

Neu im Sortiment ist die Sorte `Julia`, ein knackig saftiger Sommerapfel, der je nach Witterung schon im Mitte Juli reift und als einer der allerersten Äpfel gilt.


Jetzt, Anfang August ist die Sorte `Piros` schon vollreif


Das Fruchtfleisch von `Discovery` ist fest und knackig. Es hat einen leicht säuerlichen Geschmack