Naschereien aus dem Süden
 

Der sonnige Süden hat einiges zu bieten - optisch, klimatisch und kulinarisch.
Auf dem Gemüsebeet, im Obstgarten oder im Reich der Kübelpflanzen gibt es ein interessantes Sortiment erlesener „Naschereien“.

Tomaten, die auf Bäumen wachsen – Die Baumtomate

Die Heimat der Baumtomate oder Tamarillo (Cyphomandra betaceae) liegt in der Bergregionen Perus.
Als Nachtschattengewächs ist sie z. B. mit der Kartoffel und der Tomate verwandt. Gefällt es ihr, werden 2- 3 m Höhe schnell erreicht. Die breitovalen Blätter werden bis zu 25 cm lang. Sie sind weichlaubig und riechen, wenn man an ihnen reibt. Der Tomatenbaum ist frostempfindlich und nicht winterhart. Er wird als Kübelpflanze kultiviert. Ein halbschattiger, vor Wind und Wetter geschützter Platz sagt ihr am besten zu. Je nach Überwinterungstemperatur ist die Pflanze immergrün bis laubabwerfend.

Die rosa farbenen Kartoffelblüten erscheinen im Sommer. Da die Tamarillo selbstfruchtbar ist, genügt eine Pflanze um zu ernten. Die bei Vollreife purpurroten Früchte erscheinen etwa ab dem 3. Jahr. Sie sind dann reif, wenn man sie mit dem Finger leicht eindrücken kann. Der Geschmack ist eine exotische Mischung und erinnert etwas an Maracuja. Schale und Samen schmecken etwas bitter. Die bittere Note lässt sich durch Schälen, Brühen oder leichtem Zuckerzusatz mindern. Man kann Tamarillos roh essen, für Säfte verwenden, fruchtige Sommercocktails zubereiten oder zu Marmelade verarbeiten.

Schon bei Mose erwähnt – Die Fruchtfeige
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Nur in besonders begünstigten Lagen, wie windgeschützten Innenhöfen, oder am warmen Mauerspalier mit Winterschutz ist bei uns eine Freilandpflanzung der sonnenverwöhnten Pflanze (Ficus carica) einen Versuch wert. Dort liebt die exotische Obstart einen humosen und durchlässigen Boden. Er sollte nicht zur Vernässung neigen. Haben sich die verwöhnten Sonnenkinder am Standort etabliert, können robuste Sorten bis zu 15 Grad minus kurzzeitig ertragen. Es macht Sinn, die Feige im Winter mit Schilfmatten, dickem Vlies, Nadelholzzweigen oder einer Laubpackung zu schützen. In harten Wintern gefriert sie oft bis zum Boden zurück, treibt dann aber meist willig aus der Basis wieder aus.

In der Regel wird man die Feige als mobile Kübelpflanze halten. Da sie üppig wachsen kann, werden Containergrößen von 25 bis 100 l schnell erreicht. Im Topf gezogen, sollte sie möglichst lange an der frischen Luft bleiben. Überwintern lässt sich die Pflanze kalt aber frostfrei. Die dekorativen 3-5 lappigen und bis zu 20 cm breiten Blätter werden abgeworfen. Man kann sie daher auch dunkel und kalt überwintern. Gegossen wird in der kalten Jahreszeit nur wenig.

Wilde Feigen sind auf Fremdbestäubung durch die Gallwespenart Blastophaga angewiesen um fruchtbare Samen zu bilden. Kultursorten sind selbstfruchtbar. Es macht daher Sinn, nur diese Sorten – sprich Sorten des adriatischen Typs zu kultivieren. Neben der sog. Bayernfeige `Violetta` gibt es z.B. robustere Sorten wie `Brown Turkey`, `Nordland Bergfeige`, `Contessina Feige` oder die sehr früh reifende `Rossa Rotonda`. Die meisten Sorten fruchten an den im letzten Jahr gebildeten Trieben. Je mehr dieser Triebe den Winter überstehen, desto reicher wird die Ernte ausfallen. Die kleinen Früchte überwintern in den Blattachseln. Die an den diesjährigen Trieben im Frühjahr angesetzten Früchte kommen in unseren Klimazonen in der Regel nicht mehr im gleichen Jahr zur Reife. Die Früchte reifen sehr ungleichmäßig. Ein Schnitt wird in der Regel nur dann notwendig, wenn die Pflanzen zu groß geworden sind. Durch ein Pinzieren im Sommer kann man für einen reichen Neuaustrieb sorgen. Dies kann sich im nächsten Jahr positiv auf den Fruchtansatz auswirken.

Die Birnenmelone - Pepino

Die Birnenmelone oder Pepino (Solanum muricatum) ist in Südamerika heimisch. Lässt man der Pflanze in ihrer Entwicklung freien Lauf, wird sie bis zu einen Meter breit und hoch. Die Pflanze blüht und fruchtet zugleich. Mit zunehmendem Fruchtansatz biegen sich die Zweige nach unten. Diese Eigenschaft macht sie auch als Ampelpflanze interessant. Die bis zu 200g schweren Früchte sind gelb bis leicht orange gefärbt und je nach Lichtgenuss mit lilafarbenen Streifen oder Backen durchsetzt. Der Geschmack ist melonenartig und lässt sich als nicht so intensiv, sondern als etwas dezenter bezeichnen.

Von Kolumbien bis Peru werden die Pepinos in hochgelegenen Tälern angebaut. Mit der Düngung kann man sich etwas zurückhalten, da die Pflanze sonst zwar mit üppigem vegetativem Wachstum, aber mit wenig Fruchtansatz reagiert. In offenem Boden ausgepflanzt, reichen in der Regel 3-5 l reifer Kompost pro m2, als Ampelpflanze, in TKS 2 gezogen, braucht man erst nach ca. 6 Wochen einmal wöchentlich flüssig (0,1%ig) nachzudüngen. Am sinnvollsten zieht man die Pflanze ein- bis dreitriebig an einer Schnur, so dass die während des ganzen Sommers kontinuierlich von unten nach oben abreifenden Früchte ausreichend belichtet werden. Im Freiland wird am besten erst nach den Eisheiligen ausgepflanzt. Eine vor Wind, Wetter und der prallen Mittagssonne geschützte Ostseite des Hauses eignet sich zur Kultur sehr gut.

Erntereif sind die Früchte dann, wenn sie gelb bis orange ausgefärbt sind und einen leichten Duft ausströmen. Reif geerntete Früchte mit unversehrter Schale lassen sich einige Wochen lagern. Die Pflanze lässt sich frostfrei überwintern. Im Frühjahr kann man sie leicht aus Stecklingen weiter vermehren.

Als rohe Frucht in Streifen geschnitten und mit Preiselbeeren kombiniert, ist sie eine willkommene Garnitur festlicher Essen. Eingeweckt schmecken Pepinos ähnlich wie Kürbisse. Auch Marmelade bzw. Konfitüre aus Pepinos hat einen vorzüglichen Geschmack.


Die rosa farbenen Kartoffelblüten der Baumtomate oder Tamarillo (Cyphomandra betaceae) erscheinen im Sommer.

Die eierförmigen Früchte sind zunächst grün, bei Vollreife leuchten sie purpurrot. Sie erscheinen etwa ab dem 3. Jahr.


Die bis zu 200g schweren Früchte sind gelb bis leicht orange gefärbt . Der Geschmack ist melonenartig und lässt sich als nicht so intensiv, sondern als etwas dezenter bezeichnen.

In der Regel wird man bei unserem Klima Feigen als mobile Kübelpflanze kultivieren. Die Sorte `Panasce` gefällt durch die panaschierten Früchte..

Die meisten Feigensorten fruchten an den im letzten Jahr gebildeten Trieben. Je mehr dieser Triebe den Winter überstehen, desto reicher wird die Ernte ausfallen.