Es blüht exotisch im Obstlehrgarten
 

Nach dem Spektakel der Apfel-, Birnen- und Zwetschgenblüte geht es im Obstlehrgarten am Landratsamt in Coburg mit exotischen Blüten weiter.

„Indiana-Banane, Koreanische Berberitze und Spaltkörbchen sind schon allein wegen ihrer Bütenexotik ein echter Hingucker und einen Anbauversuch im eigenen Obstgarten wert“ meint Kreisfachberater Thomas Neder.

Blütenträubel in leuchtendem Gelb – Berberis koreana
In der Gattung Berberis findet man einige Arten, welche wertvolle Fruchtsäuren liefern. Die Gemeine Berberitze (Berberis vulgaris) wurde vor allem früher verwendet, als Zitronen noch sehr schwer zu bekommen waren. In der Zuchtstation Berlin-Baumschulenweg wurden von der mit der Gemeinen Berberitze verwandten Art Berberis koreana, die Sorten ´Azisa´ und ´Rubin´ ausgelesen, welche für die Verwendung als Obst besonders interessant sind.

Die Sorte `Azisa` wächst breit aufrecht und wird frei wachsend bis ca. 2 Meter hoch. `Rubin` bleibt im Wuchs etwas schlanker. Die gelben Blüten erscheinen im Mai. Die lachsroten Beeren hängen an bis zu 5 cm langen Trauben, reifen im Oktober und bleiben bis weit in den Winter am Strauch. Als Standort sind warme und sonnige Lagen empfehlenswert. Sie gedeiht auch auf mageren Böden. Ältere Triebe werden regelmäßig bis auf den Boden zurückgesetzt. Weitere Kulturmaßnahmen sind nicht notwendig.

Verwendung finden die Beeren frisch vom Strauch als vitales Naschobst oder als Konfitüre. Die Früchte sind reich an Vitamin C, sehr saftreich und enthalten bis zu 11% Säure.

Zierliche Blütenglöckchen – Das Spaltkörbchen
Das Spaltkörbchen ist ein hochwachsendes rechtswindendes Schlinggehölz und stammt aus Asien (Korea, Japan, Nordchina). In China ist es seit mehr als 2000 Jahren ein geschätztes Beerenobst, das auch in der Volksmedizin eingesetzt wird. Ähnlich wie die Brombeere eignet sich als Standort für das Spaltkörbchen ein halbschattiger Platz an der Pergola, am Klettergerüst oder am Wandspalier. In der vollen Sonnen können Blattverbrennungen auftreten. Schisandra ist absolut winterhart. Spätfrost- oder Extremlagen sollten aber dennoch vermieden werden.

Eine Erziehung ist nicht unbedingt nötig. Es kann seinen natürlichen Habitus behalten. Rein optisch ist es eine attraktive Alternative mit Fruchtschmuck zu den bekannten Kletterpflanzen.

Die reifen roten Beeren werden aber auch zu Marmelade Gelees, Saft oder Sirup verwendet. Aus den Blättern wird in der chinesischen Heil¬kunde Tee zubereitet.

Der chinesische Name Wu-Wie-Zie bedeutet: „ Kraut der 5 Geschmacksrichtungen“ süß, sauer, salzig, bitter, und scharf. Die säuerliche Note überwiegt etwas. Die Wildform ist zweihäusig. Wie bei Kiwis gibt es hier weibliche und männliche Pflanzen. Die Auslese `Vitalbeere` ist einhäusig.

Klein aber exotisch die Blüte der Indiana Banane
Die Papau (engl. Pawpaw) stammt aus der Familie der Annonengewächse (Annonaceae), die 8 Arten umfasst. Sie sind in subtropischen und gemäßigten Regionen Nordamerikas beheimatet. Die hier gepflanzte Art Asimina triloba stammt aus dem Osten Nordamerikas und kommt bis ins südliche Kanada vor.

Die Papau wurde erst seit kurzem in Kultur genommen. Genaue Kulturhinweise fehlen daher noch. Nach Erfahrungen am Obstlehrgarten liebt sie vor allem in der Jugend einen halbschattigen Platz. Der Boden sollte locker um humos sein. Die Pflanze wächst strauchartig.

Im Handel sind zur Zeit einige Sorten wie z.B. `Prima` (selbstfruchtbar) und ` Sunflower`(teilweise selbstfruchtbar). Das cremig süße Fruchtfleisch hat einen intensiven Geschmack nach Mango und Ananas. Die Reifezeit liegt im Oktober. Zum Ausreifen der Früchte sind warme Lagen sinnvoll.

Termine am Obstlehrgarten:
30. Juni: Sommerfest ab 14 Uhr;
Konzert mit dem Trio Aureum um 19:30 Uhr.
Die Veranstaltung wird gesponsert von der Sparkasse Coburg-Lichtenfels. Der Eintritt ist frei.
Wegen der begrenzten Platzkapazität sind kurze schriftliche Anmeldungen bei der Geschäftsstelle des Kreisverbandes am LRA Coburg erwünscht.

5. Oktober: Herbstliche Naschereien aus dem Lehrgarten mit Kostenproben von Weintrauben, Äpfeln, Kiwis etc.; Beginn 14 Uhr.

Fotos: Thomas Neder


Mit Blütenträubel in leuchtendem Gelb gefällt Berberis koreana. Die Früchte sind zwar sehr sauer, enthalten aber sehr viel Vitamin C.


Klein aber exotisch snd die Blüten der Indiana Banane. . Sie ist in subtropischen und gemäßigten Regionen Nordamerikas beheimatet.

Zierliche Blütenglöckchen besitzt das Spaltkörbchen. Es ist ein hochwachsendes rechtswindendes Schlinggehölz und stammt aus Asien (Korea, Japan, Nordchina).