20 Quittensorten führen ins „Himmelreich“
 

(TN) Fast 20 Quittensorten, wenn auch noch jung und zart, bilden das zukünftige Gerüst des Quittenlehrpfades in Gleußen, der jetzt im Wonnemonat Mai zum Beginn der Quittenblüten seiner Bestimmung übergeben wurde. Eine informative Schautafel informiert Naturfreunde über die gepflanzten Sorten. Unter den Neuankömmlingen im Itzgrund befinden sich auch ausgefallene Fruchttypen wie die `Astheimer Perlquitte`, die `Wollquitte` oder die `Mallorcinische Apfelquitte`. Nach Errichtung des Obstlehrpfades entlang der alten B 4 und dem Setzen einer langen Kopfweidenweile ist es nun seit 2006 die dritte Maßnahme des GV Gleußen am Ortrand. Nach Vorstellung der 1. Vorsitzenden Ulrike Schorn, sollen die Maßnahmen zum einen den Ortsrand von Gleußen noch besser eingrünen, andererseits aber auch Wanderern, Radfahrern und Naturfreunden fachliche Infos geben. Der neue Quittenlehrpfad schließt an den Obstlehrpfad an, schlängelt sich zum Himmelreich hoch und biegt dann wieder Richtung Friedhof zum Ort ab. Er ist nicht durchgängig, sondern nur an ausgewählten Stellen mit Quitten bestückt.

Lange hat es gedauert, bis die 20 Sorten zusammengetragen wurden, denn das übliche Sortiment der Baumschulen erschöpft sich in der Regel schon nach 3 Sorten wusste Kreisfachberater Thomas Neder zu berichten. Um die Zukunft der Bäume zu sichern, wurde ausführlich mit den angrenzenden Landwirten diskutiert und mit Bedacht zukunftsfähige Standorte festgelegt. Bei der Pflanzmaßnahme war die Gemeinde Itzgrund behilflich. Geht es nach Vorstellung der Initiatoren, sollen auch im Jahr 2100 noch einige der Quittenbäume stehen und ein Stück fränkischer Gartenkultur auch für folgende Generationen erhalten. Dass Quittenbäume durchaus die 100 Jahre Schallmauer durchbrechen können, zeigen betagte „Quittenmethusalems“ in der Nähe von Kitzingen, einem ehemaligen Anbauschwerpunkt der Quitte. Das breite Sortenspektrum zeugt noch heute von der damaligen Bedeutung der Frucht Aphrodites, wie die Quitte auch genannt wird.

Als Mosaikstein zur Tourismusförderung bezeichnete 1. Bürgermeister Werner Thomas den noch jungen Lehrpfad. Anerkennende Worte fand auch der 1. Vorsitzende des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V., Landrat Michael Busch, der selbst zwei Bäume für den Lehrpfad gespendet hatte. „Die Gartenbauvereine und insbesondere die Gleußener tun etwas für die Naturfreunde“ lobte der Landrat die Aktion im Itzgrund. Dass auch junge Menschen diesen Beitrag zur Naturerziehung annehmen war sein ganz besonderer Wunsch.

Den geistlichen Segen erteilten Pfarrer Michael Bergner und Pater Rajesh Lugun. Hierbei stellten sie besonders den Gedanken des Weitergebens an folgende Generationen, der ja mit einem solchen Baumlehrpfad geschaffen werde, heraus. Der Lehrpfad verbinde zudem die Menschen und stehe symbolisch für den Pilgerweg, den alle Menschen zusammen gehen müssten, so die beiden Geistlichen.

Ulrike Schorn dankte allen Sponsoren mit Mithelfern des Lehrpfads und lud die Teilnehmer abschließend zu einem kleinen Imbiss mit Kaffee und Kuchen am Dorfplatz ein.

Anlässlich der Landesgartenschau in Bamberg präsentiert der Kreisverband Coburg zusammen mit dem GV Gleußen vom 20. bis 26. September einen Ausstellungsbeitrag zum Thema: „Kulinarisches rund um die Quitte“.

Fotos: Thomas Neder

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Fast 20 Quittensorten, wenn auch noch jung und zart, bilden das zukünftige Gerüst des Quittenlehrpfades in Gleußen, der jetzt im Wonnemonat Mai zum Beginn der Quittenblüten seiner Bestimmung übergeben wurde. Eine informative Schautafel informiert Naturfreunde über die gepflanzten Sorten