Köstliches rund um die Quitte
 

(TN) Dass die Quitte nicht nur verlockend gelb im Baum leuchtet und aromatisch duftet, sondern auch exzellent schmeckt, zeigte der Vortrag zum Thema Quitte anlässlich des 4. Teils der Gartenpflegerkurse. Im ersten Teil informierte Kreisfachberater Thomas Neder über Botanik, Anbau und der Kulturgeschichte der Quitte im Raum Franken. Besonders lobte Neder den neu angelegten Quittenlehrpfad in der Gleußener Feldflur hervor. Hierdurch sollen neben den wenigen „Allerweltssorten“, die man momentan im Fachhandel bekommt, auch früher verbreitete Auslesen, wie z. B. `Wollquitte` oder `Astheimer Perlquitte` wieder Einzug in Oberfranken halten. Begeistert zeigten sich die zahlreichen Besucher von den leckeren Quittenköstlichkeiten, die sie im Anschluss an die kulturtechnischen Ausführungen des Kreisfachberaters probieren konnte. Das Team des GV Gleußen hatte hierzu ein „8 gängiges Menü“ aus schmackhaften Häppchen vorbereitet. Seinen Gaumen verwöhnen konnte man z.B. mit Quittensuppe, süß-sauer eingelegten Früchten, Quittenchips, Quittendessert, Quittenkuchen, Pralinen, Quitteneis und Quittenlikör. Da es darüber hinaus natürlich noch eine ganze Menge weiterer Quittenköstlichkeiten gibt, hat der GV Gleußen die gesammelten Rezepte in einem kleinen Buch zusammengestellt. Es kann bei der 1. Vorsitzenden Ulrike Schorn zum Preis von 10€ erworben werden (Tel.: 09533 289). Anlässlich der Landesgartenschau in Bamberg wird der Kreisverband Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. zusammen mit dem GV Gleußen vom 20.09 bis 26.09. 2012 bis mit einem Beitrag zum Thema: „Köstliches rund um die Quitte“ vertreten sein.

Staudenverwendung im Zeichen des Klimawandels
Da die zunehmenden Witterungsextreme nicht nur den Menschen, sondern auch den Pflanzen merklich zu schaffen machen, widmete sich der anschließende Vortrag dem Thema „Staudenverwendung im Zeichen des Klimawandels“. Staudenmeisterin Cornelia Augustin stellte hierzu eine Reihe von Stauden vor, die man nicht permanent durch Gießen „verhätscheln“ muss und die auf lockeren und durchlässigen Böden auch mit wenig Gießarbeit gut über die Runden kommen. „Die Natur ist erfindungsreich“, so Augustin, sie hat den Pflanzen zahlreiche Überlebensstrategien mit auf den Weg gegeben, mit denen sie an trockenen Standorten gut klarkommen. Sukkulente Blätter bei den Sedum Arten, blaue Bereifung bei den Disteln, Behaarung bei Wollziest, nadelförmige Blätter bei Rosmarin oder Kugelwuchs bei der Heiligenblume seien nur einige Beispiele, wie sich Pflanzen auf trockene Perioden einstellen können. Mut zum Experimentieren machte die Referentin den Besuchern. Besonders spannend sei es, zumindest mal auf kleinem Raum das Aussamen der Pflanzen zu erlauben und hierdurch eine besondere Dynamik, ein Wandern der Pflanzen und eine sprichwörtliche Verwebung der Pflanzen zu erfahren. Als einen ihrer Favouriten zählt C. Augustin momentan die Lauchart Allium senescens. Er werde bei uns zwar noch wenig verwendet, sei aber besonders in Verbindung mit Salbeiarten interessant. Als Solitärpflanze im Bereich trockener Standort empfahl Augustin den Meerkohl (Crambe maritima). Mit mächtigen Blütenstände und einem weißen Blütenschleier ziehe er nicht nur die Blicke, sondern auch zahlreiche Insekten an. Letztendlich gab es auch noch eine kleine Empfehlungsliste für die schwierigen trockenen und halbschattigen Lagen. Hierfür empfahl die Staudenkennerin z.B. die Storchschnabelarten Geranium renardii, Geranium macrorrhizum `Spessart`, den Bleiwurz (Ceratostigma plumbaginoides) oder die Wildasterart Aster divaricatus.

Fotos: Thomas Neder


Zahlreiche Quittenköstlichkeiten konnten die Teilnehmer beim 4. Teil der Gartenpflegerskurse probieren. Der GV Gleußen hatte hierzu ein 8 gängiges Menü vorbereitet.