Es leuchten die Christrosen in der Winterszeit
 

(TN) Schneerosen, Christrosen oder Lenzrosen, wie sie genannt werden, sind geschätzte Blütenpflanzen in der blütenarmen Zeit. Sie erfreuen uns mit ihren Blüten je nach Art und Sorte vom Spätherbst bis in das zeitige Frühjahr. Durch Verwendung verschiedener Arten kann man die Blütenperiode strecken. Helleborus niger `Praecox` wagt sich mit seinen Blüten z.B. schon Ende November aus der Deckung

Klassisch versteht man unter der Christrose wohl noch immer die Art Helleborus niger mit ihren strahlend weißen oder rötlich angehauchten Blütenblättern. Dem Klassiker unter den Christrosen machen zunehmend aparte Wildarten, oder robuste Hybriden Konkurrenz, die mit weißen, rosafarbenen oder purpurnen Blüten gefallen. Dies ist verständlich, denn Helleborus niger leidet auf weniger guten Standorten oft unter einem Pilz, der sich in Form schwarzer Blattflecken zeigt.

Christrosen sind Kinder der südlichen und teilweise nördlichen Kalkalpen. Auch im Apennin und in Jugoslawien findet man sie in freier Natur.

Lenzrosen lieben einen kalkhaltigen lockeren Humusboden im halbschattigen Bereich. Dort können sie ungestört viele Jahre wachsen und gedeihen. Grazile Farne, schattenliebende Gräser oder bunte Frühlingsblüher, wie das Tränende Herz sind passende Nachbarn. Im August gepflanzt, können sie bis zum Herbst noch gut einwurzeln. Werden ältere Exemplare geteilt, sollte man die Wurzeln nicht zurückschneiden, da sie sonst leicht von Fäulnispilzen befallen werden können.

Manchmal lassen sie sich bis zur ersten Blüte einige Jahre Zeit. Gelegentliche Kalkgaben in Form von kohlensauerem Kalk oder etwas Kalksplitt, den man leicht einharkt, können helfen.

Die hübschen Wilden
Zu den interessanten Wildarten gehört z.B. Helleborus foetidus. Die hellgrünen glockigen Blüten sind zwar etwas zurückhaltender, aber die purpurnen Spitzen verleihen der Blüte einen besonderen Charme. Je nach Witterung erscheinen die bis zu 30 cm hohen Blütenstände von Januar bis März. Sehr dekorativ ist z. B. auch die Sorte `Altenburg Selection`. Die Blüten sind außergewöhnlich standfest. Die Blattstiele glänzen burgunderrot, die Blätter schimmern glänzend. Die Züchtung `Wester Flisk` hat ebenfalls hübsche rötliche Blattachseln. Fächerförmig aufgebaut, machen die grob gesägten Blätter die Sorte `Viridis` auch zu einer Blattschmuckstaude. Auch Liebhaber von Duftpflanzen werden in der breiten Palette der Wildarten fündig. Nach Holunder duftet Helleborus cyclophyllus. Angenehm duftet auch Helleborus odorus.

Die robusten Hybriden
Anspruchslos, klimahart und anpassungsfähig an den Standort sind die sog. Orientalis Hybriden. Sie blühen von März bis April. Die Blütenfarbe ist ein Farbenspiel von weiß bis rosa. Wegen ihrer Robustheit werden sie immer stärker in den Gärten verwendet.

Die Klassiker
Helleborus niger ist der Klassiker unter den Christrosen. Sie sind ausgezeichnete Schnittblumen. Geschnitten wird, wenn ein bis zwei Staubblattkreise geöffnet sind. Die Blütenstiele sind wasserabweisend. Man kann daher die Stile von unten kreuzweise einschneiden oder ritzt sie von der Seite her mit einer Nadel ein.

Fotos: Thomas Neder