Die Indianerbanane fruchtet im Obstlehrgarten
 

(TN) In den ersten Jahren hat sie sich etwas hart getan. Nun fruchtet die aus Nordamerika stammende Indianerbanane (Asimina tribloba) erstmals im Obstlehrgarten des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. Wie die Erfahrungen im Obstlehrgarten gezeigt haben, schätzen die langsam wachsenden Jungpflanzen einen etwas schattigen Standort mit nicht zu schwerem Boden. In voller Sonne tun sie sich zunächst scheinbar etwas schwer.

Schon die Ureinwohner Nordamerikas haben die `Pawpaw`, wie die neue Obstart auch genannt wird, geschätzt. Heute eröffnet sie mit den länglichen und dicken Früchten im Erwerbsobstanbau eine kleine Nische. Im Hausgarten ist sie als spät reifendes Naschobst eine willkommene Ergänzung des bekannten Obstsortiments. Ursprünglich vor allem für das Weinbauklima interessant, spielt ihr die Klimaerwärmung scheinbar nun auch in ehemaligen Randlagen in die Karten. Interessant ist neben ihrem exotischen Geschmack, der etwas an Melone, Mango und Banane erinnert, vor allem auch ihre Robustheit gegen Krankheiten. Auch tiefe Temperaturen werden gut überstanden. Wurden in den letzten harten Wintern an zahlreichen Kulturen deutliche Frostschäden verzeichnet, haben die Pawpaw die letzten Winter im Obstlehrgarten ohne Schaden überstanden. Als Spindel erzogen, wird sie bei uns etwa 3-4 m hoch. Das kann aber bei Ihrer Langsamwüchsigkeit etwas dauern. Die Schnittmaßnahmen halten sich in Grenzen.

Asimina blüht bei uns Mitte bis Ende Mai - in der Regel also nach den Eisheiligen. Da die Blüten je nach Sorte öfter selbstunfruchtbar sind, ist sie auf Fremdbefruchtung angewiesen. Die Sorten `Sunflower` und `Prima` gelten als teilweise, bzw. als selbstfruchtbar. Wie die Blüten der Birne, riechen die Blüten der Indianerbanane nicht besonders gut. Sie wirken daher auf Bienen und Hummeln nicht besonders attraktiv. Mit einem Pinsel kann man etwas nachhelfen und die Blüten auch selbst bestäuben.

Erntereif werden die Früchte bei uns etwa Anfang bis Mitte Oktober. Das deutliche Umfärben von Grün nach Gelb ist ein Anhaltspunkt. Werden die Früchte nicht kalt bei 2 bis 3 Grad gelagert, reifen sie schnell nach und müssen rasch verzehrt werden. Unreif fehlt ihnen allerdings das Aroma. Die Früchte werden geschält und ähnlich wie eine Kiwi ausgelöffelt. Etwas störend wirken die großen Samen, die in der ganzen Frucht verteilt sind. Generell kann sie wie eine Banane verwendet werden. Etwas Experimentierfreude bei der Verwertung kann nicht schaden.

Der Obstlehrgarten ist noch bis zum 31.Oktober geöffnet.

Foto: Thomas Neder

   

Erntereif werden die Früchte der Indianerbanane bei uns etwa Anfang bis Mitte Oktober. Das deutliche Umfärben der Schale von Grün nach Gelb ist ein Anhaltspunkt beginnender Reife.

Die Früchte werden geschält und ähnlich wie eine Kiwi ausgelöffelt. Der Geschmack liegt zwischen Melone, Banane und Mango mit einem leichten Vanillearoma.