Die Apfelbeere – robust und urgesund
 

(TN) In Russland ist der Anbau der sehr frostharten Apfelbeere (Aronia melanocarpa) weit verbreitet. Die Züchtungsarbeit geht auf J. W. Mitschurin zurück, aus der die heute weit verbreitete Sorte `Nero` entstanden sein soll.

Der Strauch ist völlig anspruchslos, extrem winterhart und kann auch in Höhenlagen angebaut werden. Ausgewachsen erreicht er eine Höhe von ca. 2 m. Die weißen Doldenblüten erscheinen Ende Mai und riechen etwas unangenehm. Im Herbst färben sich die Blätter ähnlich wie bei der Felsenbirne rot und wirken dadurch sehr dekorativ. Die Pflanze ist selbstfruchtbar. Zur besseren Befruchtung sind mehrere Sorten empfehlenswert. Momentan sind eine Reihe guter Sorten, wie z.B. `Nemo`, `Viking`, `Rubina` oder `Hugin` im Handel.

Die Apfelbeere wächst vor allem in die Breite und wird ähnlich wie Johannisbeeren geschnitten. Hierzu werden einfach alljährlich der eine oder andere alte Triebe bodennah entfernt. Überzählige Neutriebe kann man reduzieren. Liegen die Triebe auf dem Boden auf, fangen sie an, Wurzeln zu bilden.

Bei einer Veredlung auf einen Ebereschensämling kann die Apfelbeere auch als dekoratives Stämmchen gezogen werden. Die Veredlung gelingt leicht und wird mittels Pfropfen hinter die Rinde oder seitlichem Anplatten durchgeführt.

Die Früchte der Apfelbeere sind etwa erbsengroß, in der Reife schwarzblau und leicht wachsartig bereift. Der Saft färbt stark dunkelrot und wird in der Lebensmittelindustrie und für Obstkonserven eingesetzt. Die Früchte können z. B. zur Geleeherstellung oder Kompott verwendet werden. Auch Marmeladen, gemischt mit Holunderbeeren, schmecken lecker. Die Indianer Nordamerikas verkneteten die getrockneten Beeren mit Dörrfleisch und Fett zu Pemmikan, einer haltbaren Kraftnahrung für den Winter. Bei uns lassen sich getrocknete Beeren gut dem Müsli beimischen. Im Entsafter lässt sich aus den Beeren ein urgesunder Saft herstellen. Die Beeren enthalten sehr viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe wie Anthocyane, Gerbstoffe und Flavonoide.

Da mittlerweile auch die Vögel auf den Geschmack gekommen sind, empfiehlt sich eine Abdeckung mit einem Vogelschutznetz. Blaue Netze sind hierbei als „vogelfreundlicher“ einzustufen als grüne.

Fotos: Thomas Neder





Aus den purpurvioletten Früchte der Apfelbeere lässt sich Gelee. Marmelade, Kompott oder Frischsaft herstellen Auch getrocknet kann man sie in Müslis verwenden.