Vermehrung durch Abmoosen
 

Bei manchen Sträuchern oder Zierpflanzen ist es bedingt durch ihren Wuchs nicht möglich, Zweige in die Erde abzusenken und zu bewurzeln. Eine gute Alternative ist dann das Ziehen von „Luftwurzeln“ mit der Methode des Abmoosens.

Beginnt man im Frühjahr mit dem Abmoosen, hat man in der Regel bis zum Herbst bewurzelte Pflanzen, die man abtrennen und erfolgreich verpflanzen kann. (Hier am Beispiel von Rhododendren).

Am besten eignen sich 1 bis 2 jährige Triebe. Gerade Triebstücke werden zunächst auf einer Länge von etwa 30 cm entblättert. Der Ast wird dann mittels Zungenschnitt (ca. 3 cm lang) in Richtung Triebspitze 1/3 bis 1/2 schräg nach oben eingeschnitten. (Alternativ kann man den Stamm auch ringeln. Hierbei werden im Abstand von ca. 5-10 mm zwei flache parallele Schnitte rund um den Trieb angebracht und die Rinde entfernt). Die Wunde kann dann leicht mit Bewurzelungshormon bepudert werden. Um die Wunde offen zu halten, schiebt man etwas Torfmoos (Sphagnum) in den Zungenschnitt. Das Ganze wird anschließend mit einer schwarzen Folie verbunden. Man beginnt unterhalb der Wunde und befestigt die etwa 7 bis 10 cm breite Folie am besten mit einem Klebeband am Trieb. Anschließend füllt man diese mit angefeuchtetem Torfmoos, so dass die Wunde rundum bedeckt wird. Alternativ könnte man es auch mit angefeuchtetem grobfaserigem Weißtorf oder Perlite versuchen. Auch oberhalb der Wunde wird die Folienmanschette mit Klebeband festgebunden. Bis zur ausreichenden Wurzelbildung kann es bis zu einem Jahr dauern. Den Fortschritt der Wurzelbildung kann man durch gelegentliches Öffnen der Folie kontrollieren. Wenn ausreichend Luftwurzeln gebildet sind, schneidet man den künstlichen Wurzelballen vorsichtig ab. Das Moos belässt man am besten noch am Ballen und setzt den bewurzelten Trieb in einen kleinen Topf zur Weiterkultur.

Bei Pflanzen, die von Haus aus leicht Luftwurzeln bilden, wie Philodendron, Syngonium, oder Monstera, kann man auf einen Einschnitt verzichten. Hier reicht es, um den Bereich der Luftwurzeln die Folienmanschette mit feuchtem Moos anzubringen. Eine Art von „Abmoosen light“ also. Event. kann es notwendig werden, vorab einige Blätter zu entfernen. Dies sollte einige Tage vor dem Abmoosen erfolgen, um Fäulnis zu vermeiden.

Geeignete Pflanzen:

Zimmerpflanzen:
Gummibaum (Ficus elastica), Wunderstrauch (Codiaeum-Hybr.), Drachenlilie (Dracaena sp.), Keulenlilie (Cordyline sp.), Zimmeraralie (Fatsia japonica), Strahlenaralie (Schefflera actinophylla).

Kübelpflanzen/ Gehölze:
Kamelien (Camellia sp.), Hibiscus (Hibiscus Hybr.), Rhododendron (Rhododendron Hybr.).

Fotos: Thomas Neder

        
Der Ast wird dann mittels Zungenschnitt in Richtung Triebspitze 1/3 bis 1/2 schräg nach oben eingeschnitten. Die Wunde kann dann leicht mit Bewurzelungshormon bepudert werden. Um die Wunde offen zu halten, schiebt man etwas Torfmoos in den Zungenschnitt.
 
Das Ganze wird anschließend mit einer schwarzen Folie verbunden. Anschließend füllt man diese mit angefeuchtetem Torfmoos, so dass die Wunde rundum bedeckt wird.