Es blüht der „Geldbaum“ im Hause Stenzel
 

(TN) Im Volksmund ist er unter Geldbaum, Pfennigbaum, Elefantenbaum oder Dickblatt bekannt. Manche kennen ihn auch unter der Bezeichnung Deutsche Eiche. Crassula ovata zählt dank seiner fleischigen Blätter, die viel Wasser speichern können, zu den sukkulenten Pflanzen. Schon seit vielen Jahrzehnten hat er als langlebige und robuste Zimmerpflanze eine große Fangemeinde. Hierzu gehört auch Familie Stenzel aus Ebersdorf.

Stolze 20 Jahre alt ist ihr Prachtexemplar, das jetzt zum Winterausklang im temperierten Wintergarten in voller Blütenpracht steht. Als kleine Pflanze, die als Geschenk kam oder gekauft wurde – ganz genau weiß man es nicht mehr – fand sie zunächst einen Platz auf der Fensterbank. Mittlerweile hat das ausladende Prachtexemplar von über 120 cm Höhe seinen Endstandort im temperierten Wintergarten gefunden. „3 Mann wären nötig um die gewichtige Pflanze umzutopfen“, erklärt Kurt Stenzel etwas respektvoll. Während die handliche Fuchsien, Bougainvilleas und Hibiscus ihren Sommerurlaub auf der Terrasse oder dem Balkon antreten dürfen, muss das Schwergewicht im Wintergarten verbleiben. Hier steht es an Ort und Stelle und rührt sich nicht mehr vom Fleck. Betrachtet man den weißen Blütenschleier, der sich alljährlich über die dicken fleischigen Blätter zieht, muss es ihm sehr gut gehen. Familie Stenzel, die weitere 119 Topf- bzw. Kübelpflanzen hegt und pflegt, schätzt an ihrem Geldbaum vor allem den geringen Pflegeaufwand und das stets repräsentative Erscheinungsbild. „Wenn die Blätter alle Geld wären, wäre es natürlich noch besser“ scherzt Hildegard Stenzel. Kurt Stenzel muss den „Dicken“ ab und zu seine Grenzen aufzeigen, wenn er zu wuchtig wird. Hierzu kommt sogar seine kleine handliche Motorsäge zum Einsatz, denn die Äste unglaublich hart, weiß er zu berichten.

Der Geldbaum (Crassula ovata) ist in Südafrika beheimatet. Dort kommt er auf steinig felsigem Terrain zusammen mit anderen trockenheitsverträglichen Aloe- und Euphorbienarten vor. Die Wurzeln wurden von einigen afrikanischen Völkern gegart gegessen. Die in Milch gekochten Blätter wurden in der Volksmedizin eingesetzt.

Gemäß seiner Herkunft ist der Geldbaum für einen hellen Standort dankbar. Vor direkter Sonneneinstrahlung sollte er allerdings geschützt werden. Im Sommer fühlt er sich auch im Freien wohl. Besonders während der ersten Tage im Freien sollte er etwas im lichten Schatten stehen, da er sonst trotz seiner dickfleischigen Blätter leicht Sonnenbrand bekommen kann.

Gegossen wird er nur mäßig. Im Winter sollte der Topfballen gerade mal nicht austrocknen. In der winterlichen Ruheperiode reichen Temperaturen von 7 bis 15 Grad. Diese Temperaturabsenkung ist auch für die Blütenbildung wichtig.

Das Substrat sollte gut wasserdurchlässig sein. Normale Blumenerde kann mit Sand, Perlite, Lavagrus oder Kakteenerde abgemagert werden. Auf dem Boden des Pflanzgefäßes leisten Tonscherben gegen eine Vernässung gute Dienste. In der Hauptwachstumszeit ist eine leichte Düngung alle 4 Wochen ausreichend. Es genügt, wenn er alle 2-3 Jahre in ein größeres Gefäß umgesetzt wird.

Fühlt er sich wohl, wird er auch über 1 m hoch. Als stark verästelter dickstämmiger Strauch trifft er momentan wieder den aktuellen Modetrend.

Vermehrt werden kann der Geldbaum wie Usambaraveilchen leicht durch Blattstecklinge. Auch Kopfstecklinge, die man im Frühjahr steckt, gelingen leicht. Nach der Wurzelbildung kann man sie etwas stutzen, damit sie sich gut verzweigen.

Fotos: Thomas Neder

Besonders alte Exemplare des Geldbaums stehen bei guter Pflege am passenden Standort überreich in Blüte.
Stolze 20 Jahre alt ist der prächtige Geldbaum der Familie Stenzel. Jetzt zum Winterausklang steht er im temperierten Wintergarten in voller Blütenpracht.